Nicht vergessen: Inkontinenz immer mit dem Arzt besprechen.

Etwa 1,6 Millionen Menschen in Deutschland leiden an Demenz. Früher oder später erkranken die Patienten auch an Inkontinenz. Dennoch wird über diesen Teil der Erkrankung häufig geschwiegen. Dabei kann eine sorgfältige Diagnose das Leiden mindern.

„Dass über Inkontinenz bei Demenz nicht gesprochen wird ist nicht nur bedauerlich, sondern verhindert auch eine optimale Behandlung der Patienten“, erklärt Professor Axel Haferkamp, Erster Vorsitzender der Deutschen Kontinenz Gesellschaft. Denn die Ursachen für Inkontinenz können auch bei Demenzpatienten sehr unterschiedlich sein und nicht per se nur auf die Erkrankung zurückgeführt werden.

„Bestimmte Antidementiva sowie Medikamente zur Behandlung von Begleiterkrankungen können die Muskelfunktion, die für die Blasenentleerung zuständig ist, beeinträchtigen.“ so Haferkamp. Auch organische Ursachen können den unkontrollierten Harn- und/oder Stuhlverlust auslösen. Die Deutsche Kontinenz Gesellschaft rät daher, Inkontinenz immer mit einem Arzt abzuklären. Dazu Haferkamp: „Ob 70 und an Demenz erkrankt, oder Mitte 30 und Leistungssportler, nur wenn sich Betroffene einem Arzt anvertrauen, kann die richtige Behandlung erfolgen.“ Garant für eine hohe Behandlungsqualität sind die von der Deutschen Kontinenz Gesellschaft zertifizierten Kontinenz- und Beckenboden-Zentren und ärztlichen Beratungsstellen. Hier finden Patienten und Angehörige Ansprechpartner, die es gewohnt sind, die vielfältigen Ursachen von Inkontinenz fächerübergreifend zu betrachten und zu behandeln. Denn gerade wenn, wie bei einer Demenz, mehrere Medikamente eingenommen werden müssen, sollten Wechselwirkungen möglichst vermieden werden.

Wenn die medizinischen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind, muss im frühen Stadium der Krankheit dennoch nicht sofort zu saugenden Hilfsmitteln („Windeln“) gegriffen werden. Wenn der Patient den Weg zur Toilette nicht mehr findet oder schlicht vergisst auf Toilette zu gehen, können regelmäßige Toilettengänge nach einem festen Zeitplan (strukturiertes Toilettentraining) sowie ein Trink- und Toilettenprotokoll (Miktionsprotokoll) helfen. „Diese Maßnahmen erfordern viel Geduld, können dem Patienten aber ein Stück Selbständigkeit und damit Lebensqualität zurückgeben.“ so Haferkamp. Mehr Informationen sowie entsprechende Protokoll-Vorlagen finden Interessierte auf der Website der Deutschen Kontinenz Gesellschaft unter www.kontinenz-gesellschaft.de.

Quelle: gesundheit-adhoc.de

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