Neues Projekt: Rikschafahrten für Senioren in Bonn

Brigitte Fischer und Elisabeth Goebel lassen sich den Wind um die Nase wehen. Ganz so, wie es der Slogan des neuen Vereins „Radeln ohne Alter Bonn“ verinnerlicht hat. Jetzt stellten die jungen Initiatoren ihr neues Rikscha-Projekt in Bonn vor.

Zwei Rikschas stehen auf der Brüdergasse vor den geöffneten Türen von Migrapolis, des Hauses der Vielfalt . Neugierig bleiben Passanten stehen. „Was ist das hier?“, fragt eine junge Frau, die am liebsten in eines der Gefährte einsteigen würde. Nadine Dick erklärt ihr freundlich den Grund des Festes, das vor den Türen von Migrapolis stattfindet. Dick ist eine der jungen Vorstandsfrauen des im Februar gegründeten Vereins „Radeln ohne Alter Bonn“. „Wir sind davon überzeugt, das jeder in jedem Alter ein Recht auf Wind in seinem Haar hat“, sagt Dick und bedient sich damit des Slogans des noch jungen Vereins, der sich zum Ziel gesetzt hat, Senioren einen Ausflug mit der Rikscha anzubieten.

„In Dänemark gibt es das schon seit 2012“, erklärt Nadine Kuhl vom Vorstand. Sie und ihre Mitstreiter möchten Abwechslung in den Alltag von Senioreneinrichtungen und -Wohngruppen bringen. Im Margarete-Grundmann-Haus haben sie einen ersten Kooperationspartner gefunden. Weitere sollen folgen.

„Uns haben auch schon Angehörige angesprochen, ob es auch möglich ist, eine solche Fahrt zu buchen, wenn die Eltern oder Großeltern nicht im Heim leben“, erklärt Kuhl. Auch dies soll in Zukunft möglich sein. Der Verein steht ganz am Anfang. Alles ist noch möglich. Zwei Rikschas, die speziell für den Seniorentransport gedacht sind, hat der Verein bereits. Unterstützt wurden die zumeist studentischen Mitglieder von der Bonner Bürgerstiftung, der Bonner Altenhilfe sowie der Volksbank Bonn Rhein-Sieg und der Zurich Versicherung. Weitere Sponsoren sollen folgen, ebenso Piloten, wie Kuhl die Fahrer der Rikschas nennt. „Momentan haben wir etwa 20. Um das Projekt ausweiten zu können und das Ehrenamt auf viele Schultern verteilen zu können, sollen weitere folgen“, wirbt Kuhl für mehr Unterstützer, die auch bereit sind in die Pedale der Rikschas zu treten.

Angedacht ist es, über ein elektronisch gesteuertes Tool Piloten und fahrbereite Senioren terminlich zusammenzubringen. „Wir ersetzen aber keine Taxifahrten, unser Service dient der Zusammenkunft von Alt und Jung, dem Austausch und dem Freizeitbedürfnis der Senioren“, erklärt die junge Frau, die Wirtschaftspsychologie studiert.

Die Senioren sind begeistert. Elisabeth Goebel und Brigitte Fischer, die zur Einweihung des Projektes gekommen sind, machen eine Probefahrt. „Ich werde das ganz sicher auch regelmäßig nutzen“, sagt Goebel, die die Rikscha als wirklich bequem empfindet. „Das gute daran ist“, bestätigt auch Alfons Tump, „dass man vorne sitzt und den freien Blick auf die Umgebung genießen kann.“ Tump ist extra aus dem Sauerland gekommen. Seine Enkelin Rilana ist Mitglied des Vereins. „Ich bin mächtig stolz auf sie, dass sie sich für ältere Menschen einsetzt“, sagt Tump.

Quelle: General Anzeiger online, 12.09.2017

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