Ärzte raten zur rechtzeitigen Grippeschutzimpfung

Berlin – Mit Beginn der kühlen Jahreszeit naht die jährliche Grippewelle. Ärzteverbän­de, Kassenärztliche Vereinigungen (KV) sowie Ärztekammern raten vor allem Risiko­gruppen, sich auch in diesem Jahr impfen zu lassen. Nicht zuletzt aufgrund der Erfahrungen der vergangenen Grippesaison: Im Winter 2016/2017 hatte das Robert-Koch-Institut mehr als 113.000 Influenzafälle registriert, mehr als 675 davon verliefen tödlich.

„Gerade ältere Menschen brauchen oft sehr lange, bis sie sich von der Infektion erholt haben“, erklärte Andreas Leischker, Impfexperte der Deutschen Gesellschaft für Geria­trie (DGG). Vor allem für ältere, chronisch kranke und immungeschwächte Menschen sowie Schwangere berge die Krankheit ein hohes Risikopotenzial. Der Berufsverband der Frauenärzte warnte, bei grippeerkrankten Schwangeren steige die Gefahr einer Frühgeburt.

Die Lan­des­ärz­te­kam­mer Hessen empfiehlt die Schutzimpfung vor allem für Risiko­gruppen. Aber auch Personen, die in Beruf oder Freizeit viel Kontakt zu anderen Menschen hätten, sollten sich impfen lassen. Da sich die Eigenschaften der Grippeviren von Saison zu Saison verändern, musste die Stammzusammensetzung der Influenza-Impfstoffe auch für dieses Jahr aus Bestand­teilen der aktuell weltweit zirkulierenden Influenza-Virustypen neu entwickelt werden. „Deshalb ist es notwendig, sich jedes Jahr gegen Grippe impfen zu lassen“, macht der Präsident der hessischen Ärztekammer, Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach, deutlich.

„Es geht nicht nur um den Individual-, sondern um den Kollektivschutz“, sagte auch Wolfgang-Axel Dryden, Vorsitzender der KV Westfalen-Lippe. Je mehr Menschen gegen Grippe geimpft seien, desto schwerer könnten sich die gefährlichen Viren ausbreiten.

Laut KV Brandenburg (KVBB) sind Oktober und November die besten Monate für die Schutzimpfung. „Nach der Impfung dauert es etwa 14 Tage, bis der Körper einen ausreichenden Schutz aufgebaut hat“, verdeutlichte KVBB-Vize Andreas Schwark. Vor diesem Hintergrund hat der niedersächsische Hausärzteverband seine Mitglieder bereits vor Wochen aufgefordert, aktuelle Grippeimpfstoffe in ausreichender Menge zu bevorraten.

© hil/sb/aerzteblatt.de

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