Mehr Sicherheit durch kontaktlosen Hausnotruf

 Nicht nur Senioren schätzen den Hausnotruf. Johanniter und Malteser bieten neuerdings die kontaktlose Installation an, weil viele Kunden das in Corona-Zeiten wünschen.

Der chronisch kranke Mann war mit Corona infiziert und hatte starke Symptome. Er wurde behandelt und überstand die Infektion. Und er entschied, sich einen Hausnotruf einzurichten. Er orderte das entsprechende Gerät beim Johanniter Regionalverband Bonn/Rhein-Sieg/Euskirchen, und weil er gerade selbst erlebt hatte, wie gefährlich das Virus ist und direkte Kontakte zu anderen Menschen sein können, wollte er das Gerät lieber selber installieren.

Ein Johanniter-Mitarbeiter legte ihm das Gerät vor die Haustür und leitete den Mann am offenen Fenster mit Sichtkontakt durch die Einrichtung des Systems.

Erhöhtes Sicherheitsbedürfnis in Zeiten von Sars-CoV-2

„Das hat dann sehr gut geklappt“, sagt Heike Nolden, Abteilungsleiterin beim Johanniter Regionalverband, der in Corona-Zeiten eben dieses neue Angebot für den Hausnotruf hat: die kontaktlose Installation.

„Wir haben festgestellt, dass interessierte Menschen ihre Termine verschoben haben. Gleichzeitig aber gibt es ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis“, sagt Nolden. Auch, weil die Einrichtungen der Tagespflege geschlossen seien und dort derzeit keine Pflegebedürftigen betreut werden könnten.

Kollegen kommen in Schutzkleidung zur Installation

Es gebe viele Menschen, die den Schutz wollten. Rund ein Viertel der Interessierten hätte aber Sorgen geäußert wegen des zu erwartenden Besuchs von einem Mitarbeiter für die Installation des Hausnotrufs.

„Wenngleich die Kollegen ja in Schutzkleidung kommen“, so Nolden. Allerdings gebe es dennoch eine Reihe von Kunden, die direkte Kontakte nicht haben wollten.

Hilfssystem kostet etwa 23 Euro im Monat

Über den Hausnotruf holt sich der Teilnehmer in Notsituationen per Knopfdruck schnelle Hilfe. Das System ist 365 Tage rund um die Uhr einsatzbereit. Nach der Notrufauslösung per Funksender wird von der Basisstation des Teilnehmers per Telefon automatisch eine Verbindung zu der jeweiligen Zentrale hergestellt. Der Hilfesuchende kann dann mit einem geschulten Mitarbeiter des Notruf-Anbieters sprechen und mitteilen, was passiert ist. Dieser leitet dann die entsprechenden Hilfsmaßnahmen ein.

Neben den Johannitern, dem DRK und den Maltesern bieten auch der Arbeiter-Samariter-Bund, Caritas und Diakonie den Service an. Er wird von den Pflegekassen als Hilfsmittel anerkannt. Der Basispreis liegt im Schnitt bei 23 Euro pro Monat plus Anschlussgebühr, die je nach Anbieter bis zu 70 Euro beträgt. Es können Leistungen zugebucht werden wie SOS-Notfalldose oder wöchentlicher Anruf. Weitere Informationen haben die jeweiligen Anbieter im Internet zusammengestellt.

Vor allem Ältere haben Angst

Auch die Malteser Bonn/Rhein-Sieg haben diesen Service eingerichtet, weil sie festgestellt haben, dass sich viele, vor allem ältere Menschen, zurückziehen. „Allerdings ist die Nachfrage bei uns noch nicht sehr hoch“, sagt Ruth Horn-Busch, Leiterin Soziale Dienste bei den Maltesern.+

Quelle: https://www.general-anzeiger-bonn.de/region/sieg-und-rhein/johanniter-und-malteser-bieten-kontaktlosen-hausnotruf-an_aid-50497237 [14.05.2020].

Welche Hygienemaßnahmen wirklich wichtig sind – und welche nicht

Desinfektionsmittel für die Hände braucht nicht jeder. Ansonsten reicht regelmäßiges Händewaschen, sagt Professor Martin Exner. Der Direktor des Instituts für Hygiene und öffentliche Gesundheit am Uniklinikum Bonn und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene im Interview.

Händedesinfektionsmittel müssen nur dort zum Einsatz kommen, wo es begründet ist. Ansonsten reicht regelmäßiges Händewaschen, sagt Professor Martin Exner. Der Direktor des Instituts für Hygiene und öffentliche Gesundheit am Uniklinikum Bonn und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene gibt Ratschläge für die Hygiene in Zeiten des Coronavirus. Mit ihm sprach Dylan Cem Akalin.

Was ist die erste Regel der täglichen Hygienemaßnahmen?

Professor Martin Exner: Die erste Regel ist jetzt in Zeiten, da wir eine Coronavirus-Pandemie haben, dass man die klassischen persönlichen Regeln ernst nimmt: das Händewaschen, Abstandhalten zu Personen, die man nicht kennt – circa Armlänge, und dass man die Husten-Etikette berücksichtigt.

Gut, Händewaschen, in die Armbeuge husten und niesen, das ist klar. Aber worauf muss ich sonst noch achten? Darf ich mich im Bus noch an der Stange festhalten?

Exner: Die Hände sind im Grunde wie ein Handschuh. Darüber wird ja nichts aufgenommen, auch keine Krankheitserreger. Aber ich muss darauf achten, dass ich Verunreinigungen nicht in Mund und Augen bekomme. Daher ist die erste Regel: Wenn ich zu Hause bin, wasche ich mir gründlich die Hände.

Stimmt die Vorgabe, Hände 30 Sekunden gut mit Seife zu reinigen?

Exner: Das ist das, was wir bei der Reinigung der Hände mit einem Desinfektionsmittel empfehlen. Entscheidend beim Händewaschen ist die Gründlichkeit. Alle Teile der Hände sollten mit Seife benetzt sein und dann gründlich abgespült und abgetrocknet werden. Ich benutze gerne Papierhandtücher.

Und das Desinfizieren mit einem Mittel?

Exner: Es gibt Situationen, wo Ihnen nicht überall ein Waschbecken zur Verfügung steht. Wenn ich bei der Visite von einem Patienten zum nächsten gehe, da macht eine alkoholische Händedesinfizierung sehr viel Sinn. Auch da gibt es bestimmte Verfahren: Ich nehme ausreichend viel Desinfektionsmittel in die hohle Hand und verreibe es so, dass die Fingerzwischenräume und die Fingerkuppen auch gereinigt werden. Da halte ich die Zeit von 30 Sekunden ein. Unter 15 Sekunden ist keine Desinfektion sicherzustellen.

Aber im normalen Haushalt reicht das Händewaschen?

Exner: Durchaus, es sei denn, Sie haben es mit anfälligen Personen zu tun.

Was machen Sie, wenn Sie einkaufen gehen? Desinfizieren Sie den Griff vom Einkaufswagen im Supermarkt?

Exner: Nein, das tue ich nicht. Ich weiß, ich fasse auch mögliche kontaminierte Gegenstände an, und solange ich mir nicht in den Mund oder an die Augen fasse, ist das Risiko, sich zu infizieren, relativ gering – auch in Zeiten von Covid-19. Aber wenn ich zu Hause bin, wasche ich mir sofort die Hände.

Wie sieht es am Arbeitsplatz aus? Heutzutage wird häufig ein Arbeitsplatz im Büro von mehreren Personen benutzt. Ist es sinnvoll, die Tastatur und das Telefon vor Arbeitsbeginn zu desinfizieren?

Exner: Das kann man machen.

Und wie?

Exner: Es gibt Desinfektionstücher auf Alkoholbasis, die wir im medizinischen Bereich auch verwenden, mit denen man eine sehr gute desinfizierende Wirkung bekommt. Man sollte aber darauf achten, dass diese Tücher, die ja reißfest sind, nicht in der Toilette entsorgt wird. Denn im Gegensatz zu Toilettenpapier lösen sie sich nicht auf. Darauf ist streng zu achten. Ansonsten verstopft sie Abwasserleitung und führen zu erheblichen Komplikationen – bis hin zur Abwasserentsorgung in der Kanalisation.

Was empfehlen Sie Eltern mit kleinen Kindern? Denen können Sie zigmal sagen, sie sollen die Finger nicht in den Mund nehmen, aber das ist natürlich ganz schwierig.

Exner: Kinder krabbeln nun mal auf dem Boden. Dabei nehmen sie natürlich unterschiedliche Bakterien und Viren mit auf. Das trainiert durchaus auch das Immunsystem. Wenn man ihnen zwischendurch mal die Händchen wäscht, ist das in der Regel ausreichend.

Ist das richtig, dass Kinder nicht so stark von Covid-19 betroffen sind?

Exner: Kinder sind offensichtlich nicht primär in dem Maße betroffen. Und wenn sie erkranken, dann haben sie keine schweren Verlaufsformen. Covid-19 ist eine Erkrankung, die insbesondere Ältere und Vorgeschädigte, also Personen mit schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Asthmaleiden, mit Diabetes oder chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen besonders betrifft. Das ganze Ziel der Schutzmaßnahmen sollte daher vor allem auf den Schutz dieser Personengruppen gerichtet sein.

Was empfehlen Sie Menschen mit Tieren? Das Virus kann von Mensch zu Tier und umgekehrt nicht übertragen werden. Aber sollte ich meinem Hund nach dem Gassigehen die Pfoten desinfizieren?

Exner: Wir haben auch einen Golden Retriever. Das ist überhaupt nicht notwendig. Die Viren schwirren ja nicht in der freien Natur herum und befallen die Tiere beim Spazierengehen im Wald oder im Park.

Wie sieht es aus mit Paketen und überhaupt mit der Post? Oder der Zeitung, die morgens ausgeliefert wird? Kann ich die unbedenklich aus dem Briefkasten holen oder muss ich die zunächst desinfizieren?

Exner: Nein! Ich lese auch den General-Anzeiger und bekomme Post. Das Institut für Risikobewertung hat diese Frage sehr klar in diesem Sinne beantwortet. Das ist nicht der entscheidende Infektionsweg. Das Virus ist relativ anfällig. Das kann zwar einen längeren Zeitraum persistieren. Man geht bei dem Virus von Stunden bis Tagen des Überlebens aus. Nichtsdestotrotz kann man feststellen: Das stellt keinen relevanten Übertragungsweg dar. Aber auch hier gilt die Übung, sich regelmäßig die Hände zu waschen. Der entscheidende Infektionsweg ist der enge Kontakt mit Personen, die Ausscheider sind und von denen ich angehustet oder angeniest werde.

Das Smartphone ist ja wahrscheinlich auch ein potenzielles „Infektionsgebiet“. Was mache ich damit?

Exner: Da stellt sich die Frage: Nutze ich das Smartphone alleine oder mit anderen. Das Handy ist ein Gegenstand des persönlichen Alltags. Ich habe es bisher noch nicht desinfiziert. Aber wir wissen durchaus, dass da auch ein entsprechender Schmier drauf ist. Reinigen sollte man es insbesondere dann, wenn es wechselseitig von mehreren Personen genutzt wird. Aber das zählt zu den allgemeinen Hygienemaßnahmen, weniger wegen Covid-19. Übrigens wichtiger ist der Hinweis von Professor Christian Drosten, der ja früher auch hier in Bonn war, der sagt: Wenn ich in der Gaststätte bin, trinke ich mein Bier lieber aus der Flasche.

Sie nannten eben die Desinfektionstücher. Diese wie auch klassische alkoholische Händedesinfektionsmittel gibt es ja im Handel praktisch nicht mehr zu kaufen. Die WHO hat eine Anleitung zur eigenen Herstellung online gestellt. Was halten Sie davon? Was wäre eine Alternative?

Exner: In der Regel scheint es ja so zu sein, dass man auch mit Seife einen entsprechenden Effekt auch auf die Viren erzielen kann. Das geht aus virologischen Untersuchungen hervor. Wir befassen uns sehr intensiv mit der Frage der Desinfektion, und auch die Fachkollegen der Virologie sagen, dass man mit herkömmlichen Reinigungsmitteln agieren kann. Wenn Sie zum Beispiel die auf Chlor basierten Haushaltsreiniger für Oberflächen benutzen, die scheinen eine gute Wirkung zu haben.

Das ist zum also normalen Putzen ausreichend. Wann reicht das nicht?

Exner: Wenn zum Beispiel ein Familienmitglied bei einer Magen-Darm-Erkrankung erbricht, dann reicht eine herkömmliche Reinigung nicht. Dann muss man das Erbrochene mit der Benutzung von Einweghandschuhen entfernen und die Stellen desinfizieren. Aus diesem Grunde haben wir bei uns zu Hause für solche Situationen, nicht für den alltäglichen Bedarf, sowohl ein Händedesinfektionsmittel auf Alkoholbasis und Flächendesinfektionstücher in einer Box.

Sie sagen also, Händedesinfektionsmittel müssen im Alltag der meisten Menschen nicht sein? Es muss „begründet sein“?

Exner: Richtig, wir wollen, dass im medizinischen Bereich, also Krankenhäusern, Kranken- und Pflegeheimen, die Versorgung mit Hände- und Flächendesinfektionsmitteln gesichert ist. Im normalen Haushalt ist es nicht gerechtfertigt, sich dort mit übertriebenem Einsatz von Desinfektionsmitteln vor Covid-19 zu schützen. Das sieht anders aus, wenn ich pflegebedürftige Angehörige habe. Eine Desinfektion muss wirklich begründet sein. Dann kann ich ein alkoholisches oder ein Desinfektionsmittel auf der Basis von quaternäre Ammoniumverbindungen oder Aldehyden oder Peroxiden verwenden. Peroxide sind ohnehin sehr wirksame Verfahren. Alle zum Einsatz kommenden Desinfektionsmittel sollten vom Verbund für Angewandte Hygiene gelistet sein.

Die Apotheken gehen auch sehr zurückhaltend damit um, Isopropylalkohol oder Wasserstoffperoxid rauszugeben?

Exner: Wir haben eine Verknappung, und solange das so ist, muss man damit noch sorgsamer umgehen. Es ist jetzt ganz wichtig, dass wir uns alle mit Augenmaß gegenseitig unterstützen und insbesondere die Älteren und empfindlichen Personen entsprechend schützen. Dann kann man Licht am Ende des Tunnels sehen.

 

Quelle: https://www.general-anzeiger-bonn.de/news/politik/deutschland/welche-hygienemassnahmen-wirklich-wichtig-sind-und-welche-nicht_aid-49652929 [23.03.2020]

Pflege-Tipps bei Demenz: Teilnahmslosigkeit soll nicht sprachlos machen

Schöne Gerüche, Lieblingsmusik: Auch wenn Pflegebedürftige teilnahmslos sind, gibt es weiter Dinge, die ihnen guttun. Vor allem der Blick in die Vergangenheit kann dann sinnvoll sein.

Keine Reaktion, keine Regung mehr: Gerade bei einer fortgeschrittenen Demenz sind Betroffene oft teilnahmslos. Für pflegende Angehörige ist das eine große Belastung – unter anderem, weil sie nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen.

Ein wichtiger Tipp der Zeitschrift „Pflege und Familie“: Wer teilnahmslose Menschen pflegt, sollte selbst nicht verstummen. Konkret bedeutet das: Auch wenn die Eltern oder Großeltern nicht mehr antworten, sollte man weiter mit ihnen sprechen – ihren Namen sagen, vom eigenen Alltag erzählen oder in Erinnerungen schwelgen. Auch Körperkontakt ist teilnahmslosen Menschen weiter wichtig.

Zusätzlich können pflegende Angehörige versuchen, Geruchs- oder Geschmackssinn anzuregen: mit intensiv riechenden Körperlotionen oder Gewürzen im Essen zum Beispiel, vielleicht mit Aromaölen in einer Duftlampe. Und auch Musik empfinden Betroffene oft als angenehm – allerdings nicht als Dauerbeschallung, sondern eher mit gezielt ausgesuchten Lieblingsstücken, ein- bis zweimal am Tag.

Allerdings sollten sich pflegende Angehörige bei anhaltender Teilnahmslosigkeit auch an einen Arzt wenden. Der kann klären, ob vielleicht andere körperliche oder psychische Gründe dahinterstecken. Das gilt vor allem, wenn das Problem nicht mit einer Demenz einhergeht: Nach einem Schlaganfall zum Beispiel ist Teilnahmslosigkeit möglicherweise ein Anzeichen für eine Depression.

Quelle: https://www.general-anzeiger-bonn.de/ratgeber/familie/teilnahmslosigkeit-soll-nicht-sprachlos-machen_aid-49531409 [13.03.2020]

Wie Sie mit der Steuererklärung Geld sparen können

Wer auf die richtigen Dinge achtet, hat gute Chancen auf eine Erstattung vom Finanzamt. Wir geben ein paar Tipps, wie man mit der Steuererklärung am besten spart.

Mit relativ wenig Arbeit viel Geld einnehmen. Diese Möglichkeit haben jedes Jahr viele Millionen Steuerpflichtige, wenn sie ihre Steuererklärung machen. Wer auf die richtigen Punkte achtet, kann besonders viel herausholen. Laut Bund der Steuerzahler bekommen Steuerzahler im Schnitt 1007 Euro erstattet. Wichtig: Falls wider Erwarten das Finanzamt eine Steuernachzahlung ausrechnet, empfiehlt die Stiftung Warentest, die Erklärung zurückzuziehen und Einspruch einzulegen. Das mit dem Rückzug geht aber nur dann, wenn man nicht erklärungspflichtig ist.

● Ordnung:

Bis Ende Juli haben Steuerzahler Zeit, um die Erklärung für 2019 abzugeben, sofern sie die Arbeit ohne Steuerberater erledigen. Damit alle Ausgaben erfasst werden, sollten schon alle Belege sortiert werden. Eventuell fehlende Quittungen können nachbestellt werden. Auf die Abgabe der Belege kann verzichtet werden, aber sie müssen für Nachfragen aufgehoben werden. Die Finanzverwaltung empfiehlt jedoch, Belege beizufügen, wenn ein Vorgang völlig neu (beispielsweise ein zweiter Wohnsitz) ist und wenn es erhebliche Änderungen gab. Isabel Klocke, Abteilungsleiterin Steuerrecht beim Steuerzahlerbund, rät davon ab, Ausgaben zu melden, die sich nicht belegen lassen. „Ein Steuerzahler darf auf keinen Fall einfach Ausgaben eintragen, die es überhaupt nicht gab. Das kann als Straftat bewertet werden.“

● Arbeitsmittel:

Beschäftigte dürfen den Kauf von Computern und vergleichbaren Arbeitsmitteln mit maximal 952 Euro Anschaffungskosten im Jahr des Kaufs voll absetzen, anstatt die Ausgabe über mehrere Jahre abzuschreiben. Es ist auch möglich, Geräte als teilweise beruflich genutzt anzugeben, wie es beispielsweise bei Smartphones der Fall sein kann.

● Haushaltsnahe Aufwendungen:

Als neue Anlage werden diese Ausgaben bei einer Steuererklärung per Papier gemeinsam erfasst. Maximal können 20.000 Euro an haushaltsnahen Dienstleistungen und 6000 Euro für Handwerkerleistungen abgesetzt werden. Von anerkannten Beträgen gibt es jeweils ein Fünftel zurück, egal wie hoch der persönliche Steuersatz ist. Es können nur die Lohnkosten, Maschinen und Fahrtkosten abgesetzt werden. Alle Zahlungen müssen per Überweisung erfolgen; eine Zahlung mit Bargeld kann nicht geltend gemacht werden. Das Finanzamt akzeptiert auch Kosten für Arbeiten, die außerhalb der Wohnung durchgeführt wurden, aber noch im räumlichen Zusammenhang mit dem Haushalt stehen. Der Bund der Steuerzahler meint, man solle auch Kosten für den Winterdienst oder das Legen des Wasseranschlusses angeben.

Straßenausbau:

Betroffene Bürger sollten auch diese Ausgaben eintragen. Der Steuerzahlerbund führt eine Musterklage, damit diese Kosten als Handwerkerleistung anerkannt werden.

● Riester-Rente:

Ausgaben für die Riester-Rente sollten eingetragen werden. Das bringt bei Gutverdienern mehr als die reine Zulage.

Krankheitskosten:

Außergewöhnliche Belastungen durch Krankheit, Pflege oder Ausgaben für Rezeptgebühren, Spangen, Zahnersatz oder Hörgeräte werden in einer speziellen Anlage erfasst. Sie können steuerlich geltend gemacht werden, wenn sie die zumutbare Belastung des jeweiligen Steuerzahlers überschreiten. Bei Familien mit drei Kindern wird dieser Betrag bei einem Prozent des Einkommens erreicht, wenn sie maximal 51.130 Euro verdienen. Paare ohne Kinder können Krankheitskosten bei Einkünften zwischen 15.340 Euro bis zu 51.130 Euro absetzen, wenn diese höher als sechs Prozent des Einkommens liegen.

Der Steuerzahlerbund rät dazu, alle Krankheitskosten zu melden, weil beim Bundesfinanzhof geprüft wird, ob der Abzug der Eigenbelastung möglicherweise großzügiger behandelt wird. Tipp: Steuerzahler sollten versuchen, höhere Ausgaben in einem Jahr zu bündeln, damit der Freibetrag leichter und mit höheren Beträgen überschritten wird. Also besser neue Brille und Spange in einem Jahr kaufen als über zwei Jahre verteilt.

● Außergewöhnliche Belastungen:

Dazu gehören auch Kosten für das Beheben von Unwetterschäden sowie Aufwendungen für Beerdigungen, wenn das nicht aus dem Erbe bezahlt werden kann.

● Kapitalerträge:

Haushalte sollten die Freibeträge auf Kapitalerträge für ihre Geldanlagen beantragen. Ihnen stehen Zinsen und Kapitalgewinne steuerfrei bis zu einer Höhe von 801 Euro bei Singles und 1602 Euro bei Verheirateten zu. Falls der persönliche Steuersatz unter 25 Prozent liegt, ist es sinnvoll, Kapitalerträge auch oberhalb der Freibeträge in der Steuererklärung anzugeben, weil diese dann weniger hoch als bei der Pauschalregelung versteuert werden.

● Verkaufsstrategien:

Bürger, die viel Geld in Aktienfonds investiert haben, sollten diese möglicherweise eher verteilt über mehrere Jahre als auf einen Schlag verkaufen. So können sie die Freibeträge eventuell besser ausnutzen. Wer eine vermietete Wohnung abstoßen will, muss den Gewinn versteuern, sofern er das Objekt kürzer als zehn Jahre hielt. Gerade wegen der hohen Wertsteigerungen kann es also klug sein, ein Objekt gezielt länger als zehn Jahre zu halten. Wer Geld braucht, nimmt womöglich besser vorübergehend einen Kredit auf.

● Arbeitszimmer:

Bis zu 1250 Euro lassen sich mit korrekter Begründung geltend machen. Wer kein Arbeitszimmer genehmigt bekam, kann trotzdem Kosten für Büromöbel geltend machen.

Eigentümer selbst genutzter Immobilien können ab 2020 Ausgaben für eine bessere Heizung oder Wärmedämmung geltend machen. 20 Prozent der Ausgaben (mit Handwerkerrechnung) gibt es zurück. Das gilt aber erst für die Steuererklärung im kommenden Jahr.

Quelle: https://www.general-anzeiger-bonn.de/news/wirtschaft/ueberregional/wie-sie-mit-der-steuererklaerung-geld-sparen-koennen_aid-49435051 [13.03.2020]

Privatbüro Plus geht als Beispiel für flexible Arbeitszeitmodelle voran

„[Die] Flexibilisierung der Arbeitszeit und immer mehr auch des Arbeitsortes können helfen, die Belastungen der Mitarbeiter zur verringern. Wie beispielsweise bei Privatbüro Plus, das Verwaltungsarbeiten für Privatpersonen übernimmt und seit vielen Jahren familienfreundliche Arbeitszeitmodelle anbietet. „Ich habe selbst vier Kinder in vier Jahren bekommen und kenne den Drahtseilakt zwischen Beruf und Familie“, erklärt Petra Mellinghoff, die Privatbüro Plus 2003 gegründet hat. So ist es für sie beispielsweise selbstverständlich, dass Mitarbeiter sich frei nehmen können, wenn ein Elterngespräch im Kindergarten ansteht. „Wenn ich den Mitarbeitern die Freiheit gebe, ihre privaten Angelegenheiten zu regeln, dann sind sie für mich da und arbeiten auch mal am Sonntag und gehen mit auf Abendveranstaltungen“, so die Unternehmerin. Mitglied im Netzwerk [Familienbewusste Unternehmen Bonn/Rhein-Sieg] ist sie seit 2014. „Ich bin beigetreten, weil es mir als Unternehmerin und Mutter wichtig ist, mich für dieses Thema zu engagieren“, erklärt sie. […]“

Aus: Ziegner, General-Anzeiger Bonn, 12.11.2019, Flexible Arbeitszeitmodelle

Blutdrucksenker, Wirkung bei abendlicher Einnahme oft günstiger

 Viele Menschen mit Bluthochdruck nehmen ihre Medikamente morgens ein. Günstiger kann es einer aktuellen Analyse zufolge oft sein, sie abends vor dem Schlafengehen zu schlucken.

Die erzielten Blutdruckwerte seien dann im Mittel besser, berichten die Forscher im „European Heart Journal“. In der Folge sank die Gefahr einer ernsthaften Folgeerkrankung demnach deutlich. Zu empfehlen sei, den idealen Zeitpunkt über eine Langzeit-Blutdruckmessung bestimmen zu lassen.

Täglich Medikamente

Menschen mit zu hohem Blutdruck müssen meist täglich Medikamente nehmen. Diese halten die Werte über den Tag hinweg und auch nachts niedriger. Ein spanisches Forscherteam um Ramón Hermida von der Universität Vigo untersuchte nun im Rahmen des Forschungsprojektes „Hygia“ an über vierzig medizinischen Zentren in Spanien, wann Blutdrucksenker am besten eingenommen werden sollten. Andere Einflussfaktoren wie Alter, Diabetes, Nierenerkrankungen, Rauchen und Cholesterinwerte wurden herausgerechnet.

Von den über 19.000 Studienteilnehmern mit Bluthochdruck nahmen die Hälfte die Medikamente abends, die übrigen nach dem Aufwachen. Im Mittel gut sechs Jahre lang überprüften Ärzte mindestens einmal im Jahr den Blutdruck der Probanden – mit Blutdruckmessgeräten, welche die Patienten über 48 Stunden am Körper behielten. Dabei zeigte sich, dass die Gruppe, die ihre Medikamente abends einnahm, bessere Werte erzielte. Der durchschnittliche Blutdruck tagsüber und nachts war in dieser Gruppe niedriger und die Werte fielen während des Schlafs stärker ab.

Die Forscher stellten zudem fest, dass die abendliche Medikamenteneinnahme im Mittel das Risiko ernsthafter Folgeerkrankungen minderte. Zu diesen zählen Todesfälle aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Herzinfarkte, Schlaganfälle und Eingriffe aufgrund von verstopften Blutgefäßen. 1752 Patienten der Studie erlitten ein solch schweres kardiovaskuläres Ereignis. Das Risiko, daran zu sterben, lag in der Gruppe, die ihre Medikamente abends nahm, fast um die Hälfte niedriger.

Morgens und nachmittags besonders hohe Werte

Der Blutdruck unterliegt im Tagesverlauf regelmäßigen Schwankungen, dem sogenannten circadianen Rhythmus. Morgens und nachmittags werden meist besonders hohe Werte gemessen, im Schlaf sinkt der Blutdruck normalerweise unter 120 mmHg. Erstautor Ramón Hermida sieht darin einen Grund für falsche Einnahmezeiten: „Dass Ärzte oft zur morgendlichen Einnahme raten, fußt auf dem fehlgeleiteten Ziel, den morgendlichen Blutdruck abzusenken.“

Frühere Studien hätten aber bereits gezeigt, das ernste Erkrankungen wie Schlaganfall oder Herzinfarkt vor allem mit erhöhten nächtlichen Werten in Zusammenhang stehen. Dies sehen die Autoren der Studie nun bestätigt. „Folglich sollten Rund-um-die-Uhr-Blutdruckmessungen empfohlen werden, um die wirkliche arterielle Hypertonie zu diagnostizieren und um das Risiko einer solchen Erkrankung einzuschätzen“, so Hermida.

Die Forscher weisen einschränkend darauf hin, dass die Studie mit Menschen durchgeführt wurde, die einen geregelten Tag-Wach-Rhythmus einhalten. Die Ergebnisse könnten daher noch keine Aussage darüber treffen, wie Menschen behandelt werden sollten, die zum Beispiel im Schichtdienst arbeiten. Generell sei es wichtig, die Situation für den jeweiligen Patienten individuell zu klären. (dpa)

Quelle: https://www.general-anzeiger-bonn.de/ratgeber/fit-und-gesund/wirkung-bei-abendlicher-einnahme-oft-guenstiger_aid-46690161, 25.10.2019

Weiterführende Links: Die Studie aus der Universität Vigo

Privatbüro Plus gewinnt Ideenbörse

Am 23.10.2019 stellte sich Privatbüro Plus in verschiedenen Einzelgesprächen mit fachkundigem Publikum über innovative Unternehmensideen und Produkte der Meinung einer Fachjury in den Punkten innovativer Ansatz, Nutzen und Vermarktbarkeit. Im Ergebnis konnte Privatbüro Plus, vor Ort vertreten durch Petra Mellinghoff, Günter Fiebig, Sandra Janke und Nick Hawkins die meisten Punkte in der Gesamtertung sammeln und gewann so die 1. Ideenbörse des Gewerbevereins Alfter in Kooperation mit der IHK Bonn/Rhein-Sieg als ausgewähltes Unternehmen.

Familienstiftungen bringen Vorteile

Sie zahlen keine Gewerbesteuer auf Immoblien- oder Kapitalvermögen. Außerdem bieten Stiftungen mehr Sicherheit für die Zukunft.

Immobilien sind so etwas wie die Lieblings-Anlageobjekte der DEutschen. Sie stehen für Substanz und Solidität, hängen in ihrer Wertentwicklung kum von den manchmal nicht nachvollziehbaren Bewegungen an den internationalen Kapitalmärkten ab und werfen in der Regel stabile Ausschüttungen durch Vermietung oder Verpachtung ab.
Doch gerade dann, wenn über die Jahre hinweg in größeres Portfolio aufgebaut werden soll, kann es sich anbieten, eine spezielle Struktur für die Immoblien-Vermögensverwaltung zu errichten und die Objekte – inklusive aller Risiken – nicht einfach im Privatvermögen zu halten. Darauf weist der Meerbuscher Rechtsanwalt und Steuerberater Thorsten Klinkner hin (UnternehmerKompositionen).

Er ist mit seinem Team auf die Errichtung von Familienstiftungen spezialisiert. „Die Familienstiftung kann einen sicheren Hafen für den strukturierten Ausbau eines Investement-Portfolios bieten und die Vermögenswerte sinnvoll aus dem Privatbesitz herausführen. Die Nutzung der Immobilien im Privatvermögen ist immer mit gewissen Risiken verbunden. Diese gilt es für eine zukunftsorientierte Struktur des Immobilien-Portfolios aufzulösen.“

In der mittelfristigen wirtschaftlichen Betrachtung ist die steuerliche Behandlung der Erträge aus Vermietung und Verpachtung im Privatvermögen eher ungünstig und schlägt im Spitzensteuersatz mit 45 Prozent zu Buche. Ebenso sind nach der Erfahrung von Thorsten Klinkner Renditeimmobilien aufgrund hoher Verkehrswerte bei vergleichsweise geringer Liquidität einer potenziell sehr hohen Erbschaftssteuerbelastung im plötzlichen Erbfall ausgesetzt. Beutet: „Wird das gesamte Immobilienvermögen auf einen Schlag vererebt, kann das zu einer Schädigung der Substanz führen, weil die Erben ja irgendwie die Erbschaftssteuer in kurzer Zeit aufbringen müssen“, warnt Thorsten Klinkner. Aber auch die Übertragung an möglicherweise größer werdende Erbengenerationen sei strategisch riskant. Denn je mehr Erben existieren, desto größer sei die Gefahr einer Zersplitterung des Besitzes. Dieser Gefahr könnten Investoren durch die Einrichtung einer Familienstiftung begegnen. Zumal die Familienstiftung verhindert, dass Immobilienvermögen in einer wirtschaftlichen Krise gepfändet werden kann – es ist dem dem privaten Bereich entzogen. Die Familienstiftung steht nicht für Verbindlichkeiten des Stifters ein.

Ist das nicht nur etwas für Hochvermögende? Nein, sagt Thorsten Klinkner, die Errichtung sei für alle Investoren interessant, die eine Substanz auch langfristig erhalten und? [sic!] Auch zahlt die Stiftung keine Gewerbesteuer auf die Verwaltung von Immobilien- und/oder Kapitalvermögen, selbst dann, wenn sie weitergehend gewerblich tätig wird. Ebenso fällt für die Stiftung keine Gerwerbesteuer an, sie unterliegt der vereinfachten Gewinnermittlung und kann Immobilien nach zehn Jahren steuerfrei verkaufen. Spielregeln für die Ertragserzielung und Ertragsverwendung schaffen wollen [sic!]. Das hänge mit der besonderen Struktur der Familienstiftung zusammen. „Die Familienstiftung tritt an die Stelle des bisherigen Eigentümers und übernimmt die Immobilien. […] Die Famlienstiftung verhindert, dass es zu Streitigkeiten in der Erbengeneration oder Auseinandersetzungen über Beteiligungsrecht gibt. Die Gründung der Stiftung ist immer auch als Chance zu sehen, grundlegende Fragen zu klären und die Zugehörigkeit der Familie zum Vermögen zu stärken.“ Die Familienstiftung kann so gestaltet werden, dass sie nach einem durch den Stifter festgelegten System sämtliche Gewinne an die Familienmitglieder ausschüttet. Das unterscheidet die Familienstiftung von der gemeinnützigen Stiftung.

Auch zahlreiche andere Varianten sind möglich, zum Beipsile die Unterstützung bestimmter Themen wie Ausbildung, Existenzgründung, Gesundheits- und Altersvorsorge, betont Klinkner. Er hat mit seinem Team rund 70 Familienstiftungen errichtet, darunter zahlreiche für Immobilieninvestoren. Stiftungen versteuern ihre Mieterträge mit dem Körperschaftssteuersatz von 15 Prozent (zuzüglich Solidäritätszuschlag) anstelle des individuellen Spitzensteuersatzes, der in der Spitze 45 Prozent beträgt.

„Die Familienstiftung ist eine vielfach vernachlässigte Option für Immobilienivestoren, die eine Brandmauer um ihr Vermögen ziehen wollen, um es in die Zukunft zu führen und abzusichern“, sagt Thorsten Klinker. Er betont auch, dass die Familienstiftung ein operatives Management für die Immobilien-Vermögensverwaltung einsetzen könne: „Durch die Familienstiftung können Investoren die oftmals ‚tradierte‘ Dopplung aus Gesellschafter- und Managementebene zu durchbrechen. Das wiederum kann zu einem neuen Schub für das Vermögen sorgen.“

Quelle: General-Anzeiger Bonn, 31. August/01. September, S.51, Patrick Peters.

Anrufe falscher Polizisten häufen sich in Bonn

BAD GODESBERG. Seit Montagabend werden der Bonner Polizei zahlreich Anrufe falscher Polizisten gemeldet. Zunächst agierten die Betrüger im Raum Bad Godesberg. Inzwischen gibt es auch Fälle in der Bonner Südstadt.

Nachdem der Bonner Polizei bereits seit Montag mehrere Anrufe falscher Polizisten in Bad Godesberg gemeldet wurden, agierten die Betrüger am Dienstag mit ihrer Masche auch verstärkt in Ippendorf und Röttgen. Am Mittwoch habe sich der Aktionsradius der Betrüger auch auf die Bonner Südstadt ausgweitet. 20 Anrufe seien der Polizei aktuell gemeldet worden, sagte Polizeisprecher Robert Scholten am Donnerstagmorgen. Es sei zu erwarten, dass die Dunkelziffer weitaus höher ist.

In Bad Godesberg waren laut Polizei bislang vor allem die Ortsteile Schweinheim, Rüngsdorf, Plittersdorf und Heiderhof betroffen. In Bonn seien Fälle in Dottendorf und Kessenich bekannt. Keiner der betrügerischen Anrufe habe bislang zu einem Erfolg geführt, so Scholten.

Es handelt sich um die Betrugsmasche, bei der Anrufer vorgeben, Polizisten zu sein. Aus angeblichen Sicherheitsgründen bieten die Betrüger dann an, Geld und Wertsachen abzuholen, um diese sicher aufzubewahren. Zum Schutz vor Betrügern sollten Angerufene nicht ihren Namen nennen, sondern auflegen und den Notruf 110 anrufen. Unbekannten Personen sollten zudem niemals Auskünfte über Vermögensverhältnisse oder andere sensible Daten gegeben werden.

Laut Polizei gibt es in Bonn zwar viele solcher Fälle, die Erfolgsquote der Betrugsmasche sei aber vergleichsweise gering. Wie die Polizei mitteilte, hätten sich die Angerufenen in Bad Godesberg nicht täuschen lassen, sondern die Telfonate frühzeitig beendet und die Polizei informiert.

Quelle: General-Anzeiger Bonn: http://www.general-anzeiger-bonn.de/bonn/stadt-bonn/Anrufe-falscher-Polizisten-h%C3%A4ufen-sich-in-Bonn-article4181786.html (12.09.2019)

Beschwerden in der Prothese schnell abklären lassen

24.07.2019 STUTTGART. Schmerzen im künstlichen Gelenk sollten Patienten ernst nehmen. Egal ob sie direkt nach der Operation auftreten oder erst Jahre später. In jedem Fall sind die Symptome ein Grund, zum Arzt zu gehen.

Wer anhaltende Schmerzen am künstlichen Knie- oder Hüftgelenk hat, sollte umgehend zum Arzt gehen und das abklären lassen. Das gilt ebenso für Rötungen und Schwellungen des Gelenks.

Denn dahinter kann eine Infektion stecken. Und diese sollte so schnell wie möglich behandelt werden. Denn eine realistische Chance, um sie mit Antibiotika in den Griff zu bekommen, bestehe lediglich in den ersten drei Wochen nach Beginn der Symptome, erklärt Prof. Rudolf Ascherl, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Endoprothetik. Im schlimmsten Fall drohen langwierige Behandlungen mit Operationen.

Infektionen könnten durchaus Jahrzehnte nach der Implantation auftreten. Die möglichen Ursachen sind vielfältig: Selbst durch eine kleinere Verletzung beim Heimwerken gelangen mitunter Bakterien ins Blut und darüber zum Implantat, das sich als unbelebter Fremdkörper nicht selbst vor der Besiedlung durch diese Erreger schützen könne. Deshalb blieben Bakterien dort bevorzugt haften und könnten sich ungestört vermehren, erläutert Ascherl. Bereits verhältnismäßig wenige Keime lösen eventuell eine ernsthafte Infektion aus.

Träger eines künstlichen Gelenks sollten aus diesem Grund auch kleinere Wunden immer gut desinfizieren und beobachten, wie diese verheilen. Ascherl empfiehlt ihnen generell, ihren Körper ihr Leben lang von Kopf bis Fuß besonders aufmerksam zu pflegen. (dpa)

Quelle: General-Anzeiger Bonn: http://www.general-anzeiger-bonn.de/besser-leben/gesund/Beschwerden-in-der-Prothese-schnell-abkl%C3%A4ren-lassen-article4152656.html (29.7.2019)