Friedrich-Ebert-Stiftung stellt Alternative zur Riester-Rente vor

Kann ein staatlich organisiertes Vorsorgekonto die Deutschen überzeugen, privat für ihr Alter vorzusorgen? Und wie müsste es aussehen, um die drei drängendsten rentenpolitischen Fragen, sinkendes Niveau der Rente, Anhebung des Renteneintrittsalters sowie Absicherung bei Invalidität, zu beantworten? Die Friedrich-Ebert-Stiftung hat als Antwort auf diese Fragen einen Vorschlag erarbeiten lassen.

Knapp jeder zweite Deutsche würde als Ergänzung zu seiner gesetzlichen Rente ein privates Produkt bevorzugen, das ebenfalls von staatlicher Seite angeboten wird. Rund 29 Prozent dagegen bevorzugen eindeutig oder eher eindeutig ein privates Angebot. Der Kapitalerhalt ist 80 Prozent der Deutschen wichtiger als ein Kapitalgewinn, der für 7 Prozent im Vordergrund steht. Das ermittelte eine Umfrage der Friedrich-Ebert-Stiftung und verpackt diverse weitere Erkenntnisse in eine Ausarbeitung über ein Basisprodukt für die private Altersvorsorge, nämlich das Vorsorgekonto.

Es soll eine Alternative zur privatwirtschaftlich organisierten Riester-Rente darstellen und der gesetzlichen Rentenversicherung als Teil der Sozialversicherung zugeordnet werden. Wer Anspruch auf Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung erworben hat, ist berechtigt, einen Vertrag für das Vorsorgekonto abzuschließen. So beschreiben die Autoren Jürgen Stellpflug, ehemaliger Chefredakteur der Öko-Test-Magazins, Barbara Sternberger-Frey, Mitarbeiterin und wissenschaftliche Beraterin des Öko-Test-Magazins sowie Claudia Tuchscherer, Referentin Strategie der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg ihre Idee.

Insbesondere die drei Themen sinkendes Niveau der gesetzlichen Rente und damit verbunden die eingeführte geförderte private Altersvorsorge, die Folge eines Renteneintrittsalters von 67 Jahren sowie die mangelnde Absicherung im Falle einer Invalidität seien in das Konzept eingeflossen. Und so könnte es aussehen:

Das Vorsorgekonto

  • ist als einfaches, sicheres und kostengünstiges Standardprodukt für (fast) jedermann konzipiert. Einfach, weil es vom Vorsorgesparer keine komplexen Entscheidungen verlangt: Es gibt ein Anlagemodell für alle. Sicher ist es, weil die Risiken der Kapitalanlage im Wesentlichen vom Anbieter getragen werden.
  • ist flexibel und lässt sich auf die verschiedenen Bedürfnisse der Vorsorgesparer anpassen. Primäres Ziel ist der Aufbau einer zusätzlichen kapitalgedeckten Altersvorsorge, um die spätere Rente aus dem Umlagesystem zu ergänzen. Doch das angesparte Kapital kann auch genutzt werden, um Abschläge bei vorgezogenem Rentenbeginn auszugleichen. So kann ein gleitender Übergang in die Rente ganz individuell gestaltet und sogar das Armutsrisiko bei vorzeitiger Invalidität reduziert werden.
  • bietet eine höhere Rentabilität als herkömmliche Riester-Produkte und kann so eine Benchmark für die staatlich geförderte Altersvorsorge darstellen. Das liegt einerseits an den Kostenvorteilen einer Non-Profit-Organisation, andererseits aber auch an der kollektiven Form der Kapitalanlage, die höhere Erträge als herkömmliche versicherungsförmige Produkte ermöglicht.
  • legt das Geld breit gestreut in kostengünstigen ETFs an, die kollektiv verwaltet werden. Bei diesem Sparmodell fließt ein Teil der jährlich erwirtschafteten Erträge in einen gemeinsamen Reservetopf, mit dem sich Verluste in schlechten Börsenjahren ausgleichen lassen. Auf Spitzenerträge – wie bei einem individuellen Sparplan – müssen Vorsorgesparer dadurch zwar verzichten. Dafür bekommt jede Sparergeneration immer annähernd gleich viel.
  • ist systemnah ausgestaltet, um die gesetzliche Rente zu ergänzen. So kann das Konto zwar für die private oder betriebliche Riester-Rente genutzt werden, nicht aber für die steuer- und sozialabgabenfreie Entgeltumwandlung. Denn eine Minderung gesetzlicher Sozialleistungen oder gar der späteren Rentenansprüche, wie sie bei diesem „Förderweg“ auftreten kann, wird beim Vorsorgekonto konsequent ausgeschlossen.
  • ermöglicht ohne Gesundheitsprüfung und ohne Risikozuschläge eine zusätzliche Absicherung bei dauerhafter Erwerbsminderung. Denn ein kleiner Teil vom Sparbeitrag wird solidarisch investiert und steht für den Rückkauf von Abschlägen bei Erwerbsminderung zur Verfügung.

Mehr zum Thema: 
https://www.fes.de/publikation-vorsorgekonto/

Quelle (Text): https://www.pfefferminzia.de/das-vorsorgekonto-friedrich-ebert-stiftung-stellt-alternative-zur-riester-rente-vor/

Länger arbeiten bringt mehr Rente

Rentenversicherte Beschäftigte, die nach Erreichen ihrer Regelaltersgrenze – sie liegt für den Geburtsjahrgang 1954 bei 65 Jahren und acht Monaten – keine Rente beziehen und weiter arbeiten, erhöhen ihren zukünftigen Rentenanspruch gleich doppelt. Zum einen steigt die spätere Rente durch die Zahlung von weiteren Beiträgen. Dies bringt zum Beispiel bei einem Durchschnittsverdiener in den alten Bundesländern mit monatlich etwa 3.240 Euro brutto pro weiterem Berufsjahr rund 32 Euro Rentenzuwachs pro Monat.

Darüber hinaus gibt es als Ausgleich für den späteren Rentenbeginn noch einen monatlichen Zuschlag von 0,5 Prozent pro hinausgeschobenem Monat. In einem Jahr summiert sich der Zuschlag auf sechs Prozent mehr Rente. Eine Obergrenze gibt es bei diesem Zuschlag nicht. Insgesamt erhält also beispielsweise jemand, der ein Jahr länger arbeitet und seinen Renteneintritt entsprechend verschiebt, statt einer Rente von 1.000 Euro eine Rente von rund 1.094 Euro im Monat (1.000 Euro + 32 Euro wegen längerer Beitragszahlung + sechs Prozent von 1.032 Euro als Zuschlag).

Laut einem Medienbericht nutzten von den rund 759.000 Frauen und Männern, die 2017 in den Ruhestand traten, rund 21.000 Neurentner die rentensteigernde Möglichkeit eines aufgeschobenen Rentenbeginns.

 

Quelle (Text): https://www.ihre-vorsorge.de/nachrichten/lesen/laenger-arbeiten-bringt-mehr-rente.html

Befreiung von Rezept-Zuzahlung für das ganze Jahr beantragen

Wie der General-Anzeiger am 10.01.2019 berichtet hat, weißt der Deutsche Apothekerverband (DAV) darauf hin, dass sich besonders chronisch kranke Menschen schon für das ganze Jahr von der Zuzahlungspflicht befreien lassen können.

Generell gilt: In der Regel müssen 10% des Preises von rezeptpflichtigen Medikamenten mit Erreichen der Volljährigkeit selber getragen werden, maximal jedoch 10€.
Diese Ausgaben können sich schnell summieren und zu einem beachtlichen jährlichen Ausgabenposten werden. Doch wie der DAV exposiert hat, kann eine Befreiung beantragt werden, wenn die Summe der jährlichen Zuzahlung 2% des jährlichen Einkommens übersteigt.

Zur Beantragung ebendieser Befreiung ist es jedoch erforderlich, dass die Medikamenten-Ausgaben für das anstehende Jahr schon planbar feststehen und ein geregeltes Gehalt (beispielsweise die monatliche Rente) vorhanden ist.

Gerade der erste Punkt spricht chronisch kranke Patienten an, die rekurrierend gleiche Medikamente kaufen müssen und aus Erfahrung schon wissen, über den Freibetrag zu kommen. Zudem liegt bei dieser Gruppe die Übertrittsgrenze in die Zuzahlungsfreiheit bei nur Einem vom Hundert des jährlichen Einkommens.

Abschließend bleibt also festzuhalten, dass es es durchaus wert sein kann, seinen jährlichen Medikamentenbedarf schon zu Beginn des Jahrs zu überschlagen. Auf diese Weise wird – trägt der Arzt den Befreiungsvermerk auf dem Rezept ein – keine Zuzahlung von der Apotheke eingezogen.

Mehr Infos zum Thema:
Bei der Verbraucherzentrale

Quelle:
General Anzeiger Bonn (10.1.2019)

 

Rentenanspruch durch Anrechnung der Schulzeit erhöhen

8 Jahre der schulischen Ausbildung können laut dem Deutschen Rentenversicherten Bund in Berlin bei der Berechnung der Rentenansprüche beachtet werden.

Wer noch nicht älter als 45 Jahre ist, hat die Möglichkeit, Rentenbeiträge für seine Zeit an Schule, Fachhochschule oder Hochschule nachzuzahlen, um im Alter eine höhere Rente beziehen und sich notwendige Vorversicherungszeiten wirksam anrechnen zu lassen.

Zu beachten ist, dass regulär nur die Lehrjahre ab Erreichen des 17. Lebensjahres für die Zuzahlung infrage kommen und für die Zeit zwischen dem 16. und 17. Lebensjahr nur freiwillige Beitrage gezahlt werden können.

Die Höhe der Beiträge kann zwischen den Grenzen 83,70€ und 1246,20€ gewählt werden. Um eine fundierte Einschätzung darüber zu erhalten, ob sich dieser Schritt lohnt, empfiehlt der General-Anzeiger, sich von dem entsprechenden Rentenversicherungsträger beraten zu lassen.

Quelle:
General-Anzeiger Bonn (09.01.2019)

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