Krankenhaus­direktoren kritisieren Rechnungskürzungen durch Krankenkassen

Berlin – „Immer agressivere Rechnungskürzungen, mit denen die Krankenhäuser konfrontiert werden“, kritisiert der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD). In vielen Fällen gehe es den Kassenprüfern dabei nicht um Qualität oder angeblich falsche Berechnung von Leistungen, sondern darum, die Notwendigkeit von Behandlungen und stationären Aufenthalten der Patienten infrage zu stellen, um die Bezahlung der Leistungen ganz oder teilweise verweigern zu können.

„Dies sind Auswüchse des Wettbewerbs auf dem Rücken der Patienten, der Beschäf­tigten und der Krankenhäuser“, sagte VKD-Präsident Josef Düllings. Er kritisierte, die Krankenkassen präsentierten sich als Kapitalfonds, während die Kliniken unter immer größerer Mühe die Patientenversorgung aufrecht erhielten. „Unser Verband hat schon mehrfach diese sich stetig anhäufenden milliardenschweren Kontobestände kritisiert. Eine Krankenkasse ist keine Sparkasse“, sagte er. Der größte Teil der Mittel müsse, von den Versicherten erhoben, in die Patientenversorgung fließen. „Dass dies nicht geschieht, empört uns“, so Düllings.

Die Krankenkassen hatten in der ersten Hälfte 2017 einen Überschuss von 1,4 Milliarden Euro erwirtschaftet. Die Finanzreserven sind damit bis Mitte des Jahres auf rund 17,5 Milliarden Euro gestiegen. Somit wurde im ersten Halbjahr 2017 fast schon der Überschuss des Gesamtjahres 2016 von 1,62 Milliarden Euro erreicht.

Im Gesundheitsfonds, über den die Gelder an die einzelnen Kassen verteilt werden, befanden sich Ende 2016 rund 9,1 Milliarden Euro. Dies sei „Geld, das von den Versicherten kommt und ihnen in Form von Leistungen zusteht“, betonte der VKD.

Quelle: aerzteblatt online, 28.08.2017

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