Welche Daten kann ich von meinem Computer nach der Flut noch retten?

Wer sein Büro im Keller hat oder bei dem das Wasser bei der Flut vor einigen Wochen bis in Erd- oder 1. Obergeschoss stand, der wird zwangsläufig auch Angst um seine Daten auf Computer, Laptop und Co. haben. Wir haben für Sie einige Tipps zusammengestellt, welche Daten Sie wir noch retten können.

Die gute Nachricht vorab: viele Datenträger sind gegen das Eindringen von Staub und Wasser geschützt. Die Chancen stehen also gut, dass es noch etwas zu retten gibt. Der Computer als solches sollte dagegen nicht mehr genutzt werden. Hier ist das Risiko zu hoch, dass sich feine Risse auf den Leiterplatinen gebildet haben und unter Strom brechen können. Dies könnte zu einem Totalschaden des PCs und einem vollständigen Datenverlust führen.


Schritt 1: Neuer Datenträger

Im ersten Schritt benötigen Sie einen neuen, unbeschädigten Datenträger. Hierauf können Sie noch vorhandene Daten sichern und später auf einen neuen Computer übertragen.

Schritt 2: Art des Datenträgers bestimmen

Nun müssen wir feststellen, um welche Art von Speicher es sich handelt. Hierzu muss dieser erst aus dem Computer ausgebaut werden. Ausführliche Anleitungen hierzu finden Sie hier:

Festplatte ausbauen Computer

Festplatte ausbauen Laptop

Bei Computern unterscheidet man in der Regel zwischen HDDs, herkömmlichen SSDs und M.2 SSDs. Anhand der nachfolgenden Bilder können Sie feststellen, um welchen Datenträger es sich bei Ihnen handelt.

HDDs und SSDs sind in der Regel sehr gut gegen das Eindringen von Wasser geschützt. Zwar gibt es ein kleines Loch im Deckel zur Entlüftung, hierunter verbirgt sich aber meist ein Aktivkohlefilter, der effektiv das Eindringen des Wassers verhindert und so Ihre Daten schützt. Bei M.2 SSDs liegen die Platinen frei und offen, sodass sich leicht Schlamm hierauf absetzen und den Kreislauf beschädigen kann. Seien Sie hier im nächsten Schritt also besonders vorsichtig.

Schritt 3: Festplatten reinigen

Da die Festplatten häufig mit Schlamm in Kontakt kamen, dessen Herkunft und Zusammensetzung ungewiss sind, sollten die Festplatten zunächst gereinigt werden. Spülen Sie die Platten daher vorsichtig mit klarem Wasser ab (am besten nehmen Sie nur ein nasses Tuch) und lösen Sie so den Schlamm. Nehmen Sie nun etwas destilliertes Wasser, um die mineralischen Rückstände des Leitungswassers zu lösen und Kurzschlüsse später zu vermeiden. Um nun eine vollständige Reinigung zu gewährleisten, können Sie Platte fürderhin mit einem in 99,9% Isopropanol getunkten Tuch abwischen. Isopropanol ist ein Alkohol, der rückstandsfrei verdunstet und in der Apotheke erhältlich ist.

Mit einem Wattestäbchen können Sie die Anschlüsse der Festplatte reinigen und vom Schlamm befreien, sodass alle Kontakte wieder freiliegen.

Nach der Reinigung ist vor dem Trocknen. Sie sollten die Festplatte nun auf jeden Fall einen Tag gut durchtrocknen lassen – aber lassen Sie sie nicht in der sommerlichen Sonne liegen, das kann wiederum schaden. Bewährt hat es sich, einen Beutel mit Reis zu füllen und hierin die Festplatte zu lagern. Der Reis sorgt für ein trockenes Klima, das die Feuchtigkeit aus den Einzelteilen herauszieht.

Schritt 4: Den richtigen Adapter finden

Sind die Festplatten ausgebaut und gereinigt, müssen sie an einen neuen Computer angeschlossen werden. Die meisten Festplatten werden über einen sog. SATA-Anschluss betrieben. Das ist der kleine flache Stecker mit dem Haken nach unten. Hierfür gibt es sehr günstige USB-Adapter. Hier bauen Sie die Festplatte ein und schließen sie per USB an Ihren neuen Computer an. Am besten handelt es sich dabei um einen aktiven Adapter, der im Falle eines Kurzschlusses nur selbst in die Knie geht und Ihren Computer unbeschadet lässt.

Schritt 5: Daten sichern

An Ihrem neuen PC angeschlossen sollten die Festplatten als ganz normale USB-Datenträger erkannt werden. Diese lassen sich unter Windows im Datei-Explorer oder unter Mac im Finder öffnen und von dort aus die Daten auf den neuen Datenträger übertragen. Auch wenn die Festplatte jetzt noch funktioniert, sollten Sie sich nicht dazu verleiten lassen, sie weiter zu benutzen. Gerade Festplatten auf Basis von Magnetscheiben sind extrem empfindlich und schon Verunreinigungen kleiner als ein Staubkorn zwischen Disc und Lesekopf können zu irreparablen Schäden führen. Kopieren Sie alles, was Sie kopieren können und sichern Sie es auf der neuen Festplatte.

Für die Zukunft würden wir Ihnen auf jeden Fall zu separat gespeicherten Backups raten. Dann können Daten bequem über das Netzwerk wiederhergestellt und eine defekte Festplatte getrost vergessen werden.

Können wir Sie auch bei Ihrer privaten Verwaltung unterstützen? Melden Sie sich gerne unverbindlich:

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