Warum Hitze älteren Menschen so zu schaffen macht

28.06.2019 BERLIN. Besonders Senioren haben unter der aktuellen Hitzewelle zu leiden. Aber wie können ältere Menschen sich gegen die hohen Außentemperaturen wappnen?

Der Hochsommer ist da und bringt Deutschland ins Schwitzen. Vor allem Senioren macht das zu schaffen – aber wieso eigentlich?

„Das hat zunächst einen physiologischen Grund: Ältere Menschen haben deutlich weniger Wasser im Organismus, dafür etwas mehr Fett“, sagt der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG), Hans Jürgen Heppner.

Außerdem hätten ältere Menschen von Haus aus ein geringeres Durstgefühl – warum das so ist, sei noch nicht abschließend erforscht, sagt Heppner. „Sie müssen im höheren Alter eher nach einem Stundenplan trinken als nach Durst.“ Erschwerend hinzu komme, dass viele Senioren Medikamente nehmen, die zu einer erhöhten Ausscheidung von Flüssigkeit führen.

Der Wassermangel kann den Blutkreislauf und die Versorgung, etwa des Gehirns, mit wichtigen Mineralien stören. So erklärt sich auch, dass viele dehydrierte Menschen verwirrt oder geistesabwesend wirken. Mindestens eineinhalb Liter empfiehlt Heppner daher an Hitzetagen zu trinken – zusätzlich zu dem was man zum Essen trinkt. „Am besten Mineralwasser, eine Brausetablette oder ein isotonisches Getränk.“ (dpa)

Quelle: General-Anzeiger Bonn, 1. Juli 2019: http://www.general-anzeiger-bonn.de/besser-leben/gesund/Warum-Hitze-%C3%A4lteren-Menschen-so-zu-schaffen-macht-article4135719.html

Krankheitskosten von der Steuer absetzen

12.06.2019 BERLIN. Krankheitskosten können nur dann steuerlich geltend gemacht werden, wenn ein Eigenanteil überschritten ist. Laut Experten lohnt es sich dennoch, alle Kosten steuerlich anzugeben – denn die Reglung könnte bald hinfällig sein.

Eine neue Brille, Zahnersatz oder Zuzahlungen zu Medikamenten – wer Krankheitskosten aus eigener Tasche zahlt, sollte sie in der Steuererklärung als außergewöhnliche Belastungen angeben.

„Dabei ist es ratsam, die Kosten ab dem ersten Euro in die Steuerformulare einzutragen“, sagt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler in Berlin.

Aktuell erkennt das Finanzamt solche Krankheitskosten zwar erst steuermindernd an, wenn ein gewisser Eigenanteil überschritten ist. Das muss aber nicht so bleiben. Denn gegenwärtig laufen verschiedene Gerichtsverfahren zu dieser Frage, von denen auch andere Steuerzahler profitieren könnten.

In einem neueren Fall hat der Bundesfinanzhof (BFH) jetzt die Revision zugelassen. Im konkreten Sachverhalt machte der Kläger seine Ausgaben für ein Zahnimplantat und eine Brille in der Steuererklärung als außergewöhnliche Belastung geltend. Dabei wollte er die Ausgaben ohne Abzug eines Eigenanteils, der sogenannten zumutbaren Eigenbelastung, absetzen.

Er argumentierte, dass Beamte einen Großteil solcher Ausgaben durch die Beihilfe steuerfrei ersetzt bekommen, und zwar ohne Berücksichtigung einer zumutbaren Eigenbelastung. Aus Gründen der Gleichbehandlung sei daher auch bei Nichtbeamten kein Eigenanteil abzuziehen. Das Finanzgericht Baden-Württemberg wies die Klage zunächst ab, der Bundesfinanzhof ließ nun aber die Revision zu (Az.: VI R 18/29).

Steuerzahler sollten daher ihre Krankheitsausgaben ab dem ersten Euro angeben und die Belege aufbewahren, auch wenn die zumutbare Eigenbelastung nicht überschritten wird und das Finanzamt die Ausgaben aktuell nicht oder nur zum Teil berücksichtigt. „Die Ausgaben sind damit erst einmal beim Finanzamt dokumentiert“, so Klocke.

Der Steuerbescheid bleibt in diesem Punkt automatisch offen, denn das Bundesfinanzministerium hatte wegen bereits laufender Gerichtsverfahren einen sogenannten Vorläufigkeitsvermerk erteilt. Entscheiden die Gerichte zugunsten der Steuerzahler, können diese von dem Urteilsspruch profitieren und erhalten die zu viel gezahlten Steuern gegebenenfalls später zurück. (dpa)

Quelle: General-Anzeiger Bonn (24. Juni 2019): http://www.general-anzeiger-bonn.de/besser-leben/erfolgreich/steuern-recht-finanzen/Krankheitskosten-von-der-Steuer-absetzen-article4124796.html

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Finanzplan mit 50 aufstellen

19.06.2019 LUDWIGSHAFEN. Die Kinder sind aus dem Haus, beruflich ist man etabliert, bis zur Rente sind es noch ein paar Jahre. Ab 50 beginnt für viele ein neuer Lebensabschnitt – mit mehr Freiheiten, aber auch mit dem Blick aufs Alter. Zeit für eine finanzielle Bestandsaufnahme.

Ab 50 zählt man nicht mehr zur werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen – alt ist man aber noch lange nicht. Für viele Marketingexperten zählen Menschen um die 50 sogar zu den Best Agern, also zu Menschen im besten Alter.

Beruflich haben die meisten in dem Alter schon einiges erreicht. Die finanziellen Verpflichtungen werden oft weniger, weil die Kinder meist auf eigenen Füßen stehen und die Immobilie weitgehend abgezahlt ist. Eine gute Zeit für eine finanzielle Bestandsaufnahme.

Ein Fehler, den viele dabei machen: Sie planen nur bis zum Renteneintritt. „Nach menschlichem Ermessen werden Sie aber auch mit 67 Jahren noch gute 20 Jahre vor sich haben“, sagt Prof. Hartmut Walz von der Hochschule Ludwigshafen am Rhein. Dies sollte bei der Planung eine Rolle spielen – auf drei Bereiche kommt es an:

1. Altersvorsorge

Mit 50 ist absehbar, wie viel Geld einem zum Rentenbeginn zur Verfügung steht. Die Höhe der gesetzlichen Rente geben die jährlichen Renteninformationen an. Ab 55 erhält man zudem alle drei Jahre eine ausführliche Rentenauskunft, zusammen mit dem Versicherungsverlauf , erklärt die Deutsche Rentenversicherung Bund.

Die meisten haben bis zu diesem Zeitpunkt zudem ein wenig Vermögen aufgebaut und Altersvorsorgeprodukte abgeschlossen. Das Problem: Oft ist das Geld in wenig lukrativen oder teuren Produkten angelegt, zum Beispiel in Lebens- oder Rentenversicherungen. „Kaum eine Versicherung gibt ihren Kunden am Ende das an Kaufkraft zurück, was sie eingezahlt haben“, betont Prof. Walz. Aus seiner Sicht gehören solche Verträge auf den Prüfstand.

„Die Inflation ist der größte Feind beim Vermögensaufbau.“ Das Inflationsrisiko kann man mindern: mit Aktien. Denn Sachvermögen steigt mit der Inflationsrate mit. „Und Kursschwankungen gleichen sich in einem langen Zeitraum in der Regel aus“, sagt Walz. Nach Berechnungen des Deutschen Aktieninstituts lagen die jährlichen Renditen für einen Anlagezeitraum von 20 Jahren in der Vergangenheit allein beim Deutschen Aktienindex im Schnitt bei rund 9 Prozent.

Selbst wenn die Kurse zum Renteneintritt nicht auf dem Höchststand sind, bleibt genug Zeit, mögliche Verluste auszugleichen. Denn: „Sie brauchen ja nicht ihr gesamtes Vermögen mit 67 Jahren“, sagt Walz.

2. Versicherungen

Nicht jeder Versicherungsvertrag, der in jungen Jahren abgeschlossen wurde, ist mit 50 Jahren noch notwendig. Ein Beispiel: Viele schließen eine Risikolebensversicherung ab, um ihre Familie abzusichern. „Wenn die Kinder aber jetzt aus dem Haus sind und die Immobilie weitgehend abbezahlt ist, ist der Vertrag nicht mehr unbedingt nötig“, sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten.

Dafür sollte man jetzt ein anderes Risiko abzusichern: den Pflegefall. Die gesetzliche Pflegeversicherung deckt meist nicht die kompletten Kosten. Eine private Zusatzversicherung kann sich lohnen, wenn man sich die Police dauerhaft leisten kann. Nach Angaben der Stiftung Warentest kostet ein Vertrag für Modellkunden, die ihn mit 55 Jahren abschließen, ungefähr 87 Euro im Monat. Die Beiträge steigen im Lauf der Jahre. „Abschließen sollten Sie diese Versicherung, wenn Sie noch gesund sind“, rät Boss. Kunden mit Vorerkrankungen können abgelehnt werden oder Risikozuschläge zahlen.

3. Wohnen

Spätestens wenn die Kinder aus dem Haus sind, fragen sich Eltern: Ist die Immobilie für zwei zu groß? Eigentümer sollten überlegen, ob es nicht sinnvoller ist, in eine kleinere, vielleicht sogar barrierefreie Immobilie umzuziehen. Der positive Nebeneffekt: Auf diese Weise kann man Kapital wieder flüssig machen. (dpa)

Quelle: General-Anzeiger Bonn (24. Juni 2019): http://www.general-anzeiger-bonn.de/besser-leben/erfolgreich/steuern-recht-finanzen/Finanzplan-mit-50-aufstellen-article4128936.html

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Was muss alles ins Testament?

Wie wird eine (sic!) Testament korrekt verfasst?

19.06.2019 BRAUNSCHWEIG. Ein Testament muss handschriftlich verfasst und eigenhändig unterschrieben worden sein und ein Datum enthalten. Was muss man als Verfasser noch dringend beachten?

Ein Testament muss bestimmte Anforderungen erfüllen, damit es gültig ist: Es muss handschriftlich verfasst und eigenhändig unterschrieben worden sein und ein Datum enthalten.

Insofern kann auch auf einem Notizzettel ein wirksames Testament verfasst werden. Allerdings muss auch ein Erbe genannt werden, wie eine Entscheidung des Oberlandesgerichts (OLG) Braunschweig zeigt (Az.: 1 W 42/17). Eine allgemeine Erbeinsetzung reicht nicht, berichtet die Arbeitsgemeinschaft Erbrecht des Deutschen Anwaltsvereins (DAV).

In dem verhandelten Fall hatte die Erblasserin zwei Nichten 2. Grades hinterlassen. Eine der beiden Nichten legte einen kleinen Notizzettel ohne Datum vor. Darauf fand sich eine handschriftliche, unterschriebene Erklärung, dass derjenige, der auf die Verstorbene aufpasst und sie nicht ins Heim steckt, ihr Haus und alles, was sie hat, erben soll. Die Nichte behauptete, dieser Zettel sei von ihrer Tante geschrieben worden und da sie sich um ihre Tante im Rahmen einer Vorsorgevollmacht gekümmert habe, sei sie Alleinerbin geworden.

Dem widersprechen die Richter: Die Nichte sei nicht Alleinerbin geworden, denn der handschriftliche Zettel stellt kein gültiges Testament dar. Dies liegt allerdings nicht daran, dass es auf einem Notizzettel verfasst wurde. Die Wirksamkeit des hiesigen „Notizzetteltestaments“ scheiterte aber folgenden Faktoren: Zum einen war der Notizzettel nicht datiert. Zum anderen ist die Person des Erben durch die Formulierung „wer für mich aufpasst und nicht ins Heim steckt“ nicht hinreichend bestimmt. Zwar muss die bedachte Person nicht namentlich genannt sein, aber sie muss durch das Testament und die äußeren Umstände zuverlässig festgestellt werden können. Dies ist hier nicht der Fall. (dpa)

Quelle: General-Anzeiger Bonn (24. Juni 2019): http://www.general-anzeiger-bonn.de/besser-leben/erfolgreich/steuern-recht-finanzen/Wie-wird-eine-Testament-korrekt-verfasst-article4129013.html

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Für Schwerbehinderte gibt es einen Pauschbetrag

Bei der GA-Telefonaktion hatten viele Leser Fragen zur Einkommenssteuererklärung. Neue Regeln zum Jobticket.

BONN. Der Beratungsbedarf für die Steuererklärung 2018 war groß. Viele Leser nutzten die Gelegenheit, den Rat der Steuerberater einzuholen, die an unserer GA-Telefonaktion teilnahmen. Hier einige Fragen der Leser und die Antworten der Experten.

Ich habe vor fünf Wohen meinen Steuerbescheid erhalten, der eine Schätzung enthält. Kann ich hiergegen noch Einspruch erheben?

Nein, leider nicht, nach Erhalt des Steuerbescheids, haben Sie vier Wochen Zeit, um Einspruch dagegen zu erheben.

Ich habe meinen Lebensmittelpunkt gemeinsam mit meiner Ehefrau in Bonn und arbeite in Norddeutschland, wo ich die Woche über in einem Appartement wohne. Kann ich die Kosten für die auswärtige Wohnung steuerlich geltend machen?

Ja, die Kosten für die Wohnung an Ihrem Arbeitsplatz können Sie als Werbungskosten für eine doppelte Haushaltsführung in Ihrer Steuererklärung angeben.

Ich bin nur halbtags beschäftigt und verdiene nicht viel. Muss ich trotzdem Steuern zahlen?

2018 betrug der Grundfreibetrag 9000€. Erst ab dieser Grenze muss das Einkommen versteuert werden.

Meine Frau und ich haben eine Rentenerhöhung erhalten. Müssen wir jetzt auch höherer Steuern zahlen?

Ja, wenn das zu verstehende [sic!] [versteuernde] Einkommen über dem für 2018 geltenden Grundfreibetrag in Höhe von 18.000€ für Verheiratete und 8.000€ für Ledige liegt. Wenn Ihr zu versteuerndes Einkommen unter diesem Betrag liegt, brauchen Sie keinen Steuern zu zahlen. Sind Sie unsicher oder liegen mit Ihren Einnahmen an der Grenze, ist es sinnvoll, einmal eine Steuererklärung abzugeben, damit sie dann für die nächsten Jahre – sofern sich an den Einnahmen nichts ändert – davon befreit werden können.

Kann ich Renovierungsarbeiten im Haus steuerlich geltend machen?

Für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen können Sie eine Steuerermäßigung in Höhe von 20 Prozent der Lohnkosten des Handwerkers, aber maximal 1200€ im Jahr, in Anspruch nehmen. Handwerker müssen Rechnungen stellen und Sie müssen die Summe überweisen

Ich bin Witwe, mein Mann ist vor einen Jahr gestorben, und wir haben nie eine Steuererklärung abgegeben. Bin ich jetzt dazu verpflichtet?

Im Jahr des Todes und im folgenden Jahr werden Sie wie Eheleute behandelt. Für Sie gilt der sogenannte Splittingtarif mit dem dafür geltenden doppelten Grundfreibetrag (Gnadensplitting).

Wir haben zu mehreren Personen ein vermietetes Haus geerbt. Wie müssen wir das steuerlich anmelden?

In diesem Fall muss eine gesonderte Feststellungserklärung zur Feststellung und Verteilung der Einkünfte beim Finanzamt eingereicht werden.

Sollte ich die Kosten für meinen Zahnersatz in der Steuererklärung angeben?

Abhängig vom Familienstand, der Anzahl der Kinder und der Höhe der Einkünfte ist jedem Steuerpflichtigen eine bestimmte finanzielle Belastung im Krankheitsfall zumutbar. An darüber hinaus gehenden Belastungen, zum Beispiel nicht von der Krankenkasse übernommenen Krankheitskosten, Sehhilfen, Zahnersatz oder ärztlich verordneten Medikamenten beteiligt sich der Fiskus.

Ich habe seit kurzem einen Schwerbehindertenausweis. Kann ich damit meine Einkommenssteuerlast mindern?

Das Einkommenssteuergesetz sieht einen Behindertenpauschbetrag vor, dessen Höhe sich danach dem Grad der Behinderung richtet. Beträgt der Grad der Behinderung 100 Prozent, wird ein Pauschbetrag in Höhe von 1420 Euro gewährt. Für Blinde oder hilflose Menschen erhöht sich dieser Pauschbetrag sogar noch.

Ist mein Job-Ticket steuerfrei?

Seit Anfang 2019 können Arbeitgeber ihren Mitarbeitern den Weg zur Arbeit steuerlich attraktiver gestalten. Zuschüssen und Sachbezüge für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, etwa mittels Job-Ticket, sind dann von der Steuer befreit. Das müssen Arbeitnehmer wissen: Die steuerfreie Leistung wird bei der Einkommenssteuererklärung auf die Entfernungspauschale angerechnet.

Quelle: General-Anzeiger Bonn, 25.5.2019, www.ga-bonn.de

Die wichtigsten Fragen zum Thema „Schlaganfall“

 

Von Ulrike Strauch, General-Anzeiger Bonn, 17.05.2019

BONN. In Deutschland erleiden rund 270.000 Menschen pro Jahr einen Schlaganfall. Wie hoch sind die Überlebenschancen, und was lässt sich vorbeugend dagegen tun? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Bei der GA-Telefonaktion zum Thema „Schlaganfall“ haben Professor Christian Dohmen (Chefarzt der Neurologie an der LVR-Klinik Bonn), Professor Sebastian Paus (Chefarzt der Neurologie an den GFO Kliniken Troisdorf) und Professor Gabor Petzold (Leiter der Sektion für Gefäßerkrankungen des Gehirns der Neurologischen Klinik am Uniklinikum Bonn) die Fragen der Leser beantwortet.

Wie kann ich eigentlich sicher sein, dass ich in eine Klinik gebracht werde, die über eine auf Diagnose und Therapie des Schlaganfalls spezialisierte sogenannte Stroke Unit verfügt?

Bei Verdacht auf einen Schlaganfall fährt der Rettungsdienst die nächste Klinik mit einer solchen Stroke Unit gezielt an, denn bei Verdacht auf einen Schlaganfall zählt jede Minute. Linksrheinisch sind das die LVR-Klinik Bonn und das Universitätsklinikum Bonn sowie rechtsrheinisch die GFO Klinik Troisdorf-Sieglar.

Was geschieht bei der Akutbehandlung eines Schlaganfalls?

Entscheidend ist die bildgebende Diagnostik im Kernspintomographen (MRT), um das betroffene Gefäß schnell zu lokalisieren. Bei 85 Prozent der Fälle ist ein Gefäßverschluss und bei 15 Prozent eine Hirnblutung die Ursache. In der Akuttherapie gilt die Thrombolyse bislang als beste Option; und zwar innerhalb von viereinhalb Stunden nach Auftreten der Symptome.

Und was, wenn man mit einem Schlaganfall aufwacht oder sich nicht mehr verständlich machen kann, um zu erklären, wann diese Symptome genau aufgetreten sind?

Neueste Studien haben jetzt gezeigt, dass eine Thrombolyse auch später noch wirken kann. Eine Auswertung der Schnittbilder des MRT gibt Aufschluss über das biologische Alter des Schlaganfalls und den Zustand des umliegenden Gewebes. Sollte eine Lyse-Therapie nicht mehr infrage kommen, kann manchen Patienten die Thrombektomie – die Entfernung des Gerinnsels mit einem Katheter – helfen. Das ist derzeit nur bei größeren Gefäßen möglich. Die Technik wird sich aber sicher noch verfeinern.

Bei mir wurde Vorhofflimmern diagnostiziert. Reicht eine vorbeugende Einnahme von Aspirin aus, um mich vor einem Schlaganfall zu schützen?

Nein. Als Vorbeugung bringt es nichts und besitzt wegen der erhöhten Blutungsgefahr ein ausgeprägtes Risikoprofil. Für Patienten mit Vorhofflimmern gibt es spezielle gerinnungshemmende Medikamente. Lange war das Marcumar, wobei sich die für den Patienten festgelegten Gerinnungswerte oft nur schwer und selten über lange Zeit konstant halten ließen. Inzwischen gibt es neue Medikamente. Diese oralen Antikoagulanzien (NOAK) werden als Tablette eingenommen. Eine Kontrolle des Gerinnungswertes ist nicht mehr nötig. Außerdem gibt es unter diesen Medikamenten nur noch halb so viele Gehirnblutungen.

Bei mir wurde eine Verengung der Halsschlagader festgestellt. Sollte ich mich nun operieren lassen?

Grundsätzlich werden Patienten mit einer Verengung ohne Beschwerden zunächst mit blutverdünnenden und cholesterinsenkenden Medikamenten behandelt. Als erstes muss man wissen, wie hochgradig die Verengung ist, ob sie schon zum Schlaganfall geführt hat und welche weiteren Risikofaktoren vorliegen. Maßgebend ist die Ultraschalluntersuchung der Carotis. In einer neurologischen Spezialsprechstunde für Gefäßerkrankungen des Gehirns wird dann das weitere Vorgehen besprochen.

Wie ernst sollte man kurze vorübergehende Symptome wie Taubheitsgefühle, Seh- oder Sprachstörungen nehmen?

Solche transitorisch ischämischen Attacken (TIA) erschrecken die Patienten zunächst, doch dann ist es schon wieder vorüber, und der Besuch beim Arzt wird verschoben. Das kann fatale Konsequenzen haben, wenn einer vorübergehenden Embolie dann die nächste folgt, die sich nicht mehr von allein auflöst. Eine TIA erhöht das Risiko und sollte also immer ernst genommen werden. Man kann sie auch als Warnung sehen, als Chance, einen schweren Schlaganfall mit lebenslangen und teils schweren neurologischen Folgeschäden noch rechtzeitig zu verhindern.

Was kann ich selbst dazu tun, um einen Schlaganfall zu vermeiden?

Ein Schlaganfall kann jeden treffen, wobei die Wahrscheinlichkeit im Alter steigt. Auch genetisch bedingte Ursachen können eine Rolle spielen, lassen sich aber nicht beeinflussen. Wer das Risiko gering halten möchte, kann seine Lebensführung danach ausrichten. Das bedeutet: regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung und der Verzicht auf das Rauchen sowie auf übermäßigen Alkoholgenuss. Besteht ein erhöhtes Risiko, kommt es darauf an, Faktoren wie Bluthochdruck, Vorhofflimmern, Diabetes mellitus und Fettstoffwechselstörungen rechtzeitig zu erkennen.

Wie sieht es mit Nachsorge aus?

Viele wünschen sich Verbesserungen. Das betrifft die Versorgung mit Hilfsmitteln, um körperliche Folgeschäden zu kompensieren, oder auch Medikamenten, um eine Spastik zu lindern. Physiotherapie macht auch langfristig Sinn.

Quelle: http://www.general-anzeiger-bonn.de/besser-leben/gesund/Die-wichtigsten-Fragen-zum-Thema-Schlaganfall-article4108789.html 20.5.2019

Neue Sicherheitsbestimmungen beim Online-Banking

Für Überweisungen am Computer gelten bald neue Bestimmungen. Sie betreffen die Transaktionsnummern (TAN). Was Verbraucher jetzt wissen müssen.

Für viele Bankkunden brechen neue Zeiten an: Ab 14. September 2019 können sie keine Online-Überweisungen per iTAN-Liste mehr tätigen. Alle Banken schaffen die Transaktionsnummern auf Papier ab. Grund dafür ist die seit Januar 2018 geltende europäische Zahlungsdiensterichtlinie PSD2. Sie schreibt vor, dass die für das Onlinebanking notwendigen Transaktionsnummern (TAN) dynamisch generiert werden müssen, was mit einer Zahlenfolge auf Papier nicht möglich ist. Viele Banken verzichten bereits auf die Papier-Listen. Die verbliebenen Banken informieren derzeit ihre Kunden über das Ende der iTAN-Liste.

Comdirect und Deutsche Bank legen ihren Kunden das Photo-TAN-Verfahren ans Herz, die DKB favorisiert die Erzeugung von TAN-Nummern mittels ihrer App „TAN2go“. Auf dem Rückzug ist die Mobile- oder SMS-TAN, weil Experten den Empfang bei gleichzeitiger Banking-Transaktion via Smartphone nicht für sicher halten. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik empfiehlt, auf das Verfahren zu verzichten. Was sind die Alternativen?

Chip-TAN: Bei dem bewährten und als sicher geltenden Verfahren wird die TAN durch einen externen Generator, ähnlich einem Taschenrechner, erzeugt. Steckt man die Girocard in das Gerät und hält dieses vor den PC-Bildschirm, wird die neue TAN angezeigt. „Das Gerät kann weder ausspioniert noch durch Trojaner manipuliert werden, da es nicht mit dem Internet verbunden ist“, sagt Dirk Althoff, Pressesprecher der Consorsbank. Nachteile: Die Generatoren können bis zu 60 Euro kosten. Hat man das Gerät nicht zur Hand, ist keine Transaktion möglich.

Push-TAN: Hier müssen Kunden eine App auf ihr Smartphone laden und mit einem Bank-Code einrichten. Für eine Überweisung gibt man die Überweisungsdaten in die Onlinebanking-Maske ein. Jetzt wechselt man zur Push-TAN-App, gibt sein Passwort ein und prüft die angezeigten Auftragsdaten. Gleichzeitig zeigt die App eine TAN, die man in das Onlinebanking-Formular eingibt. Banking-App und TAN-App arbeiten unabhängig voneinander und sind nach neuestem Stand der Technik verschlüsselt. Dadurch gilt das Mobil-Banking mit nur einem Endgerät als sicher.

Photo-TAN: Auch dieses Verfahren funktioniert mit einer eigenständigen App auf dem Smartphone oder mit einem speziellen Lesegerät. Vor der Transaktion erscheint ein mehrfarbiges Mosaik auf dem PC-Bildschirm, das man scannen muss. Im Gegenzug werden die TAN sowie die zugehörigen Transaktionsdaten auf dem Display angezeigt. Auch hierbei können Kosten für das Lesegerät anfallen.

Quelle: General-Anzeiger Bonn, Max Geissler, 29.04.2019, http://www.general-anzeiger-bonn.de/news/wirtschaft/ueberregional/Neue-Sicherheitsbestimmungen-beim-Online-Banking-article4096074.html

Ohne Björn Steiger gäbe es den Notruf so nicht

Vor 50 Jahren starb der Junge bei einem Unfall. Die nach ihm benannte Stiftung seiner Eltern verbessert seither das Rettungswesen.

Die bundesweiten Notfallnummern 110 und 112 gelten in Deutschland heute als Selbstverständlichkeit, doch ihre Einführung hatte einen traurigen Ausgangspunkt: Der kleine Junge Björn Steiger kam vor 50 Jahren – am 3. Mai 1969 – auf tragische Weise ums Leben. Er wurde nur acht Jahre alt. Die Björn Steiger Stiftung enthüllt am Freitag in Winnenden bei Stuttgart einen Gedenkstein mit einem Portät Björns.

Der Stein steht an dem Ort, wo der Junge nach einem Schwimmbadbesuch die Straße überqueren wollte und von einem Auto erfasst wurde. Das Kind starb nicht an seinen Verletzungen, sondern an einem Schock. Weil der Krankenwagen zu spät kam, konnte es nicht gerettet werden.

Die Eltern – Siegfried und Ute Steiger – gründeten darauf die Stiftung, die sich der Verbesserung des deutschen Rettungswesens widmet.
Es gibt einiges, was sie seither schon alles erreicht hat: Dazu zählen die Einführung der bundesweiten Notrufnummern 100/112  (1973), der erste Baby-Notarztwagen (1974), die Einführung der Defibrillation durch Laienhelfer (2001) und die Handy-Ortung (2006).

Auch die lange bestehende Ausstattung deutscher Straßen mit Notrufsäulen geht auf eine Initiative der Steigers zurück. Weil heute aber faktisch jeder ein Handy hat, wurden die einst 8000 orangefarbenen Lebensretter allerdings mittlerweile abgebaut – bis auf 1056 Exemplare in Baden-Württemberg. Sie stehen insbesondere noch in Regionen mit schlechtem Mobilfunkempfang.

Seit 2010 leitet der jüngere Sohn des Paares, Pierre Steiger, die Stiftung mit ihren 200.000 Förderern. Er sieht noch erhebliche Defizite im deutschen Rettungswesen. Deshalb sie das Ziel der Stiftung noch lange nicht erfüllt: sich selbst überflüssig zu machen.

Quelle: General-Anzeiger Bonn, April 2019, www.general-anzeiger-bonn.de

Diebstahl kann zu Entzug des Pflichteils des Erbes führen

Das OLG Stuttgart hat entschieden, dass schwerwiegende Vergehen (wie Diebstahl) zum Ausschluss des Pflichtteils des Erbes führen können.

Im verhandelten Fall stahl der Enkel seiner Großmutter 6100 Deutsche Mark und wurde durch Gericht hierfür zu 100 Tagessätzen verurteilt. Ebenso schloss ihn seine Großmutter per Erbenvertrag von seinem Pflichtanteil aus und begründete diesen Schritt mit einem weiteren Diebstahl durch ihren Enkel.

Mit Tod der Erblasserin wollte der Enkel jedoch nichts mehr von seinem Ausschluss wissen und seinen Pflichtanteil gerichtlich durchsetzen lassen. Ohne Erfolg.

Die Richter am Oberlandesgericht der schwäbischen Metropole begründeten ihre Urteilsfindung mit der finanziellen Lage der Erblasserin zum Zeitpunkt des Ausschlusses und der individuellen Kränkung, die sie durch die Diebstähle erfuhr. Mithin sei jeweils am Einzelfall festzustellen, wie schwerwiegend ein Vergehen des Erben ist, um einen Ausschluss rechtskräftig anzuerkennen. Im aktuell verhandelten Fall verwiesen die Richter auf die fehlende Schul- und Berufsbildung der Erblasserin, durch die ein Verlust von etwa 7900 DM (beide Diebstähle zusammengenommen) durchaus beachtliche Beeinträchtigungen mit sich gebracht habe.

Festzuhalten bleibt also, dass der Ausschluss eines Erbens vom Pflichtteil durchaus realisierbar ist, wenn entsprechende Vergehen in der Vergangenheit nachgewiesen und / oder rechtskräftig bestätigt wurden und die Voraussetzung des „Schwerwiegens“ im Einzelfall zutrifft.

 

Nachzulesen in: NJW-Spezial Az.: 19 U 80/18
näher in General Anzeiger Bonn, 01.05.2019

Rentenversicherung unterstützt bei Steuererklärung

02.05.2019 BERLIN. Bevor Rentner ihre Steuererklärung machen, sollten sie sich eine Bescheinigung der Rentenversicherung zuschicken lassen. Der Beleg hilft beim Ausfüllen der relevanten Anlagen. Wo und wie ist er anzufordern?

Immer mehr Rentner sind verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben. Dies ist der Fall, wenn das zu versteuernde Einkommen den jährlichen Grundfreibetrag überschreitet. Dieser lag 2018 für Alleinstehende bei 9000 Euro und für Verheiratete bei 18.000 Euro.

Damit das Finanzamt den steuerpflichtigen Anteil der gesetzlichen Rente korrekt ermitteln kann, müssen Rentner ihrer Steuererklärung die ausgefüllten Vordrucke „Anlage R“ und „Anlage Vorsorgeaufwand“ beifügen. Hierbei hilft ihnen eine kostenlose Bescheinigung der Rentenversicherung, die sogenannte „Mitteilung zur Vorlage beim Finanzamt“. Darauf weist die Deutsche Rentenversicherung Bund in Berlin hin.

Die Bescheinigung enthält alle steuerrechtlich relevanten Beträge mit Hinweisen, in welchen Zeilen der Steuervordrucke die Werte einzutragen sind. Wer sie einmal beantragt hat, bekommt sie in den Folgejahren automatisch zugeschickt.

Wenn diese Bescheinigung erstmalig benötigt wird, kann sie per Brief, Fax oder Internet angefordert werden. Möglich ist auch ein Anruf beim gebührenfreien Servicetelefon der Deutschen Rentenversicherung unter der Nummer 0800/ 1000 4800.

Wichtig zu beachten: Bei der Anforderung ist die persönliche Rentenversicherungsnummer anzugeben. Wer die Bescheinigung für eine Hinterbliebenenrente benötigt, gibt die Versicherungsnummer des Verstorbenen an. (dpa)

 

Quelle: General Anzeiger Bonn, 02.05.2019, http://www.general-anzeiger-bonn.de/besser-leben/erfolgreich/steuern-recht-finanzen/Rentenversicherung-unterst%C3%BCtzt-bei-Steuererkl%C3%A4rung-article4098534.html

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