Steuertipp : So sparen Sie Erbschaftsteuer

Wer im Laufe seines Lebens Vermögen angespart hat, will das in der Regel möglichst ungeschmälert an seine Kinder weitergeben. Allerdings kann es im Erbfall zur Überschreitung des erbschaftsteuerlichen Freibetrags von 400.000 Euro pro Kind kommen. In der Konsequenz fällt für das Kind Erbschaftsteuer an. Noch schneller passiert das bei Erbschaften von Großeltern: Hier beträgt der Freibetrag pro Enkel nur 200.000 Euro. Vorausschauende Planung kann für Abhilfe sorgen.

Es kann sich anbieten, einen Teil des Vermögens bereits frühzeitig an Kinder oder Enkel zu übertragen, damit diese ihre persönlichen Freibeträge bei der Erbschaftsteuer mehrfach nutzen können. Ein weiterer erbschaftsteuerlicher Vorteil entsteht, wenn Eltern ihren Kindern nicht direkt Barvermögen schenken, sondern das Geld zuerst in eine Rentenversicherung einzahlen. Es empfiehlt sich dabei, das Kind als bezugsberechtigten Versicherungsnehmer einzusetzen, sobald der Anspruch aus der bereits laufenden Rentenversicherung fällig ist.

Der Dreh liegt beim Wert

Die Übertragung der Rentenversicherung ist eine Schenkung an das Kind, für die Schenkungsteuer fällig werden kann. Der Vorteil ist, dass für die Schenkungsteuer statt des eingezahlten Geldbetrags nur der erbschaftsteuerliche Wert der Rentenversicherung zum Ansatz kommt. Der Kapitalwert der jährlichen Rentenleistungen liegt deutlich unter dem Geldbetrag der Einmalzahlung, weil im Erbschaftsteuerrecht mit einem Zinssatz von immerhin 5,5 Prozent gerechnet wird.

Werden die Renten über eine bestimmte Laufzeit bezahlt, bestimmt sich ihr Kapitalwert nach dieser Laufzeit. Es kann damit auch ein Geldbetrag in die Rentenversicherung eingezahlt werden, der den Erbschaftsteuerfreibetrag übersteigt. Solange der Kapitalwert der Renten geringer ist als der Freibetrag, fällt keine Schenkungsteuer an.

Einen Wermutstropfen gibt es aber: Das Kind als neuer Versicherungsnehmer muss Einkommensteuer auf die Kapitalerträge aus der laufzeitabhängigen Rentenversicherung zahlen.

Quelle: Frankfurter Allgemeine online, 16.02.2018

Wenn der „Enkel“ Geld von der Oma braucht – Polizei klärt über Betrugsmaschen in Bonn und Region auf

Betrüger haben laut Polizei in den vergangenen Tagen versucht, mit Telefonanrufen in Bonn, Beuel, Oberkassel und Alfter an Geld zu kommen. Die Betrüger haben dabei gezielt Senioren im Visier. Dabei hatten sie gezielt Senioren im Visier und nutzten nicht nur deren Gutgläubigkeit, sondern auch die Gutmütigkeit in zwei Fällen erfolgreich aus. Drei Strategien sind nach Polizeiangaben bei Telefonbetrügern besonders verbreitet.

Der Enkeltrick: Dabei geben sich die Anrufer als Enkel aus. Grund für den Anruf ist immer, dass der besagte Enkel in finanziellen Schwierigkeiten steckt – sei es wegen eines Unfalls oder eines dringend notwendigen Wohnungskaufes. In der Regel fordern die Betrüger vier- oder sogar fünfstellige Beträge. Weil er im Krankenhaus liegt oder anderweitig verhindert ist, kann der „Enkel“ allerdings nicht selbst vorbeikommen und schickt einen Freund oder eine Freundin vorbei, um das Geld abzuholen.

In Oberkassel funktionierte das am Mittwoch. Nach dem Anruf gegen 14 Uhr händigte eine ältere Frau einer „Freundin“ des Enkels mehrere Tausend Euro aus. Am selben Tag gegen 13 Uhr erhielt auch eine Frau in Alfter einen solchen Anruf. Als sie misstrauisch wurde, beendete der Anrufer das Telefongespräch.

Der falsche Polizist: Der Anrufer gibt sich als Polizist aus und erkundigt sich nach Wertsachen in der Wohnung – zum Beispiel Bargeld, Schmuck oder Sparbüchern. Diese sollen von einem Kollegen entgegengenommen werden, weil in der Nachbarschaft oder im Haus selbst zu Einbrüchen, Betrug oder Diebstahl ermittelt wird. Der angebliche Beamte, der nach dem Anruf vor Ort erscheint, trägt uniformähnliche Kleidung und will die Wertgegenstände untersuchen oder zur Sicherung mitnehmen. Mit diesem Trick, bei dem die Rufnummernanzeige manipuliert wird und im Display die 110 oder die Telefonnummer der Polizei vor Ort erscheint, scheiterte ein Betrüger am 2. Februar in Beuel. Die Angerufene kannte die Masche, legte auf und informierte die Polizei.

Der angebliche Angestellte der Stadtwerke: Vergangenen Mittwoch meldete eine Frau aus der Bonner Südstadt den Anruf eines Mannes, der sich als Mitarbeiter der Stadtwerke ausgegeben hatte. Der Anrufer hatte behauptet, die Wasserrohre überprüfen zu müssen, die wegen einer Baustelle in der Nähe beschädigt sein könnten. Zeitgleich klingelte der vermeintliche Kollege an der Tür und verlangte Einlass, um den Wasserhahn in der Küche zu überprüfen.

Kurz darauf verließ der Mann fluchtartig die Wohnung. Zum Diebesgut liegen der Polizei bisher keine Erkenntnisse vor. Auch derartige Fälle treten seit vielen Jahren immer wieder auf: Mal ist es der Stromableser, mal der Schornsteinfeger oder ein neuer Mitarbeiter der Hausverwaltung. Die meisten Telefonbetrüger sind geschickte Anrufer. Oft sprechen sie ruhig und freundlich, in akzentfreiem Deutsch, sind höflich, seriös – und hartnäckig. Sie zielen auf ältere Personen ab und unter den Opfern sind mehr Frauen als Männer. Da die Ermittlung der Betrüger sehr schwierig ist, setzt die Polizei vor allem auf Prävention.

Das rät die Polizei

Sprechen Sie mit Bekannten und Familienangehörigen, die zur Zielgruppe der Betrüger gehören, und warnen Sie sie vor den verschiedenen Strategien der Betrüger.

Sollten Sie selbst betroffen sein, achten Sie darauf, keine persönlichen Informationen über finanzielle oder familiäre Verhältnisse herauszugeben.

Lassen Sie nur von der Hausverwaltung angekündigte oder selbst bestellte Handwerker ins Haus. Überprüfen Sie Dienstausweise genau oder vergewissern Sie sich durch eine Abfrage bei der jeweiligen Behörde über die Rechtmäßigkeit des Besuches.

Beenden Sie sonderbare Telefonate und verständigen Sie in allen Fällen die Polizei unter 110. Und falls die Betrüger doch erfolgreich waren, schämen Sie sich nicht, sondern melden Sie es der Polizei und reden Sie mit anderen darüber. Nur so kann den Tätern das Handwerk gelegt werden.

Weitere Tipps gibt es auf www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/

Quelle: General Anzeiger online, 11.02.2018