Blutdrucksenker, Wirkung bei abendlicher Einnahme oft günstiger

 Viele Menschen mit Bluthochdruck nehmen ihre Medikamente morgens ein. Günstiger kann es einer aktuellen Analyse zufolge oft sein, sie abends vor dem Schlafengehen zu schlucken.

Die erzielten Blutdruckwerte seien dann im Mittel besser, berichten die Forscher im „European Heart Journal“. In der Folge sank die Gefahr einer ernsthaften Folgeerkrankung demnach deutlich. Zu empfehlen sei, den idealen Zeitpunkt über eine Langzeit-Blutdruckmessung bestimmen zu lassen.

Täglich Medikamente

Menschen mit zu hohem Blutdruck müssen meist täglich Medikamente nehmen. Diese halten die Werte über den Tag hinweg und auch nachts niedriger. Ein spanisches Forscherteam um Ramón Hermida von der Universität Vigo untersuchte nun im Rahmen des Forschungsprojektes „Hygia“ an über vierzig medizinischen Zentren in Spanien, wann Blutdrucksenker am besten eingenommen werden sollten. Andere Einflussfaktoren wie Alter, Diabetes, Nierenerkrankungen, Rauchen und Cholesterinwerte wurden herausgerechnet.

Von den über 19.000 Studienteilnehmern mit Bluthochdruck nahmen die Hälfte die Medikamente abends, die übrigen nach dem Aufwachen. Im Mittel gut sechs Jahre lang überprüften Ärzte mindestens einmal im Jahr den Blutdruck der Probanden – mit Blutdruckmessgeräten, welche die Patienten über 48 Stunden am Körper behielten. Dabei zeigte sich, dass die Gruppe, die ihre Medikamente abends einnahm, bessere Werte erzielte. Der durchschnittliche Blutdruck tagsüber und nachts war in dieser Gruppe niedriger und die Werte fielen während des Schlafs stärker ab.

Die Forscher stellten zudem fest, dass die abendliche Medikamenteneinnahme im Mittel das Risiko ernsthafter Folgeerkrankungen minderte. Zu diesen zählen Todesfälle aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Herzinfarkte, Schlaganfälle und Eingriffe aufgrund von verstopften Blutgefäßen. 1752 Patienten der Studie erlitten ein solch schweres kardiovaskuläres Ereignis. Das Risiko, daran zu sterben, lag in der Gruppe, die ihre Medikamente abends nahm, fast um die Hälfte niedriger.

Morgens und nachmittags besonders hohe Werte

Der Blutdruck unterliegt im Tagesverlauf regelmäßigen Schwankungen, dem sogenannten circadianen Rhythmus. Morgens und nachmittags werden meist besonders hohe Werte gemessen, im Schlaf sinkt der Blutdruck normalerweise unter 120 mmHg. Erstautor Ramón Hermida sieht darin einen Grund für falsche Einnahmezeiten: „Dass Ärzte oft zur morgendlichen Einnahme raten, fußt auf dem fehlgeleiteten Ziel, den morgendlichen Blutdruck abzusenken.“

Frühere Studien hätten aber bereits gezeigt, das ernste Erkrankungen wie Schlaganfall oder Herzinfarkt vor allem mit erhöhten nächtlichen Werten in Zusammenhang stehen. Dies sehen die Autoren der Studie nun bestätigt. „Folglich sollten Rund-um-die-Uhr-Blutdruckmessungen empfohlen werden, um die wirkliche arterielle Hypertonie zu diagnostizieren und um das Risiko einer solchen Erkrankung einzuschätzen“, so Hermida.

Die Forscher weisen einschränkend darauf hin, dass die Studie mit Menschen durchgeführt wurde, die einen geregelten Tag-Wach-Rhythmus einhalten. Die Ergebnisse könnten daher noch keine Aussage darüber treffen, wie Menschen behandelt werden sollten, die zum Beispiel im Schichtdienst arbeiten. Generell sei es wichtig, die Situation für den jeweiligen Patienten individuell zu klären. (dpa)

Quelle: https://www.general-anzeiger-bonn.de/ratgeber/fit-und-gesund/wirkung-bei-abendlicher-einnahme-oft-guenstiger_aid-46690161, 25.10.2019

Weiterführende Links: Die Studie aus der Universität Vigo

Privatbüro Plus gewinnt Ideenbörse

Am 23.10.2019 stellte sich Privatbüro Plus in verschiedenen Einzelgesprächen mit fachkundigem Publikum über innovative Unternehmensideen und Produkte der Meinung einer Fachjury in den Punkten innovativer Ansatz, Nutzen und Vermarktbarkeit. Im Ergebnis konnte Privatbüro Plus, vor Ort vertreten durch Petra Mellinghoff, Günter Fiebig, Sandra Janke und Nick Hawkins die meisten Punkte in der Gesamtertung sammeln und gewann so die 1. Ideenbörse des Gewerbevereins Alfter in Kooperation mit der IHK Bonn/Rhein-Sieg als ausgewähltes Unternehmen.

Familienstiftungen bringen Vorteile

Sie zahlen keine Gewerbesteuer auf Immoblien- oder Kapitalvermögen. Außerdem bieten Stiftungen mehr Sicherheit für die Zukunft.

Immobilien sind so etwas wie die Lieblings-Anlageobjekte der DEutschen. Sie stehen für Substanz und Solidität, hängen in ihrer Wertentwicklung kum von den manchmal nicht nachvollziehbaren Bewegungen an den internationalen Kapitalmärkten ab und werfen in der Regel stabile Ausschüttungen durch Vermietung oder Verpachtung ab.
Doch gerade dann, wenn über die Jahre hinweg in größeres Portfolio aufgebaut werden soll, kann es sich anbieten, eine spezielle Struktur für die Immoblien-Vermögensverwaltung zu errichten und die Objekte – inklusive aller Risiken – nicht einfach im Privatvermögen zu halten. Darauf weist der Meerbuscher Rechtsanwalt und Steuerberater Thorsten Klinkner hin (UnternehmerKompositionen).

Er ist mit seinem Team auf die Errichtung von Familienstiftungen spezialisiert. „Die Familienstiftung kann einen sicheren Hafen für den strukturierten Ausbau eines Investement-Portfolios bieten und die Vermögenswerte sinnvoll aus dem Privatbesitz herausführen. Die Nutzung der Immobilien im Privatvermögen ist immer mit gewissen Risiken verbunden. Diese gilt es für eine zukunftsorientierte Struktur des Immobilien-Portfolios aufzulösen.“

In der mittelfristigen wirtschaftlichen Betrachtung ist die steuerliche Behandlung der Erträge aus Vermietung und Verpachtung im Privatvermögen eher ungünstig und schlägt im Spitzensteuersatz mit 45 Prozent zu Buche. Ebenso sind nach der Erfahrung von Thorsten Klinkner Renditeimmobilien aufgrund hoher Verkehrswerte bei vergleichsweise geringer Liquidität einer potenziell sehr hohen Erbschaftssteuerbelastung im plötzlichen Erbfall ausgesetzt. Beutet: „Wird das gesamte Immobilienvermögen auf einen Schlag vererebt, kann das zu einer Schädigung der Substanz führen, weil die Erben ja irgendwie die Erbschaftssteuer in kurzer Zeit aufbringen müssen“, warnt Thorsten Klinkner. Aber auch die Übertragung an möglicherweise größer werdende Erbengenerationen sei strategisch riskant. Denn je mehr Erben existieren, desto größer sei die Gefahr einer Zersplitterung des Besitzes. Dieser Gefahr könnten Investoren durch die Einrichtung einer Familienstiftung begegnen. Zumal die Familienstiftung verhindert, dass Immobilienvermögen in einer wirtschaftlichen Krise gepfändet werden kann – es ist dem dem privaten Bereich entzogen. Die Familienstiftung steht nicht für Verbindlichkeiten des Stifters ein.

Ist das nicht nur etwas für Hochvermögende? Nein, sagt Thorsten Klinkner, die Errichtung sei für alle Investoren interessant, die eine Substanz auch langfristig erhalten und? [sic!] Auch zahlt die Stiftung keine Gewerbesteuer auf die Verwaltung von Immobilien- und/oder Kapitalvermögen, selbst dann, wenn sie weitergehend gewerblich tätig wird. Ebenso fällt für die Stiftung keine Gerwerbesteuer an, sie unterliegt der vereinfachten Gewinnermittlung und kann Immobilien nach zehn Jahren steuerfrei verkaufen. Spielregeln für die Ertragserzielung und Ertragsverwendung schaffen wollen [sic!]. Das hänge mit der besonderen Struktur der Familienstiftung zusammen. „Die Familienstiftung tritt an die Stelle des bisherigen Eigentümers und übernimmt die Immobilien. […] Die Famlienstiftung verhindert, dass es zu Streitigkeiten in der Erbengeneration oder Auseinandersetzungen über Beteiligungsrecht gibt. Die Gründung der Stiftung ist immer auch als Chance zu sehen, grundlegende Fragen zu klären und die Zugehörigkeit der Familie zum Vermögen zu stärken.“ Die Familienstiftung kann so gestaltet werden, dass sie nach einem durch den Stifter festgelegten System sämtliche Gewinne an die Familienmitglieder ausschüttet. Das unterscheidet die Familienstiftung von der gemeinnützigen Stiftung.

Auch zahlreiche andere Varianten sind möglich, zum Beipsile die Unterstützung bestimmter Themen wie Ausbildung, Existenzgründung, Gesundheits- und Altersvorsorge, betont Klinkner. Er hat mit seinem Team rund 70 Familienstiftungen errichtet, darunter zahlreiche für Immobilieninvestoren. Stiftungen versteuern ihre Mieterträge mit dem Körperschaftssteuersatz von 15 Prozent (zuzüglich Solidäritätszuschlag) anstelle des individuellen Spitzensteuersatzes, der in der Spitze 45 Prozent beträgt.

„Die Familienstiftung ist eine vielfach vernachlässigte Option für Immobilienivestoren, die eine Brandmauer um ihr Vermögen ziehen wollen, um es in die Zukunft zu führen und abzusichern“, sagt Thorsten Klinker. Er betont auch, dass die Familienstiftung ein operatives Management für die Immobilien-Vermögensverwaltung einsetzen könne: „Durch die Familienstiftung können Investoren die oftmals ‚tradierte‘ Dopplung aus Gesellschafter- und Managementebene zu durchbrechen. Das wiederum kann zu einem neuen Schub für das Vermögen sorgen.“

Quelle: General-Anzeiger Bonn, 31. August/01. September, S.51, Patrick Peters.

Anrufe falscher Polizisten häufen sich in Bonn

BAD GODESBERG. Seit Montagabend werden der Bonner Polizei zahlreich Anrufe falscher Polizisten gemeldet. Zunächst agierten die Betrüger im Raum Bad Godesberg. Inzwischen gibt es auch Fälle in der Bonner Südstadt.

Nachdem der Bonner Polizei bereits seit Montag mehrere Anrufe falscher Polizisten in Bad Godesberg gemeldet wurden, agierten die Betrüger am Dienstag mit ihrer Masche auch verstärkt in Ippendorf und Röttgen. Am Mittwoch habe sich der Aktionsradius der Betrüger auch auf die Bonner Südstadt ausgweitet. 20 Anrufe seien der Polizei aktuell gemeldet worden, sagte Polizeisprecher Robert Scholten am Donnerstagmorgen. Es sei zu erwarten, dass die Dunkelziffer weitaus höher ist.

In Bad Godesberg waren laut Polizei bislang vor allem die Ortsteile Schweinheim, Rüngsdorf, Plittersdorf und Heiderhof betroffen. In Bonn seien Fälle in Dottendorf und Kessenich bekannt. Keiner der betrügerischen Anrufe habe bislang zu einem Erfolg geführt, so Scholten.

Es handelt sich um die Betrugsmasche, bei der Anrufer vorgeben, Polizisten zu sein. Aus angeblichen Sicherheitsgründen bieten die Betrüger dann an, Geld und Wertsachen abzuholen, um diese sicher aufzubewahren. Zum Schutz vor Betrügern sollten Angerufene nicht ihren Namen nennen, sondern auflegen und den Notruf 110 anrufen. Unbekannten Personen sollten zudem niemals Auskünfte über Vermögensverhältnisse oder andere sensible Daten gegeben werden.

Laut Polizei gibt es in Bonn zwar viele solcher Fälle, die Erfolgsquote der Betrugsmasche sei aber vergleichsweise gering. Wie die Polizei mitteilte, hätten sich die Angerufenen in Bad Godesberg nicht täuschen lassen, sondern die Telfonate frühzeitig beendet und die Polizei informiert.

Quelle: General-Anzeiger Bonn: http://www.general-anzeiger-bonn.de/bonn/stadt-bonn/Anrufe-falscher-Polizisten-h%C3%A4ufen-sich-in-Bonn-article4181786.html (12.09.2019)

Beschwerden in der Prothese schnell abklären lassen

24.07.2019 STUTTGART. Schmerzen im künstlichen Gelenk sollten Patienten ernst nehmen. Egal ob sie direkt nach der Operation auftreten oder erst Jahre später. In jedem Fall sind die Symptome ein Grund, zum Arzt zu gehen.

Wer anhaltende Schmerzen am künstlichen Knie- oder Hüftgelenk hat, sollte umgehend zum Arzt gehen und das abklären lassen. Das gilt ebenso für Rötungen und Schwellungen des Gelenks.

Denn dahinter kann eine Infektion stecken. Und diese sollte so schnell wie möglich behandelt werden. Denn eine realistische Chance, um sie mit Antibiotika in den Griff zu bekommen, bestehe lediglich in den ersten drei Wochen nach Beginn der Symptome, erklärt Prof. Rudolf Ascherl, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Endoprothetik. Im schlimmsten Fall drohen langwierige Behandlungen mit Operationen.

Infektionen könnten durchaus Jahrzehnte nach der Implantation auftreten. Die möglichen Ursachen sind vielfältig: Selbst durch eine kleinere Verletzung beim Heimwerken gelangen mitunter Bakterien ins Blut und darüber zum Implantat, das sich als unbelebter Fremdkörper nicht selbst vor der Besiedlung durch diese Erreger schützen könne. Deshalb blieben Bakterien dort bevorzugt haften und könnten sich ungestört vermehren, erläutert Ascherl. Bereits verhältnismäßig wenige Keime lösen eventuell eine ernsthafte Infektion aus.

Träger eines künstlichen Gelenks sollten aus diesem Grund auch kleinere Wunden immer gut desinfizieren und beobachten, wie diese verheilen. Ascherl empfiehlt ihnen generell, ihren Körper ihr Leben lang von Kopf bis Fuß besonders aufmerksam zu pflegen. (dpa)

Quelle: General-Anzeiger Bonn: http://www.general-anzeiger-bonn.de/besser-leben/gesund/Beschwerden-in-der-Prothese-schnell-abkl%C3%A4ren-lassen-article4152656.html (29.7.2019)

 

Nur ein Drittel der Senioren fühlt sich im Internet sicher

Studie der Bertelsmann Stiftung: Ältere Generation hat großen Bedarf an Unterstützung.

Gütersloh: Nur jeder Dritte der über 70-Jährigen (36 Prozent) fühlt sich laut einer aktuellen Studie im Umgang mit dem Internet sicher. Von den 60- bis 69-Jährigen sind es 41 Prozent, wie die Bertelsmann Stiftung bei der Vorstellung der Studie am Mittwoch erklärte. Die ältere Generation habe großen Bedarf an Unterstützung, mahnte die Stiftung. Bei den 14- bis 19-Jährigen gaben fast 80 Prozent an, sich im Internet sicher zu fühlen. Insgesamt sehen sich 63 Prozent der Befragten gut gewappnet für das Internet.

Bei der Selbsteinschätzung der eignen Kenntnisse im Bereich digitaler Technologien, Anwendungen und Gefahren kennt sich der Studie zufolge ebenfalls lediglich rund jeder Dritte der über 70-Jährigen gut aus (36 Prozent). Bei den 14- bis 29-Jährigen sind es 89 Prozent, bei den 60- bis 69-Jährigen 50 Prozent. Insgesamt erklärten 64 Prozent, sich im digitalen Bereich zu auszukennen.

Quelle: General-Anzeiger Bonn, 28.7.2019

Vorsorge für das Risiko Demenz

Erkrankte haben oft langjährigen Hilfe- und Betreuungsbedarf. Zur Finanzierung gibt es verschiedene Optionen.

Demenz ist eine Bürde für Betroffene und auch ein Kostenrisiko. Erkrankte haben oft langjährigen Hilfe- und Betreuungsbedarf. Aus vielen Leistungsbausteinen lässt sich eine Pflege finanzieren. „Es gibt keine speziellen Zuschüsse in der Pflegeversicherung, die ausschließlich Demenzerkrankten vorbehalten sind“, sagt Gisela Rohmann, Pflegeexpertin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Allerdings wurden die Kriterien der Pflegebedürftigkeit mit der Pflegereform 2017 neu definiert, sodass die Situation von Demenzpatienten mehr Berücksichtigung findet.

Entlastungsbetrag: Demenzpatienten mit geringen Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit und der Fähigkeiten erfüllen die Kriterien für Pflegegrad 1. “ Erkrankte erhalten nun in einem frühen Stadium der Hilfsbedürftigkeit Zugang zu Leistungen; mit diesen sind sie aber oft unzufrieden“, erfährt Rohmann in Beratungsgesprächen. Sie erhalten nur 125 Euro Entlastungsbetrag im Monat, der zweckgebunden ist und beispielsweise zur Finanzierung von Betreuungs- oder Hauswirtschaftsleistungen durch einen Pflegedienst verwendet werden kann. Weil die Dienstleister anerkannt sein müssen, kann die Hilfe von der Nachbarin meist nicht damit entlohnt werden, weiß Rohmann.

Wohnzuschüsse: Es gibt Zuschüsse zu ambulant betreuten Wohngruppen die sich als geeignete Wohnform etablieren. Ab Pflegegrad 1 können Betroffene bis zu 2500 Euro pro Person als Anschubfinanzierung zur Gründung einer Wohngruppe erhalten, maximal 10 000 Euro pro Gruppe. Außerdem gibt es einen Wohngruppenzuschlag von 214 Euro pro Monat, um organisatorische, betreuende oder hauswirtschaftliche Unterstützung zu finanzieren, sowie 4000 Euro pro Person, um eine Wohnung pflegegerecht umzubauen, maximal 16 000 pro Wohngruppe.

Pflegegrade: Ab Pflegegrad 2 gibt es weitere Leistungen aus der Pflegeversicherung: Für die Pflege zu Hause durch Angehörige – je nach Pflegegrad zwischen 316 und 901 Euro im Monat als Pflegegeld. Übernimmt ein ambulanter Pflegedienst die Pflege, gibt es zwischen 689 und 1995 Euro an Pflegesachleistungen im Monat. Beide Leistungen können kombiniert werden. Zur Pflege im Heim gibt es zwischen 770 und 2005 Euro Zuschuss.

Tagespflege: Es gibt weitere Leistungsbausteine für die Pflege zu Hause. Bei der Tagespflege werden Demenzpatienten tageweise in einer Einrichtung betreut. Dafür gibt es nochmal denselben Betrag, den man als Pflegesachleistung erhält. Zusätzlich gibt es Gelder für die Kurzzeit- oder Verhinderungspflege, wenn die pflegende Person vorübergehend ausfällt.

Aus der Reihe „Verbrauchertipp“ des General-Anzeigers Bonn.

Quelle: Annette Jäger, General-Anzeiger Bonn, 8. Juli 2019

Warum Hitze älteren Menschen so zu schaffen macht

28.06.2019 BERLIN. Besonders Senioren haben unter der aktuellen Hitzewelle zu leiden. Aber wie können ältere Menschen sich gegen die hohen Außentemperaturen wappnen?

Der Hochsommer ist da und bringt Deutschland ins Schwitzen. Vor allem Senioren macht das zu schaffen – aber wieso eigentlich?

„Das hat zunächst einen physiologischen Grund: Ältere Menschen haben deutlich weniger Wasser im Organismus, dafür etwas mehr Fett“, sagt der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG), Hans Jürgen Heppner.

Außerdem hätten ältere Menschen von Haus aus ein geringeres Durstgefühl – warum das so ist, sei noch nicht abschließend erforscht, sagt Heppner. „Sie müssen im höheren Alter eher nach einem Stundenplan trinken als nach Durst.“ Erschwerend hinzu komme, dass viele Senioren Medikamente nehmen, die zu einer erhöhten Ausscheidung von Flüssigkeit führen.

Der Wassermangel kann den Blutkreislauf und die Versorgung, etwa des Gehirns, mit wichtigen Mineralien stören. So erklärt sich auch, dass viele dehydrierte Menschen verwirrt oder geistesabwesend wirken. Mindestens eineinhalb Liter empfiehlt Heppner daher an Hitzetagen zu trinken – zusätzlich zu dem was man zum Essen trinkt. „Am besten Mineralwasser, eine Brausetablette oder ein isotonisches Getränk.“ (dpa)

Quelle: General-Anzeiger Bonn, 1. Juli 2019: http://www.general-anzeiger-bonn.de/besser-leben/gesund/Warum-Hitze-%C3%A4lteren-Menschen-so-zu-schaffen-macht-article4135719.html

Krankheitskosten von der Steuer absetzen

12.06.2019 BERLIN. Krankheitskosten können nur dann steuerlich geltend gemacht werden, wenn ein Eigenanteil überschritten ist. Laut Experten lohnt es sich dennoch, alle Kosten steuerlich anzugeben – denn die Reglung könnte bald hinfällig sein.

Eine neue Brille, Zahnersatz oder Zuzahlungen zu Medikamenten – wer Krankheitskosten aus eigener Tasche zahlt, sollte sie in der Steuererklärung als außergewöhnliche Belastungen angeben.

„Dabei ist es ratsam, die Kosten ab dem ersten Euro in die Steuerformulare einzutragen“, sagt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler in Berlin.

Aktuell erkennt das Finanzamt solche Krankheitskosten zwar erst steuermindernd an, wenn ein gewisser Eigenanteil überschritten ist. Das muss aber nicht so bleiben. Denn gegenwärtig laufen verschiedene Gerichtsverfahren zu dieser Frage, von denen auch andere Steuerzahler profitieren könnten.

In einem neueren Fall hat der Bundesfinanzhof (BFH) jetzt die Revision zugelassen. Im konkreten Sachverhalt machte der Kläger seine Ausgaben für ein Zahnimplantat und eine Brille in der Steuererklärung als außergewöhnliche Belastung geltend. Dabei wollte er die Ausgaben ohne Abzug eines Eigenanteils, der sogenannten zumutbaren Eigenbelastung, absetzen.

Er argumentierte, dass Beamte einen Großteil solcher Ausgaben durch die Beihilfe steuerfrei ersetzt bekommen, und zwar ohne Berücksichtigung einer zumutbaren Eigenbelastung. Aus Gründen der Gleichbehandlung sei daher auch bei Nichtbeamten kein Eigenanteil abzuziehen. Das Finanzgericht Baden-Württemberg wies die Klage zunächst ab, der Bundesfinanzhof ließ nun aber die Revision zu (Az.: VI R 18/29).

Steuerzahler sollten daher ihre Krankheitsausgaben ab dem ersten Euro angeben und die Belege aufbewahren, auch wenn die zumutbare Eigenbelastung nicht überschritten wird und das Finanzamt die Ausgaben aktuell nicht oder nur zum Teil berücksichtigt. „Die Ausgaben sind damit erst einmal beim Finanzamt dokumentiert“, so Klocke.

Der Steuerbescheid bleibt in diesem Punkt automatisch offen, denn das Bundesfinanzministerium hatte wegen bereits laufender Gerichtsverfahren einen sogenannten Vorläufigkeitsvermerk erteilt. Entscheiden die Gerichte zugunsten der Steuerzahler, können diese von dem Urteilsspruch profitieren und erhalten die zu viel gezahlten Steuern gegebenenfalls später zurück. (dpa)

Quelle: General-Anzeiger Bonn (24. Juni 2019): http://www.general-anzeiger-bonn.de/besser-leben/erfolgreich/steuern-recht-finanzen/Krankheitskosten-von-der-Steuer-absetzen-article4124796.html

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Finanzplan mit 50 aufstellen

19.06.2019 LUDWIGSHAFEN. Die Kinder sind aus dem Haus, beruflich ist man etabliert, bis zur Rente sind es noch ein paar Jahre. Ab 50 beginnt für viele ein neuer Lebensabschnitt – mit mehr Freiheiten, aber auch mit dem Blick aufs Alter. Zeit für eine finanzielle Bestandsaufnahme.

Ab 50 zählt man nicht mehr zur werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen – alt ist man aber noch lange nicht. Für viele Marketingexperten zählen Menschen um die 50 sogar zu den Best Agern, also zu Menschen im besten Alter.

Beruflich haben die meisten in dem Alter schon einiges erreicht. Die finanziellen Verpflichtungen werden oft weniger, weil die Kinder meist auf eigenen Füßen stehen und die Immobilie weitgehend abgezahlt ist. Eine gute Zeit für eine finanzielle Bestandsaufnahme.

Ein Fehler, den viele dabei machen: Sie planen nur bis zum Renteneintritt. „Nach menschlichem Ermessen werden Sie aber auch mit 67 Jahren noch gute 20 Jahre vor sich haben“, sagt Prof. Hartmut Walz von der Hochschule Ludwigshafen am Rhein. Dies sollte bei der Planung eine Rolle spielen – auf drei Bereiche kommt es an:

1. Altersvorsorge

Mit 50 ist absehbar, wie viel Geld einem zum Rentenbeginn zur Verfügung steht. Die Höhe der gesetzlichen Rente geben die jährlichen Renteninformationen an. Ab 55 erhält man zudem alle drei Jahre eine ausführliche Rentenauskunft, zusammen mit dem Versicherungsverlauf , erklärt die Deutsche Rentenversicherung Bund.

Die meisten haben bis zu diesem Zeitpunkt zudem ein wenig Vermögen aufgebaut und Altersvorsorgeprodukte abgeschlossen. Das Problem: Oft ist das Geld in wenig lukrativen oder teuren Produkten angelegt, zum Beispiel in Lebens- oder Rentenversicherungen. „Kaum eine Versicherung gibt ihren Kunden am Ende das an Kaufkraft zurück, was sie eingezahlt haben“, betont Prof. Walz. Aus seiner Sicht gehören solche Verträge auf den Prüfstand.

„Die Inflation ist der größte Feind beim Vermögensaufbau.“ Das Inflationsrisiko kann man mindern: mit Aktien. Denn Sachvermögen steigt mit der Inflationsrate mit. „Und Kursschwankungen gleichen sich in einem langen Zeitraum in der Regel aus“, sagt Walz. Nach Berechnungen des Deutschen Aktieninstituts lagen die jährlichen Renditen für einen Anlagezeitraum von 20 Jahren in der Vergangenheit allein beim Deutschen Aktienindex im Schnitt bei rund 9 Prozent.

Selbst wenn die Kurse zum Renteneintritt nicht auf dem Höchststand sind, bleibt genug Zeit, mögliche Verluste auszugleichen. Denn: „Sie brauchen ja nicht ihr gesamtes Vermögen mit 67 Jahren“, sagt Walz.

2. Versicherungen

Nicht jeder Versicherungsvertrag, der in jungen Jahren abgeschlossen wurde, ist mit 50 Jahren noch notwendig. Ein Beispiel: Viele schließen eine Risikolebensversicherung ab, um ihre Familie abzusichern. „Wenn die Kinder aber jetzt aus dem Haus sind und die Immobilie weitgehend abbezahlt ist, ist der Vertrag nicht mehr unbedingt nötig“, sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten.

Dafür sollte man jetzt ein anderes Risiko abzusichern: den Pflegefall. Die gesetzliche Pflegeversicherung deckt meist nicht die kompletten Kosten. Eine private Zusatzversicherung kann sich lohnen, wenn man sich die Police dauerhaft leisten kann. Nach Angaben der Stiftung Warentest kostet ein Vertrag für Modellkunden, die ihn mit 55 Jahren abschließen, ungefähr 87 Euro im Monat. Die Beiträge steigen im Lauf der Jahre. „Abschließen sollten Sie diese Versicherung, wenn Sie noch gesund sind“, rät Boss. Kunden mit Vorerkrankungen können abgelehnt werden oder Risikozuschläge zahlen.

3. Wohnen

Spätestens wenn die Kinder aus dem Haus sind, fragen sich Eltern: Ist die Immobilie für zwei zu groß? Eigentümer sollten überlegen, ob es nicht sinnvoller ist, in eine kleinere, vielleicht sogar barrierefreie Immobilie umzuziehen. Der positive Nebeneffekt: Auf diese Weise kann man Kapital wieder flüssig machen. (dpa)

Quelle: General-Anzeiger Bonn (24. Juni 2019): http://www.general-anzeiger-bonn.de/besser-leben/erfolgreich/steuern-recht-finanzen/Finanzplan-mit-50-aufstellen-article4128936.html

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