Für Schwerbehinderte gibt es einen Pauschbetrag

Bei der GA-Telefonaktion hatten viele Leser Fragen zur Einkommenssteuererklärung. Neue Regeln zum Jobticket.

BONN. Der Beratungsbedarf für die Steuererklärung 2018 war groß. Viele Leser nutzten die Gelegenheit, den Rat der Steuerberater einzuholen, die an unserer GA-Telefonaktion teilnahmen. Hier einige Fragen der Leser und die Antworten der Experten.

Ich habe vor fünf Wohen meinen Steuerbescheid erhalten, der eine Schätzung enthält. Kann ich hiergegen noch Einspruch erheben?

Nein, leider nicht, nach Erhalt des Steuerbescheids, haben Sie vier Wochen Zeit, um Einspruch dagegen zu erheben.

Ich habe meinen Lebensmittelpunkt gemeinsam mit meiner Ehefrau in Bonn und arbeite in Norddeutschland, wo ich die Woche über in einem Appartement wohne. Kann ich die Kosten für die auswärtige Wohnung steuerlich geltend machen?

Ja, die Kosten für die Wohnung an Ihrem Arbeitsplatz können Sie als Werbungskosten für eine doppelte Haushaltsführung in Ihrer Steuererklärung angeben.

Ich bin nur halbtags beschäftigt und verdiene nicht viel. Muss ich trotzdem Steuern zahlen?

2018 betrug der Grundfreibetrag 9000€. Erst ab dieser Grenze muss das Einkommen versteuert werden.

Meine Frau und ich haben eine Rentenerhöhung erhalten. Müssen wir jetzt auch höherer Steuern zahlen?

Ja, wenn das zu verstehende [sic!] [versteuernde] Einkommen über dem für 2018 geltenden Grundfreibetrag in Höhe von 18.000€ für Verheiratete und 8.000€ für Ledige liegt. Wenn Ihr zu versteuerndes Einkommen unter diesem Betrag liegt, brauchen Sie keinen Steuern zu zahlen. Sind Sie unsicher oder liegen mit Ihren Einnahmen an der Grenze, ist es sinnvoll, einmal eine Steuererklärung abzugeben, damit sie dann für die nächsten Jahre – sofern sich an den Einnahmen nichts ändert – davon befreit werden können.

Kann ich Renovierungsarbeiten im Haus steuerlich geltend machen?

Für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen können Sie eine Steuerermäßigung in Höhe von 20 Prozent der Lohnkosten des Handwerkers, aber maximal 1200€ im Jahr, in Anspruch nehmen. Handwerker müssen Rechnungen stellen und Sie müssen die Summe überweisen

Ich bin Witwe, mein Mann ist vor einen Jahr gestorben, und wir haben nie eine Steuererklärung abgegeben. Bin ich jetzt dazu verpflichtet?

Im Jahr des Todes und im folgenden Jahr werden Sie wie Eheleute behandelt. Für Sie gilt der sogenannte Splittingtarif mit dem dafür geltenden doppelten Grundfreibetrag (Gnadensplitting).

Wir haben zu mehreren Personen ein vermietetes Haus geerbt. Wie müssen wir das steuerlich anmelden?

In diesem Fall muss eine gesonderte Feststellungserklärung zur Feststellung und Verteilung der Einkünfte beim Finanzamt eingereicht werden.

Sollte ich die Kosten für meinen Zahnersatz in der Steuererklärung angeben?

Abhängig vom Familienstand, der Anzahl der Kinder und der Höhe der Einkünfte ist jedem Steuerpflichtigen eine bestimmte finanzielle Belastung im Krankheitsfall zumutbar. An darüber hinaus gehenden Belastungen, zum Beispiel nicht von der Krankenkasse übernommenen Krankheitskosten, Sehhilfen, Zahnersatz oder ärztlich verordneten Medikamenten beteiligt sich der Fiskus.

Ich habe seit kurzem einen Schwerbehindertenausweis. Kann ich damit meine Einkommenssteuerlast mindern?

Das Einkommenssteuergesetz sieht einen Behindertenpauschbetrag vor, dessen Höhe sich danach dem Grad der Behinderung richtet. Beträgt der Grad der Behinderung 100 Prozent, wird ein Pauschbetrag in Höhe von 1420 Euro gewährt. Für Blinde oder hilflose Menschen erhöht sich dieser Pauschbetrag sogar noch.

Ist mein Job-Ticket steuerfrei?

Seit Anfang 2019 können Arbeitgeber ihren Mitarbeitern den Weg zur Arbeit steuerlich attraktiver gestalten. Zuschüssen und Sachbezüge für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, etwa mittels Job-Ticket, sind dann von der Steuer befreit. Das müssen Arbeitnehmer wissen: Die steuerfreie Leistung wird bei der Einkommenssteuererklärung auf die Entfernungspauschale angerechnet.

Quelle: General-Anzeiger Bonn, 25.5.2019, www.ga-bonn.de

Die wichtigsten Fragen zum Thema „Schlaganfall“

 

Von Ulrike Strauch, General-Anzeiger Bonn, 17.05.2019

BONN. In Deutschland erleiden rund 270.000 Menschen pro Jahr einen Schlaganfall. Wie hoch sind die Überlebenschancen, und was lässt sich vorbeugend dagegen tun? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Bei der GA-Telefonaktion zum Thema „Schlaganfall“ haben Professor Christian Dohmen (Chefarzt der Neurologie an der LVR-Klinik Bonn), Professor Sebastian Paus (Chefarzt der Neurologie an den GFO Kliniken Troisdorf) und Professor Gabor Petzold (Leiter der Sektion für Gefäßerkrankungen des Gehirns der Neurologischen Klinik am Uniklinikum Bonn) die Fragen der Leser beantwortet.

Wie kann ich eigentlich sicher sein, dass ich in eine Klinik gebracht werde, die über eine auf Diagnose und Therapie des Schlaganfalls spezialisierte sogenannte Stroke Unit verfügt?

Bei Verdacht auf einen Schlaganfall fährt der Rettungsdienst die nächste Klinik mit einer solchen Stroke Unit gezielt an, denn bei Verdacht auf einen Schlaganfall zählt jede Minute. Linksrheinisch sind das die LVR-Klinik Bonn und das Universitätsklinikum Bonn sowie rechtsrheinisch die GFO Klinik Troisdorf-Sieglar.

Was geschieht bei der Akutbehandlung eines Schlaganfalls?

Entscheidend ist die bildgebende Diagnostik im Kernspintomographen (MRT), um das betroffene Gefäß schnell zu lokalisieren. Bei 85 Prozent der Fälle ist ein Gefäßverschluss und bei 15 Prozent eine Hirnblutung die Ursache. In der Akuttherapie gilt die Thrombolyse bislang als beste Option; und zwar innerhalb von viereinhalb Stunden nach Auftreten der Symptome.

Und was, wenn man mit einem Schlaganfall aufwacht oder sich nicht mehr verständlich machen kann, um zu erklären, wann diese Symptome genau aufgetreten sind?

Neueste Studien haben jetzt gezeigt, dass eine Thrombolyse auch später noch wirken kann. Eine Auswertung der Schnittbilder des MRT gibt Aufschluss über das biologische Alter des Schlaganfalls und den Zustand des umliegenden Gewebes. Sollte eine Lyse-Therapie nicht mehr infrage kommen, kann manchen Patienten die Thrombektomie – die Entfernung des Gerinnsels mit einem Katheter – helfen. Das ist derzeit nur bei größeren Gefäßen möglich. Die Technik wird sich aber sicher noch verfeinern.

Bei mir wurde Vorhofflimmern diagnostiziert. Reicht eine vorbeugende Einnahme von Aspirin aus, um mich vor einem Schlaganfall zu schützen?

Nein. Als Vorbeugung bringt es nichts und besitzt wegen der erhöhten Blutungsgefahr ein ausgeprägtes Risikoprofil. Für Patienten mit Vorhofflimmern gibt es spezielle gerinnungshemmende Medikamente. Lange war das Marcumar, wobei sich die für den Patienten festgelegten Gerinnungswerte oft nur schwer und selten über lange Zeit konstant halten ließen. Inzwischen gibt es neue Medikamente. Diese oralen Antikoagulanzien (NOAK) werden als Tablette eingenommen. Eine Kontrolle des Gerinnungswertes ist nicht mehr nötig. Außerdem gibt es unter diesen Medikamenten nur noch halb so viele Gehirnblutungen.

Bei mir wurde eine Verengung der Halsschlagader festgestellt. Sollte ich mich nun operieren lassen?

Grundsätzlich werden Patienten mit einer Verengung ohne Beschwerden zunächst mit blutverdünnenden und cholesterinsenkenden Medikamenten behandelt. Als erstes muss man wissen, wie hochgradig die Verengung ist, ob sie schon zum Schlaganfall geführt hat und welche weiteren Risikofaktoren vorliegen. Maßgebend ist die Ultraschalluntersuchung der Carotis. In einer neurologischen Spezialsprechstunde für Gefäßerkrankungen des Gehirns wird dann das weitere Vorgehen besprochen.

Wie ernst sollte man kurze vorübergehende Symptome wie Taubheitsgefühle, Seh- oder Sprachstörungen nehmen?

Solche transitorisch ischämischen Attacken (TIA) erschrecken die Patienten zunächst, doch dann ist es schon wieder vorüber, und der Besuch beim Arzt wird verschoben. Das kann fatale Konsequenzen haben, wenn einer vorübergehenden Embolie dann die nächste folgt, die sich nicht mehr von allein auflöst. Eine TIA erhöht das Risiko und sollte also immer ernst genommen werden. Man kann sie auch als Warnung sehen, als Chance, einen schweren Schlaganfall mit lebenslangen und teils schweren neurologischen Folgeschäden noch rechtzeitig zu verhindern.

Was kann ich selbst dazu tun, um einen Schlaganfall zu vermeiden?

Ein Schlaganfall kann jeden treffen, wobei die Wahrscheinlichkeit im Alter steigt. Auch genetisch bedingte Ursachen können eine Rolle spielen, lassen sich aber nicht beeinflussen. Wer das Risiko gering halten möchte, kann seine Lebensführung danach ausrichten. Das bedeutet: regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung und der Verzicht auf das Rauchen sowie auf übermäßigen Alkoholgenuss. Besteht ein erhöhtes Risiko, kommt es darauf an, Faktoren wie Bluthochdruck, Vorhofflimmern, Diabetes mellitus und Fettstoffwechselstörungen rechtzeitig zu erkennen.

Wie sieht es mit Nachsorge aus?

Viele wünschen sich Verbesserungen. Das betrifft die Versorgung mit Hilfsmitteln, um körperliche Folgeschäden zu kompensieren, oder auch Medikamenten, um eine Spastik zu lindern. Physiotherapie macht auch langfristig Sinn.

Quelle: http://www.general-anzeiger-bonn.de/besser-leben/gesund/Die-wichtigsten-Fragen-zum-Thema-Schlaganfall-article4108789.html 20.5.2019

Neue Sicherheitsbestimmungen beim Online-Banking

Für Überweisungen am Computer gelten bald neue Bestimmungen. Sie betreffen die Transaktionsnummern (TAN). Was Verbraucher jetzt wissen müssen.

Für viele Bankkunden brechen neue Zeiten an: Ab 14. September 2019 können sie keine Online-Überweisungen per iTAN-Liste mehr tätigen. Alle Banken schaffen die Transaktionsnummern auf Papier ab. Grund dafür ist die seit Januar 2018 geltende europäische Zahlungsdiensterichtlinie PSD2. Sie schreibt vor, dass die für das Onlinebanking notwendigen Transaktionsnummern (TAN) dynamisch generiert werden müssen, was mit einer Zahlenfolge auf Papier nicht möglich ist. Viele Banken verzichten bereits auf die Papier-Listen. Die verbliebenen Banken informieren derzeit ihre Kunden über das Ende der iTAN-Liste.

Comdirect und Deutsche Bank legen ihren Kunden das Photo-TAN-Verfahren ans Herz, die DKB favorisiert die Erzeugung von TAN-Nummern mittels ihrer App „TAN2go“. Auf dem Rückzug ist die Mobile- oder SMS-TAN, weil Experten den Empfang bei gleichzeitiger Banking-Transaktion via Smartphone nicht für sicher halten. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik empfiehlt, auf das Verfahren zu verzichten. Was sind die Alternativen?

Chip-TAN: Bei dem bewährten und als sicher geltenden Verfahren wird die TAN durch einen externen Generator, ähnlich einem Taschenrechner, erzeugt. Steckt man die Girocard in das Gerät und hält dieses vor den PC-Bildschirm, wird die neue TAN angezeigt. „Das Gerät kann weder ausspioniert noch durch Trojaner manipuliert werden, da es nicht mit dem Internet verbunden ist“, sagt Dirk Althoff, Pressesprecher der Consorsbank. Nachteile: Die Generatoren können bis zu 60 Euro kosten. Hat man das Gerät nicht zur Hand, ist keine Transaktion möglich.

Push-TAN: Hier müssen Kunden eine App auf ihr Smartphone laden und mit einem Bank-Code einrichten. Für eine Überweisung gibt man die Überweisungsdaten in die Onlinebanking-Maske ein. Jetzt wechselt man zur Push-TAN-App, gibt sein Passwort ein und prüft die angezeigten Auftragsdaten. Gleichzeitig zeigt die App eine TAN, die man in das Onlinebanking-Formular eingibt. Banking-App und TAN-App arbeiten unabhängig voneinander und sind nach neuestem Stand der Technik verschlüsselt. Dadurch gilt das Mobil-Banking mit nur einem Endgerät als sicher.

Photo-TAN: Auch dieses Verfahren funktioniert mit einer eigenständigen App auf dem Smartphone oder mit einem speziellen Lesegerät. Vor der Transaktion erscheint ein mehrfarbiges Mosaik auf dem PC-Bildschirm, das man scannen muss. Im Gegenzug werden die TAN sowie die zugehörigen Transaktionsdaten auf dem Display angezeigt. Auch hierbei können Kosten für das Lesegerät anfallen.

Quelle: General-Anzeiger Bonn, Max Geissler, 29.04.2019, http://www.general-anzeiger-bonn.de/news/wirtschaft/ueberregional/Neue-Sicherheitsbestimmungen-beim-Online-Banking-article4096074.html

Ohne Björn Steiger gäbe es den Notruf so nicht

Vor 50 Jahren starb der Junge bei einem Unfall. Die nach ihm benannte Stiftung seiner Eltern verbessert seither das Rettungswesen.

Die bundesweiten Notfallnummern 110 und 112 gelten in Deutschland heute als Selbstverständlichkeit, doch ihre Einführung hatte einen traurigen Ausgangspunkt: Der kleine Junge Björn Steiger kam vor 50 Jahren – am 3. Mai 1969 – auf tragische Weise ums Leben. Er wurde nur acht Jahre alt. Die Björn Steiger Stiftung enthüllt am Freitag in Winnenden bei Stuttgart einen Gedenkstein mit einem Portät Björns.

Der Stein steht an dem Ort, wo der Junge nach einem Schwimmbadbesuch die Straße überqueren wollte und von einem Auto erfasst wurde. Das Kind starb nicht an seinen Verletzungen, sondern an einem Schock. Weil der Krankenwagen zu spät kam, konnte es nicht gerettet werden.

Die Eltern – Siegfried und Ute Steiger – gründeten darauf die Stiftung, die sich der Verbesserung des deutschen Rettungswesens widmet.
Es gibt einiges, was sie seither schon alles erreicht hat: Dazu zählen die Einführung der bundesweiten Notrufnummern 100/112  (1973), der erste Baby-Notarztwagen (1974), die Einführung der Defibrillation durch Laienhelfer (2001) und die Handy-Ortung (2006).

Auch die lange bestehende Ausstattung deutscher Straßen mit Notrufsäulen geht auf eine Initiative der Steigers zurück. Weil heute aber faktisch jeder ein Handy hat, wurden die einst 8000 orangefarbenen Lebensretter allerdings mittlerweile abgebaut – bis auf 1056 Exemplare in Baden-Württemberg. Sie stehen insbesondere noch in Regionen mit schlechtem Mobilfunkempfang.

Seit 2010 leitet der jüngere Sohn des Paares, Pierre Steiger, die Stiftung mit ihren 200.000 Förderern. Er sieht noch erhebliche Defizite im deutschen Rettungswesen. Deshalb sie das Ziel der Stiftung noch lange nicht erfüllt: sich selbst überflüssig zu machen.

Quelle: General-Anzeiger Bonn, April 2019, www.general-anzeiger-bonn.de

Diebstahl kann zu Entzug des Pflichteils des Erbes führen

Das OLG Stuttgart hat entschieden, dass schwerwiegende Vergehen (wie Diebstahl) zum Ausschluss des Pflichtteils des Erbes führen können.

Im verhandelten Fall stahl der Enkel seiner Großmutter 6100 Deutsche Mark und wurde durch Gericht hierfür zu 100 Tagessätzen verurteilt. Ebenso schloss ihn seine Großmutter per Erbenvertrag von seinem Pflichtanteil aus und begründete diesen Schritt mit einem weiteren Diebstahl durch ihren Enkel.

Mit Tod der Erblasserin wollte der Enkel jedoch nichts mehr von seinem Ausschluss wissen und seinen Pflichtanteil gerichtlich durchsetzen lassen. Ohne Erfolg.

Die Richter am Oberlandesgericht der schwäbischen Metropole begründeten ihre Urteilsfindung mit der finanziellen Lage der Erblasserin zum Zeitpunkt des Ausschlusses und der individuellen Kränkung, die sie durch die Diebstähle erfuhr. Mithin sei jeweils am Einzelfall festzustellen, wie schwerwiegend ein Vergehen des Erben ist, um einen Ausschluss rechtskräftig anzuerkennen. Im aktuell verhandelten Fall verwiesen die Richter auf die fehlende Schul- und Berufsbildung der Erblasserin, durch die ein Verlust von etwa 7900 DM (beide Diebstähle zusammengenommen) durchaus beachtliche Beeinträchtigungen mit sich gebracht habe.

Festzuhalten bleibt also, dass der Ausschluss eines Erbens vom Pflichtteil durchaus realisierbar ist, wenn entsprechende Vergehen in der Vergangenheit nachgewiesen und / oder rechtskräftig bestätigt wurden und die Voraussetzung des „Schwerwiegens“ im Einzelfall zutrifft.

 

Nachzulesen in: NJW-Spezial Az.: 19 U 80/18
näher in General Anzeiger Bonn, 01.05.2019

Rentenversicherung unterstützt bei Steuererklärung

02.05.2019 BERLIN. Bevor Rentner ihre Steuererklärung machen, sollten sie sich eine Bescheinigung der Rentenversicherung zuschicken lassen. Der Beleg hilft beim Ausfüllen der relevanten Anlagen. Wo und wie ist er anzufordern?

Immer mehr Rentner sind verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben. Dies ist der Fall, wenn das zu versteuernde Einkommen den jährlichen Grundfreibetrag überschreitet. Dieser lag 2018 für Alleinstehende bei 9000 Euro und für Verheiratete bei 18.000 Euro.

Damit das Finanzamt den steuerpflichtigen Anteil der gesetzlichen Rente korrekt ermitteln kann, müssen Rentner ihrer Steuererklärung die ausgefüllten Vordrucke „Anlage R“ und „Anlage Vorsorgeaufwand“ beifügen. Hierbei hilft ihnen eine kostenlose Bescheinigung der Rentenversicherung, die sogenannte „Mitteilung zur Vorlage beim Finanzamt“. Darauf weist die Deutsche Rentenversicherung Bund in Berlin hin.

Die Bescheinigung enthält alle steuerrechtlich relevanten Beträge mit Hinweisen, in welchen Zeilen der Steuervordrucke die Werte einzutragen sind. Wer sie einmal beantragt hat, bekommt sie in den Folgejahren automatisch zugeschickt.

Wenn diese Bescheinigung erstmalig benötigt wird, kann sie per Brief, Fax oder Internet angefordert werden. Möglich ist auch ein Anruf beim gebührenfreien Servicetelefon der Deutschen Rentenversicherung unter der Nummer 0800/ 1000 4800.

Wichtig zu beachten: Bei der Anforderung ist die persönliche Rentenversicherungsnummer anzugeben. Wer die Bescheinigung für eine Hinterbliebenenrente benötigt, gibt die Versicherungsnummer des Verstorbenen an. (dpa)

 

Quelle: General Anzeiger Bonn, 02.05.2019, http://www.general-anzeiger-bonn.de/besser-leben/erfolgreich/steuern-recht-finanzen/Rentenversicherung-unterst%C3%BCtzt-bei-Steuererkl%C3%A4rung-article4098534.html

Spenden absetzen und sparen

Der Staat entlastet Menschen, die mit ihrem Geld anderen Gutes tun. Denn wer sein Geld spendet, kann unter bestimmten Voraussetzungen ordentlich Steuern sparen. Der Betrag dafür aber an eine steuerbegünstigte Organisation überwiesen worden sein – dazu gehören beispielsweise Kirchen, Museen gemeinnützige Vereine, Stiftungen oder politische Parteien. Darauf weist die Bundessteuerberaterkammer hin. Nur in diesen Fällen können Verbraucher ihre Spende als Sonderausgaben in der Einkommenssteuererklärung angeben.

Spenden für kirchliche, mildtätige und gemeinnützige Organisationen kann man bis zu 20 Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte absetzen. Lieht die Spende über diesem Höchstbetrag, kann der überschüssige Betrag vorgetragen werden – dann wird er steuerlich im nächsten Jahr berücksichtigt.

Oft übermitteln Organisationen die Spendenbescheinigung direkt an das Finanzamt. Falls nicht, gilt ab der Steuererklärung für 2017: Die Pflicht zur Einreichung von Spendenquittungen und Belegen entfällt. Allerdings sollte man Spenenbescheinigungen aufbewahren -falls das Finanzamt Rückfragen. dpa

Quelle: General Anzeiger Bonn, 27.03.2019

Steuertipps für Rentner

Jeder vierte Rentner muss in diesem Jahr seine Rente versteuern. Senioren können ihre Steuerlast mindern, erklärt die Lohnsteuerhilfe Bayern. So dürfen die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung als Sonderausgaben abgesetzt werden. Wer unter der Höchstgrenze liegt, kann die auch die Haftpflicht-, Unfall-, oder Zahnzusatzversicherung anrechnen. Dazu kommen die sonstigen Sonderausgaben wie Unterhalt, Kirchensteuer oder Spenden.

Zu 20 Prozent können haushaltsnahe Dienstleistungen wie die Putzhilfe, die ambulante Pflege oder der Hausnotruf abgesetzt werden. Für Senioren, die krankheitsbedingt in einem Pflegeheim wohnen müssen, fallen darunter auch Haarschnitt oder Fußpflege. Ebenfalls steuermindernd: außergewöhnlichen [sic!] Belastungen wie Brille, Hörgerät, Zahnersatz oder Rollator. Hier können sich auch viele kleine Beiträge wie Fahrtkosten zum Arzt oder Zuzahlungen bei der Physiotherapie summieren.

Bei einem Behinderungsgrad kann der entsprechend gestaffelte Behindertenpauschalbetrag bei der Steuer geltend gemacht werden.

Generell gilt: Belege sammeln, denn nur nachweisliche Kosten werden berücksichtigt. dpa

Quelle: General Anzeiger Bonn vom 27.03.2019

Der zweite Abschied – Haushaltsauflösung eines Verstorbenen

Die Beerdigung eines geliebten Menschen ist nur der erste Abschied. Die Auflösung des Haushaltes folgt ja noch – und fällt oft besonders schwer. Ein Patentrezept für das Vorgehen gibt es nicht, aber Experten kennen Tipps, die es leichter machen.

Wenn ein naher Angehöriger stirbt, ist die Trauer groß. Noch schwerer wird es, wenn der Verstorbene alleine gelebt hat und nun eine Haushaltsauflösung ansteht.

Zusätzlich zur Trauer müssen Verwandte sich mit weiteren Problemen und Fragen beschäftigen. Was möchte ich behalten, und was kann weg? Was mache ich mit den wertvollen Sachen, und wohin mit dem Gerümpel? Und wer kann mir helfen?

Einen Freund zur Unterstützung mitnehmen

„Ich empfehle den Betroffenen, zum Beispiel einen Freund mitzunehmen“, erklärt der Trauerbegleiter Norbert Mucksch vom Bundesverband Trauerbegleitung in Klingenmünster (Rheinland-Pfalz). Der Freund ist eine Unterstützung, vor allem aber schaut er neutraler auf die Dinge, als man es selbst in so einem Moment kann. Denn in dieser seelisch aufwühlenden Ausnahmesituation kommt der Verstand oft zu kurz. Viele Menschen können alleine nicht gut entscheiden, welche Dinge sie behalten und von welchen sie sich trennen sollten.

Gefragt ist ein Mittelmaß

Mucksch kennt beide Extreme. „Manche wollen ganz viel behalten, weil sie denken, das alles ist unwiederbringlich. Was es ja auch ist“, sagt er. Das andere Extrem: Es wird ein großer Kehraus gemacht und bis auf ganz wenige persönliche Dinge alles weggeworfen.

Beide Extreme sind nicht gesund, gefragt ist ein Mittelmaß. Wo dieses liegt, muss allerdings immer wieder aufs Neue entschieden werden. Soll man die vielen Fotoalben wirklich mitnehmen? Sie nehmen schließlich nicht viel Platz weg, und man kann sie später immer noch wegwerfen, wenn man möchte. Und was ist mit den Sammeltassen, an dem so viele Kindheitserinnerungen hängen?

„Man sollte auf die emotional wichtigen Dinge achten“, rät der Trauerbegleiter Mucksch. So kann es sinnvoll sein, ein Kleidungsstück des Verstorbenen aufzubewahren. Vielleicht riecht es sogar noch nach dem geliebten Menschen. Dann kann es zumindest in der ersten Zeit immer mal wieder hervorgeholt werden. „So etwas sollte man nicht geringschätzen“, sagt Mucksch.

Emotionen zulassen

Natürlich werden bei einer Haushaltsauflösung viele Emotionen hochkommen. Der Fachmann empfiehlt, diese zuzulassen. „Trauer braucht Ausdruck. Und Tränen und Gefühle sind dieser Ausdruck“, sagt er. Es ist für die meisten Menschen zwar gut, in dieser belastenden Situation nicht alleine zu sein. Doch es gibt Ausnahmen: Manche möchten vor der Haushaltsauflösung noch einmal ganz alleine in den Räumen sein, um die Atmosphäre in sich aufzunehmen und Abschied zu nehmen. Aber auch hier gilt es, sich seelischer Unterstützung zu versichern. Sinnvoll ist es etwa, einen Freund vorab zu fragen, ob man ihn dann doch anrufen kann, wenn es einem schlecht geht.

Aus psychologischer Sicht kann es gut sein, mit der Haushaltsauflösung zu warten, bis man ein bisschen Abstand zu dem Geschehen bekommen hat. Dies ist aber nur möglich, wenn der Verstorbene in den eigenen vier Wänden gelebt hat. Bei gemieteten Immobilien bleibt oft nur die zügige Ausräumung.

Experten empfehlen, durch die Räume zu gehen und zunächst einmal die Sachen mitzunehmen, die man auf jeden Fall behalten möchte. Gibt es mehrere Angehörige, wird es oft schwierig. Es kann zu Streitigkeiten kommen, wem der Geschwister etwa der Schmuck oder die wertvollen Teppiche zustehen. Ein Patentrezept für eine Lösung gibt es nicht. „Manchmal hilft es, wenn man sich fragt, was wohl der Verstorbene gewollt hätte“, rät Mucksch.

Verschenken oder eventuell verkaufen

Nachdem aussortiert wurde, steht die nächste Frage im Raum: Was können wir verschenken oder eventuell noch verkaufen? Möglich ist es, Sachen für den nächsten Flohmarkt aufzuheben oder Anzeigen aufzugeben. Zudem gibt es soziale Einrichtungen, die sich über entsprechende Zuwendungen freuen.

Dazu gehört die Caritas, die in einigen Regionen sogar Haushaltsauflösungen anbietet. „Wir nehmen dann wirklich alles mit. Auch die Eiche rustikal, für die man meistens keinen Abnehmer mehr findet“, sagt Wolfgang Lohbreyer, Leiter des Möbelhofs der Caritas in Herne (NRW). „Ein Großteil unserer Kunden wäre nicht in der Lage, sich eine Ausräumung zu leisten.“

Im Durchschnitt kostet diese den Angehörigen etwa 500 bis 600 Euro. Damit ist bei der Zielgruppe der Caritas die Grenze der finanziellen Möglichkeiten erreicht, in manchen Fällen übernimmt zudem das Sozialamt die Kosten. Deren Höhe orientiert sich am Aufwand und an dem Wert der Stücke, die noch verkauft werden können. Sie werden dann für wenig Geld von der Caritas Bedürftigen angeboten.

Entrümpeln kann teuer werden

Bei einem gewerblichen Anbieter können Kosten in vierstelliger Höhe anfallen. Thomas Fischer vom Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung in Bonn rät, bei mehreren Entrümplern anzufragen und sich dort Angebote einzuholen. Wie in vielen anderen Bereichen gibt es auch hier schwarze Schafe. „Bei Todesfällen vergisst man oft, dass nicht jeder einem etwas Gutes will“, formuliert es Fischer.

Seriöse Anbieter sind etwa daran zu erkennen, dass sie einen Paketpreis anbieten. Die Kosten für Entrümpelung werden mit den Preisen für die wertvollen Dinge gegengerechnet. Der Preis ist verbindlich, eine Nachrechnung wird nicht gestellt.  (dpa)

Quelle: Sabine Maurer, General Anzeiger Bonn, 23./24. März 2019,S.54, http://www.general-anzeiger-bonn.de/besser-leben/stilvoll/hausundgarten/Den-Haushalt-von-einem-Verstorbenen-aufl%C3%B6sen-article4069836.html (08.04.2019)

So läuft ein Telefonat mit falschen Polizisten ab (General-Anzeiger)

BONN. Getarnt als Polizisten bringen Betrüger Senioren um ihr Vermögen. So funktioniert der Telefontrick, der durch eine geschickte Gesprächsführung gelingt und das Vertrauen in die Polizei ausnutzt.

Hunderte Senioren sind in den vergangenen Wochen in Bonn und der Region von Betrügern angerufen worden, die sich als Polizisten vorstellten. Sie nutzten dabei auch den Namen des Bonner Kripo-Chefs Norbert Wagner und versuchten, den Angerufenen ihr Vermögen abzuschwatzen. Das gelingt nicht immer. Aber wenn, ist der Schaden enorm: Im hohen sechsstelligen Bereich liegt die Beute, die Ermittlern zufolge vor allem in die Türkei gebracht wird. Von dort kommen in der Regel auch die Anrufe.

Der Trick am Telefon funktioniert durch geschickte Gesprächsführung. Ältere Menschen vertrauen der Polizei und stellen die vermeintlichen Kommissare nicht oder zu spät infrage. Wie das läuft, zeigt dieses Protokoll, das die Redaktion auf Basis von Gerichtsverfahren und Opferberichten aus dem Rheinland rekonstruiert hat. Namen und persönliche Umstände sind fiktiv.

Betrüger: Guten Tag, hier ist Kommissar Wagner von der Kripo Bonn. Spreche ich mit Frau Schmidt?

Opfer: Die Kriminalpolizei? Was wollen Sie denn von mir?

Betrüger: Sind Sie denn Frau Schmidt?

Opfer: Jaja, bin ich.

Betrüger: Frau Schmidt, hören Sie mir gut zu. Bei Ihnen hat es einen Einbruch gegeben.

Opfer: Bei mir?

Betrüger: Also nicht direkt bei Ihnen, schon ein Stück weg. Da ermitteln wir jetzt. Wir waren ganz schnell da, aber nicht schnell genug, der Täter war schon weg. Aber wir haben da einen Rucksack gefunden. Hören Sie mir zu, Frau Schmidt?

Opfer: Jaja, ich höre zu.

Betrüger: Im Rucksack haben wir ein Heft gefunden, da stand Ihr Name drin.

Opfer: Mein Name?

Betrüger: Ja, Frau Schmidt, Vorname, Nachname, Geburtsdatum, Ihre Bankdaten…

Opfer: Von der Sparkasse?

Betrüger: Genau. Kontonummern, alles. Und da stand auch was von einem fünfstelligen Betrag.

Opfer: Aber wie kommen die denn da dran?

Betrüger: Frau Schmidt, das wüssten wir auch gern, glauben Sie mir. Aber das spielt im Moment keine Rolle. Wir müssen davon ausgehen, dass die Einbrecher Sie im Visier haben. Die werden zu Ihnen kommen, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

Opfer: Um Gottes Willen. Was soll ich denn da machen?

Betrüger: Sie müssen keine Angst haben, wir sind ja da. Wir kümmern uns darum. Wichtig ist aber erst einmal, dass Sie ihre Wertsachen in Sicherheit bringen. Haben Sie Schmuck zu Hause?

Opfer: Von meiner Mutter noch.

Betrüger: Und Bargeld?

Opfer: Nur ein paar tausend, was man halt so daheim hat, für alle Fälle.

Betrüger: Frau Schmidt, dann machen wir jetzt Folgendes. Ich will Ihnen ja helfen. Sie packen das Geld und den Schmuck und was Ihnen noch einfällt, in eine Tasche. Und die stecken Sie in einen Müllsack und deponieren den bei den Tonnen.

Opfer: Bei den Mülltonnen?

Betrüger: Genau. Wir haben da Kollegen in Zivil postiert, verdeckte Ermittler, von denen kommt dann einer und holt das ab. Dann ist das in Sicherheit.

Opfer: Warum kommt der denn nicht klingeln?

Betrüger: Denken Sie doch mal nach, Frau Schmidt. Die Einbrecher, das sind Profis. Die stehen schon längst parat und beobachten Ihr Haus. Wenn ich da einen Streifenwagen schicke, dann wissen die doch Bescheid. Und Sie wollen doch auch, dass wir die erwischen.

Opfer: Ja, aber was hab ich denn damit zu tun?

Betrüger: Frau Schmidt, das hab ich jetzt aber nicht gehört. Sie sind dazu verpflichtet, der Polizei zu helfen. Und sprechen Sie um Himmels Willen meinen Kollegen nicht an, damit bringen Sie den in Lebensgefahr. Haben Sie das verstanden, Frau Schmidt?

Opfer: Ja, das will ich ja auch nicht. Aber ich weiß nicht.

Betrüger: Was wissen Sie nicht, Frau Schmidt? Ich habe Ihnen gesagt, ich bin Kriminalkommissar bei der Kripo Bonn. Sie sehen ja auch im Telefondisplay die 110. Das ist die Polizei, Frau Schmidt. Da müssen Sie schon Folge leisten. Sie packen das jetzt mal zusammen, und dann melde ich mich wieder.

Eine Viertelstunde später.

Betrüger: Frau Schmidt? Wagner noch mal von der Kripo. Wie weit sind Sie?

Opfer: Hören Sie, ich hab mir das überlegt.

Betrüger: Sie haben was? Frau Schmidt – Augenblick mal, ich hab den Kollegen am anderen Ende. Klaus, nein, Frau Schmidt hat das noch nicht rausgelegt. Die nimmt das hier nicht ernst, kann sein, dass du die gleich abholen musst zur Wache.

Opfer: Hallo? Natürlich nehme ich Sie ernst, es ist nur, ich würde gerne mit meiner Tochter sprechen, bevor…

Betrüger: Also das ist doch nicht zu fassen. Jetzt wollen Sie auch noch Ihre Tochter in Gefahr bringen. Jetzt ist hier Schluss mit der Höflichkeit (brüllt). Das ist hier keine Frage, ob Sie das wollen. Das ist eine polizeiliche Anordnung. Ich kann Sie auch festnehmen lassen, wenn Sie sich widersetzen.

Opfer: Aber es ist doch nur, das Geld, das ist doch mein Erspartes, wenn das weg…

Betrüger: (lacht) Frau Schmidt, jetzt machen Sie mal nen Punkt. Bei der Polizei kommt doch nix weg. Das ist ja lächerlich. Also was ist jetzt? Muss ich den Staatsanwalt einschalten oder sind Sie jetzt vernünftig?

Opfer: Und Ihr Kollege holt das dann direkt bei mir zu Hause ab? Dass an die Sachen nicht der Einbrecher dran geht, mein ich doch nur.

Betrüger: Natürlich, Frau Schmidt. Das hab ich Ihnen doch gesagt. Ich hab den noch am Ohr, Klaus, hast du gehört, die Frau Schmidt stellt das jetzt raus. Machst du schnell, ne. Und pass auf die auf, Klaus. So, Frau Schmidt, mein Kollege steht parat.

Opfer: Ich sehe niemanden.

Betrüger: Das wär ja auch noch schöner, wenn Sie unsere verdeckten Ermittler sehen könnten. Ich sag Ihnen Bescheid, sobald der sich bei mir gemeldet hat.

Frau Schmidt verliert 20 000 Euro und den Schmuck ihrer Mutter an die Verbrecher. Die wittern mehr. Schon am nächsten Tag meldet sich Kommissar Wagner erneut. „Weil Sie uns so geholfen haben, will ich auch was für Sie tun. Das kann mich in Teufels Küche bringen, weil ich Ihnen das gar nicht erzählen darf. Aber es geht um Ihre Bank. Da ermitteln wir seit Monaten gegen zwei betrügerische Sachbearbeiter. Haben Sie da noch Sparkonten? Am besten lösen Sie die auf. Überweisen Sie alles Geld auf ein sicheres Konto. Es dauert nicht mehr lange, dann lassen wir die beiden hochgehen. Aber was dann weg ist, ist weg. Wie gesagt, ich hätte das gar nicht erzählen dürfen, Sie dürfen da mit niemandem drüber sprechen. Nur, weil Sie so nett waren, da will ich nicht mit ansehen, wie Sie Ihr Erspartes verlieren.“

Quelle: General-Anzeiger Bonn, Stefani Geilhausen, 21.02.2019
http://www.general-anzeiger-bonn.de/bonn/stadt-bonn/So-l%C3%A4uft-ein-Telefonat-mit-falschen-Polizisten-ab-article4043300.html

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