Würdevolle Sterbebegleitung in der Klinik: Hospizbewegung Bad Honnef und Cura-Krankenhaus kooperieren

SIEBENGEBIRGE. Die Ökumenische Hospizbewegung Bad Honnef und das Cura-Krankenhaus haben einen Vertrag geschlossen. Sterbende können nun bis zu ihrem Tod auch im Krankenhaus begleitet werden.

Eine würdige Betreuung und Begleitung in den Tod – diesen Wunsch hat eigentlich jeder. Dank einer neuen Kooperation des Cura-Krankenhauses und der Ökumenischen Hospizbewegung Bad Honnef soll dies künftig auch in den Räumen des katholischen Krankenhauses geschehen. Ziel sei „eine Lebensbegleitung bis zuletzt“.

Bereits in den vergangenen Jahren arbeiteten die Hospizbewegung und das Krankenhaus eng zusammen, doch erst eine Gesetzesänderung Ende 2015 machte die intensivierte Begleitung und Versorgung schwerstkranker Menschen möglich. Auf Wunsch werden Patienten und Angehörige im Cura von Hospizbegleitern auf ihrem letzten Weg unterstützt. Zuvor konnte die Betreuung der Patienten zwar im Krankenhaus begonnen, aber nicht abgeschlossen werden, da dies in stationären Einrichtungen nicht erlaubt war.

„Besonders Sterbende benötigen viel Pflege und eine besondere Fürsorge. Das ist durch die Pflegekräfte allein leider nicht mehr zu leisten“, sagte Pflegedirektor Guido Gering bei der Vorstellung der neuen Kooperation. „Unsere ehrenamtlich tätigen Helfer werden regelmäßig in zertifizierten Schulungen zur Palliativversorgung, Hospizarbeit und Angehörigenbegleitung geschult“, betonte die Vereinsvorsitzende Irmgard Kraft.

Krankenhausmitarbeiter profitieren

Auch die Krankenhausmitarbeiter profitieren: Sie erhalten im Rahmen der Vereinbarung Fortbildungen in der palliativen Pflege und Begleitung. „Wir möchten mit der Kooperationsvereinbarung die Sterbebegleitung mit würdiger Betreuung und Behandlung ergänzen, fördern und damit auch weiterentwickeln“, erläuterte Kraft. Das Engagement des Hospizteams solle weiter ausgebaut und bestehende Angebote ergänzt werden. Die Ökumenische Hospizbewegung Bad Honnef betreut Patienten und Angehörige aus der Region, ein weiterer Hospizdienst für Königswinter übernimmt bei Bedarf Patienten aus der Nachbarstadt.

Möglich machte die Kooperation das im November 2015 vom Bundestag beschlossene Gesetz zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland, welches am 8. Dezember in Kraft getreten ist. „Das Ziel ist ein flächendeckender Ausbau, und diese neue Gesetzeslage ist für uns ein Meilenstein“, freute sich Gering. Seit 2016 planten Verein und Krankenhaus ihre Zusammenarbeit, nun ist auch der Kooperationsvertrag offiziell unterzeichnet.

Koordiniert wird die Arbeit der Ehrenamtlichen – bei der Ökumenischen Hospizbewegung derzeit rund 40 – von Nicola Hamelmann und Guido Jackson Wilms. „Unser Vorteil ist, dass wir den Faktor Zeit mitbringen, und wir freuen uns immer über weitere Engagierte“, so Irmgard Kraft. Der Verein kooperiert bereits mit allen zehn Seniorenhäusern im Siebengebirge.

Ein neuer Befähigungskursus für Ehrenamtliche startet am 19. Oktober. Anmeldungen und Infos unter www.hospiz-bad-honnef.de oder unter 0 22 24/94 19 84.

Quelle: General Anzeiger, 27.08.2017

Krankenhaus­direktoren kritisieren Rechnungskürzungen durch Krankenkassen

Berlin – „Immer agressivere Rechnungskürzungen, mit denen die Krankenhäuser konfrontiert werden“, kritisiert der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD). In vielen Fällen gehe es den Kassenprüfern dabei nicht um Qualität oder angeblich falsche Berechnung von Leistungen, sondern darum, die Notwendigkeit von Behandlungen und stationären Aufenthalten der Patienten infrage zu stellen, um die Bezahlung der Leistungen ganz oder teilweise verweigern zu können.

„Dies sind Auswüchse des Wettbewerbs auf dem Rücken der Patienten, der Beschäf­tigten und der Krankenhäuser“, sagte VKD-Präsident Josef Düllings. Er kritisierte, die Krankenkassen präsentierten sich als Kapitalfonds, während die Kliniken unter immer größerer Mühe die Patientenversorgung aufrecht erhielten. „Unser Verband hat schon mehrfach diese sich stetig anhäufenden milliardenschweren Kontobestände kritisiert. Eine Krankenkasse ist keine Sparkasse“, sagte er. Der größte Teil der Mittel müsse, von den Versicherten erhoben, in die Patientenversorgung fließen. „Dass dies nicht geschieht, empört uns“, so Düllings.

Die Krankenkassen hatten in der ersten Hälfte 2017 einen Überschuss von 1,4 Milliarden Euro erwirtschaftet. Die Finanzreserven sind damit bis Mitte des Jahres auf rund 17,5 Milliarden Euro gestiegen. Somit wurde im ersten Halbjahr 2017 fast schon der Überschuss des Gesamtjahres 2016 von 1,62 Milliarden Euro erreicht.

Im Gesundheitsfonds, über den die Gelder an die einzelnen Kassen verteilt werden, befanden sich Ende 2016 rund 9,1 Milliarden Euro. Dies sei „Geld, das von den Versicherten kommt und ihnen in Form von Leistungen zusteht“, betonte der VKD.

Quelle: aerzteblatt online, 28.08.2017

Jeder zweite Patient sorgt nicht vor: DIVI fordert bessere Aufklärung durch Krankenkassen und Hausärzte

Fatale Folgen ohne Vollmacht: Nur jeder zweite Intensivpatient in Deutschland verfügt über eine Vorsorgevollmacht oder eine Patientenverfügung, so dass Ergebnis einer Studie des Uniklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) unter der Leitung von Professor Stefan Kluge, Präsidiumsmitglied der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) sowie Direktor der UKE-Klinik für Intensivmedizin. „Damit können wir Ärzte viele Patienten weder juristisch abgesichert noch zweifelsfrei in ihrem Sinne behandeln“, sagt Kluge. 998 Patienten auf elf Intensivstationen wurden befragt, nur 51 Prozent davon verfügten entweder über eine Vorsorgevollmacht oder eine Patientenverfügung. Überraschend auch: 39 Prozent der Befragten ohne Dokument haben sich noch nie Gedanken über diese Thematik gemacht. Die DIVI fordert nun von der Gesundheitspolitik eine bessere Aufklärung der Bevölkerung. „Auch Krankenkassen und Hausärzte sind in der Pflicht, Patienten zu den notwenigen Vollmachten umfassend zu informieren“, so Kluge.

Die Wissenschaftler kommen noch zu weiteren besorgniserregenden Ergebnissen: Bei 40 Prozent aller vorliegenden Vorsorgevollmachten sowie 44 Prozent aller Patientenverfügungen lagen unvollständig ausgefüllte Dokumente vor, die nur schwer oder gar nicht interpretierbar waren. Die Untersuchung belegt außerdem, dass lediglich 23 Prozent der Dokumente auch tatsächlich im Krankenhaus vorlagen. „Jeder Bundesbürger ab dem 18. Lebensjahr sollte eine vollständige Vorsorgevollmacht hinterlegt haben. Nur die klärt im Ernstfall, wer für den erkrankten Patienten in Gesundheitsfragen entscheiden darf.“, sagt Kluge „So kann auch ein fremder Betreuer im Krankenhaus vermieden werden.“

Bei mangelhafter Vollmacht: Im Zweifel gegen den Patientenwillen

Für den Intensivmediziner Kluge belegte die Studie das, was er schon lange bei der täglichen Arbeit beobachtet: Im Ernstfall wird bei fehlender Vorsorgevollmacht gerichtlich ein Betreuer für den Patienten ernannt. Dieser muss aber nicht unbedingt aus dem engsten Familienkreis stammen. Es kann auch eine dem Patienten völlig unbekannte Person sein. Der Hintergrund ist, dass Intensivpatienten oftmals aufgrund der Erkrankungsschwere nicht über invasive Maßnahmen aufgeklärt werden und ihre Zustimmung geben können. Üblicherweise wird daher eine rechtliche Betreuung durch einen nahestehenden Angehörigen oder einen Berufsbetreuer eingerichtet. Eine Vorsorgevollmacht macht das Einsetzen eines gesetzlich bestimmten Betreuers verzichtbar. Damit kann der Patientenwille, sofern er bekannt ist, umgesetzt werden.

Medizinisch korrekt: Dokumente müssen Maßnahmen konkret benennen

Eine Patientenverfügung sei laut Kluge vor allem für Patienten mit chronischen Erkrankungen sinnvoll. „Auch hier müssen die konkreten Maßnahmen benannt werden – zum Beispiel die Beatmungstherapie bei einem Patienten mit schwerer Lungenerkrankung oder die Dialyse bei einem Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz“, so der Mediziner. „Bei einer fehlenden oder unvollständigen Patientenverfügung sind wir auf das Gespräch mit Angehörigen angewiesen. Bislang ist das noch der häufigste Weg, um den Patientenwillen herauszufinden. Problematisch ist es nur, wenn selbst engste Angehörige den eigentlichen Wunsch des Erkrankten nur unsicher wiedergeben können. „Selbst eine mangelhaft ausgefüllte oder nicht interpretierbare Patientenverfügung kann zur Folge haben, dass Ärzte nicht eingreifen dürfen und der Patient gegen seinen Willen mit lebenserhaltenden Maßnahmen versorgt wird.“ Kluge stellte mit seiner Studie fest, dass sich nur knapp über 15 Prozent aller Patienten ärztlich bei der Erstellung ihrer Patientenverfügung beraten lassen. „Es ist jedoch ratsam, das Schriftstück dem Hausarzt vorzulegen, um alle Unklarheiten zu beseitigen“, so Kluge.

Handlungsbedarf: Patienten muss die Angst genommen werden

Nach den Ergebnissen der UKE-Studie sieht die DIVI akuten Handlungsbedarf: „Wenn wir auf diese Warnung nicht reagieren, werden die unklaren Behandlungsverhältnisse eher zunehmen“, warnt Kluge. Nun müsse die Gesundheitspolitik mit einer nationalen Initiative dafür sorgen, dass Patienten jeden Alters über die Notwendigkeit der Vorsorgevollmacht aufgeklärt werden. „Auch die Hausärzte sind in der Pflicht, ihre Patienten beim Verfassen einer expliziten, deutlichen Patientenverfügung zu unterstützen“, so Kluge. Allerdings haben Hausärzte im Regelfall nicht die Möglichkeit, diese zeitintensive Beratung abzurechnen. Das sei ein Problem, so Kluge. Patienten müsse vor allem die Angst genommen werden, die persönlichen Dokumente durch eine Fachperson prüfen zu lassen. „Nur so können wir einen Intensivpatienten behandeln, wie er es sich wirklich wünscht.

Quelle: divi.de, 28.08.2017

Krankenversicherungen: Die Zwei-Klassen-Gesellschaft in der PKV

Die Situation der privaten Krankenversicherung verbessert sich, wie der sogenannte Map-Report zeigt. Doch bei einigen Versicherern gibt es auch Grund zur Sorge, denn die Probleme häufen sich.

Wachsende Kluft zwischen privaten Versicherern

Private Krankenversicherer (PKV) gelten für manche als dekadente Alternative zur gesetzlichen Versicherung. Die Hoffnung auf eine Bevorzugung im Wartezimmer und luxuriöse Behandlungen im Krankenhaus bescheren ihnen jährlich tausende neue Versicherte. Doch nicht alle Versicherer konnten zulegen.

Entwicklungen Privater Krankenversicherer

Der Map-Report nahm die Entwicklung von Beitragseinnahmen und Bestandsentwicklung im Zeitraum von 2007 bis 2016 unter die Lupe. Die Versicherungen verloren über diesen Zeitraum hinweg unter dem Strich Kunden, seit 2012 gibt es jedoch wieder mehr Zugänge als Abgänge.

Top 5: Envivas

Als „einzige private Krankenversicherung“ bietet die Envivas Krankenversicherungs AG „maßgeschneidert Tarife für eine bestimmte gesetzliche Krankenkasse“, nämlich für die Kunden der Techniker Krankenkasse. 104 Millionen Euro Beitragseinnahmen brachte das im vergangenen Jahr – das ist ein Plus von 7,5 Prozent.

Top 4: R+V Versicherung

Fast fünf mal so viel nahm die R+V Versicherung im vergangenen Jahr ein und steigerte die Bruttobeiträge auf 506 Millionen Euro. Damit konnte die Versicherung, die den Genossenschaftsbanken gehört, ihre Beitragseinnahmen um 8,5 Prozent ausbauen. Und auch im ersten Halbjahr 2017 ging es weiter bergauf.

Top 3: Concordia

Ein geringes Beitragswachstum bescheinigt der Map-Report den privaten Krankenversicherungen insgesamt in seiner Bilanzanalyse. Dabei gelten Zuwächse wie bei der Concordia als überdurchschnittlich. 54 Millionen Euro konnte die Versicherung, hier die Hauptdirektion in Hannover, im Analysezeitraum einnehmen – und die Beitragseinnahmen so um 8,6 Prozent steigern.

Top 2: W&W – Wüstenrot & Württembergische-Gruppe

Grund für das branchenweit geringe Wachstum des Neugeschäfts sind laut Map-Report unter anderem Beitragserhöhungen. Die W&W – Wüstenrot & Württembergische-Gruppe konnte sich von der mauen Marktentwicklung abkoppeln. Sie steigerte ihre Beitragseinnahmen um 9,1 Prozent auf 216 Millionen Euro. Ebenfalls auf ein Plus von 9,1 Prozent kam die Mecklenburgische. Bei ihr stiegen die Beitragseinnahmen damit um 18 Millionen Euro.

Flop 5: Gothaer Versicherungsbank

Doch nicht allen PKVs geht es so gut, bei vielen sind die Beitragseinnahmen rückläufig. Die Gothaer nahm 824 Millionen ein, ein Minus von 0,5 Prozent. Sie ist damit eine von zwölf PKV-Anbietern mit negativer Entwicklung.

Flop 4: Signal Iduna

Trotz 2 Milliarden Euro Beitragseinnahmen keine guten Nachrichten für die Signal Iduna: Sie „floppt“ mit einem Rückgang von 0,6 Prozent.

Flop 3: Deutscher Ring

Die aufgehende Schere macht sich besonders beim Deutschen Ring bemerkbar. Der versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (VVaG), der im Gleichordnungskonzern mit der Signal Iduna auftritt, konnte nur 651 Millionen Euro einnehmen. Für den VVaG, an dessen Spitze Aufsichtsratsvorsitzender Reinhold Schult steht (hier mit dem ehemalige Vorstandsvorsitzende Wolfgang Fauter), bedeutet das einen Rückgang von 1,7 Prozent.

Flop 2: Central Versicherung

Trotz Innovationen und dem Versuch, mit moderner Technologie Kunden zu gewinnen, verzeichnet die Central Versicherung ein Minus von 2,16 Prozent im Analysezeitraum. Gegen den Rückgang hilft auch die neue App nicht, mit der Kunden ihre Mitgliedschaft verwalten können. 1,9 Milliarden Euro Beitragszahlungen nahm die Central dennoch ein.

Flop 1: Hanse Merkur

Schlusslicht ist die Hanse Merkur: Mit 1,15 Milliarden Euro Beitragseinnahmen verzeichnet sie ein Minus von 2,18 Prozent. Laut der Analyse gehört sie mit über einer Milliarde Euro Einnahmen aber trotzdem zu den Schwergewichten der Branche. Seit 2012 konnte die Hanse Merkur ihren Versichertenbestand ausbauen.

Schuld sind die Niedrigszinsen

Neben dem Bestandsverlust macht der Report aber auch das niedrige Zinsniveau für die maue Entwicklung verantwortlich. Die schrumpfenden Kapitalerträge gelten als eine große Gefahr für die gesamte Branche.

Schuld sind die Niedrigszinsen

Neben dem Bestandsverlust macht der Report aber auch das niedrige Zinsniveau für die maue Entwicklung verantwortlich. Die schrumpfenden Kapitalerträge gelten als eine große Gefahr für die gesamte Branche.

Quelle: Wirtschaftswoche.de, 27.08.2017

Programmieren Sie Ihr Gehirn um – Dünn ohne Diät: In 7 Schritten nehmen Sie ab – und bleiben für immer schlank

Dass vermeintliche Wunderdiäten nicht funktionieren, haben wir alle schon einmal erlebt. In den meisten Fällen nehmen wir viel zu schnell wieder zu. Dabei beginnt Abnehmen nicht bei der nächsten Diät, sondern im Kopf.

Der Einfluss des eigenen Bewusstseins – und noch mehr des Unterbewusstseins – auf unsere Figur steht zunehmend im Mittelpunkt von Forschungen. Die Erkenntnisse zeigen ganz deutlich: Es gibt einen engen Zusammenhang zwischen Kopf und Körper, zwischen Gewicht und Bewusstsein. Das heißt im Klartext: Nur über unsere innere Einstellung können wir dauerhaft schlank werden und vor allem bleiben.

Schlank denken geht also – aber wie? Die folgenden Mental-Tipps helfen Ihnen beim „schlank denken“ und haben einen enormen Effekt:

1. Die Frage nach dem „Warum“?

Fragen Sie sich doch einmal, warum Sie bislang nicht Ihr Wunschgewicht haben und horchen Sie in sich hinein. Gibt es etwas in Ihrem Leben, das nicht rund läuft? Haben Sie Kummer oder Stress, der Sie belastet? Negative Emotionen wirken auf den Stoffwechsel – das Ergebnis sind oft Fett-Rundungen oder Kummerspeck. Daher lohnt es sich zu erkennen, wann Sie zu viel essen und warum eigentlich.

Ist es weil Sie Stress im Job haben oder Streit mit dem Partner? Essen Sie aus Frust oder als Belohnung? Lassen Sie sich Zeit und entdecken Sie Ihren Grund. Dann wird es auch viel leichter, die Pfunde zu bekämpfen.

Über den Experten

Ulrich Oldehaver ist erfolgreicher Leistungssportler, Mentaltrainer und Geschäftsführer von Mind Visory. Er beschäftigt sich seit über 25 Jahren mit Leistungsmaximierung und Potentialentfaltung. Heute gibt er sein Wissen in Coachings und Seminaren weiter. Oldehaver betreut Teile der deutschen Olympiamannschaft sowie Führungskräfte und Menschen, die ein erfolgreiches Leben führen wollen. Er arbeitet bereits seit Jahrzehnten mit Ärzten und Spitzensportlern zusammen.

2. Setzen Sie sich ein klares Ziel

„Ich müsste mal abnehmen“, „Ab morgen esse ich dann weniger“: Das sind Sätze, die Ihr Ziel abzunehmen schon von vornherein zum Scheitern verurteilen. Denn der erste Schritt zum erfolgreichen Abnehmen ist, ein klares Ziel zu definieren. „Bis Ende August will ich 5 Kilo abnehmen“ oder „In 6 Wochen will ich wieder in meine Jeans passen“.

Konkrete Ziele erleichtern Ihren Weg. Dabei ist es wichtig, dass Ihre Ziele nicht unrealistisch sind – kleinere Ziele oder auch Etappenziele helfen Ihnen bei ersten Erfolgserlebnissen. Und jedes noch so kleine Erfolgserlebnis motiviert und lässt Sie weiter machen. Um Ihr Ziel immer vor Augen zu haben, sollten Sie es notieren und dann sichtbar aufhängen.

3. Haben Sie die richtige Motivation?

Mein Mann möchte, dass ich endlich abnehme“, „Meine Kinder finden mich zu dick“ – diese Sätze haben eines gemeinsam: Sie zeigen, dass Ihre Motivation abzunehmen nicht von Ihnen selbst kommt. Warum ist das so wichtig? Weil Menschen erwiesenermaßen viel erfolgreicher sind, wenn Sie Dinge aus eigenem Antrieb tun.

Überlegen Sie daher einmal, was Ihr persönlicher Antrieb sein könnte, ganz unabhängig von Anderen: „Ich möchte gesünder leben, fitter werden oder mich einfach wohler fühlen in meiner Haut“ – führen Sie sich Ihre eigene Motivation abzunehmen vor Augen und machen Sie sich bewusst, dass Sie etwas für sich tun und nicht für Andere. Das hilft Ihnen dauerhaft durchzuhalten und Ihr Ziel erfolgreich zu verfolgen.

Gesund essen und abnehmen
Und PDF-Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie abnehmen und trotzdem satt werden – ohne Jojo-Effekt. Plus Ärzteliste und Selbsttest.

4. Denken Sie bewusst positiv!

Ihr Denken beeinflusst immer Ihr Handeln und wer die ganze Zeit jammert und nach Ausreden sucht – wird seine Motivation schnell verlieren. Formulieren Sie Ihre negativen Sätze wie „Ich bleibe eh immer dick“ zum Beispiel um in „Ich werde abnehmen“. Je öfter Sie das tun, desto mehr verankert sich der Wille zum Abnehmen in Ihrem Gehirn, Sie werden noch motivierter und nehmen leichter ab.

Vergessen Sie Ihre Misserfolge, aber „feiern“ Sie Ihre Erfolge und freuen Sie sich über jedes Kilo, das Sie Ihrem Ziel näher bringt.

5. Verinnerlichen Sie Ihr schlankes Bild!

Stellen Sie sich einmal vor, wie Sie mit Ihrem Traumgewicht aussehen werden. Wie fühlen Sie sich dann? Wie reagiert Ihre Umwelt? Verinnerlichen Sie dieses Bild und die guten Gefühle, die es hervorruft. Und dann holen Sie das Bild und die damit verbundenen Emotionen immer wieder hervor – es wird Ihre Abnehm-Motivation und Ihren Durchhaltewillen erhöhen und sie viel seltener schwach werden lassen.

6. Übernehmen Sie die Verantwortung!

Um langfristig erfolgreich abzunehmen, müssen Sie sich immer auch eingestehen, dass nur Sie für Ihr Gewicht verantwortlich sind. Sie sind es, die entscheiden, was Sie essen und wieviel und nur Sie haben die Kontrolle über Ihren Körper und Ihre Gesundheit. Wenn Sie sich das einmal klar machen – ist es auf einmal ganz einfach einen gesunden Apfel zu essen statt der kalorienhaltigen Chips. Und damit endlich selbst Verantwortung für Ihr Gewicht zu übernehmen.

7. Lieben Sie sich selbst!

Der wichtigste von allen Tipps aber ist: Lieben Sie sich selbst! Denn nur wer sich selbst liebt und seinen Körper wertschätzt, wird gerne etwas für seinen Körper und dessen Wohlbefinden tun. Und dann ist der Weg zum dauerhaften Idealgewicht viel einfacher.

Schieben Sie es nicht auf – fangen Sie heute an mit dem Weg zu Ihrem Idealgewicht. Mit viel Bewegung, gesunder Ernährung und mit diesen Mental-Tipps. Abnehmen beginnt im Kopf und nicht mit der nächsten Diät – denken Sie sich endlich schlank!

Quelle: Focus Online 24.08.2017

Was gehört in eine gute Hausapotheke?

Mindestens zwei Mal im Jahr sollten Sie Ihre Hausapotheke einer gründlichen Prüfung unterziehen. So entdecken Sie, was fehlt oder ersetzt werden muss, weil das Haltbarkeitsdatum des Medikaments abgelaufen ist. Unsere Checkliste verrät Ihnen, welche Dinge in einer gut ausgestatteten Hausapotheke unverzichtbar sind.

Die Basis jeder Apotheke zu Hause ist ein gutes Schmerzmittel. Wirkstoffe wie Paracetamol oder Ibuprofen wirken zugleich entzündungshemmend und fiebersenkend, erfüllen also mehrere Funktionen. Denken Sie auch an Erkältungsmittel. Dazu gehören vor allem Lutschtabletten oder Sprays gegen Halsschmerzen, die Sie am besten sofort beim ersten Halskratzen verwenden. Oft lässt sich dadurch Schlimmeres verhindern. Bei Husten helfen Hustenstiller, die Sie nachts schlafen lassen. Tagsüber wählen Sie besser einen Hustenlöser, der Ihre Atemwege von Schleim befreit. Für den Fall, dass Sie ein heftiger Schnupfen erwischt, ist ein Nasenspray hilfreich. Ein Spray auf Meerwasser-Basis wirkt besonders mild und Sie können es bedenkenlos über einen längeren Zeitraum einsetzen. Übrigens: Auch Utensilien für Hausmittel wie Kräutertees und eine Wärmflasche sind in einer Hausapotheke richtig.

Nicht nur im Urlaub wichtig: Magen-Darm-Medikamente

Verdauungsprobleme entstehen oft plötzlich ohne große Vorwarnung. Deshalb sind Medikamente gegen solche Beschwerden unverzichtbar. Dazu gehört vor allem ein gutes Mittel gegen Durchfall. Verstopfung kann ebenfalls sehr unangenehm sein, halten Sie deshalb ein mildes Abführmittel bereit. Gegen Magenverstimmungen unterschiedlichster Art helfen Kräutertropfen oder Kräutertees mit Fenchel und Anis.

Abhilfe bei Allergien und Problemen der Haut

Wenn Sie unter Heuschnupfen oder anderen Allergien leiden, wissen Sie, wie wichtig Antiallergika sind. Da Symptome oft saisonal auftreten, ist es sinnvoll, die Hausapotheke rechtzeitig zu überprüfen. Sind noch Antihistaminika vorrätig? Haben Sie noch antiallergische Augentropfen? Apropos saisonal: Wenn die Pollen fliegen, sind die Insekten nicht weit. Eine Salbe oder ein Gel gegen Insektenstiche (und Sonnenbrand) darf in Ihrer Hausapotheke nicht fehlen.

Treffen selbst den Gesündesten: Verletzungen

Verletzungen, die bluten, können immer vorkommen – etwa, wenn Sie sich versehentlich mit einem Messer schneiden oder bei einem Sturz eine Schürfwunde zuziehen. Dann brauchen Sie eine desinfizierende Lösung, die eine Entzündung verhindert. Später kommt dann eine gute Wund- und Heilsalbe zum Einsatz. Wichtig außerdem: Verbandsmaterial in unterschiedlichen Größen, wie Pflaster, Kompressen oder Elastische Binden. Aber auch gegen stumpfe Verletzungen wie Prellungen oder Zerrungen sollten Sie sich rüsten. Schmerzlindernde Gels oder Salben gehören deshalb zum Standard. Ein Kühlkissen, das sich bei Bedarf im Kühlschrank abkühlt und für Linderung sorgt, rundet Ihre Hausapotheke für Verletzungen ab. Falls Ihnen diese kurze Zusammenfassung der zu beachtenden Aspekte noch nicht ausreicht und Sie gern mehr über die einzelnen Medikamente wissen möchten, oder aber eine übersichtliche Checkliste mit dem Wichtigsten darauf ausdrucken möchten, können Sie gern hier nochmal nachsehen.

Quelle: Die Seniorenblogger 23.08.2017

In Schwung bleiben für den Rücken

Vieles, was in jungen Jahren noch problemlos funktioniert, wird mit zunehmendem Alter oft zur schmerzvollen Herausforderung. Viele ältere Menschen verbringen ihren Tag öfters mit inaktiven Tätigkeiten wie Fernsehen. Hier liegt der Fehler: Rücken und Gelenke erleiden durch diesen Bewegungsmangel zusätzlichen Schaden.

Fünf Möglichkeiten, diesen Teufelskreis zu durchbrechen, sind besonders zu empfehlen: ausreichend Bewegung, eine gesunde Ernährung, regelmäßige ärztliche Vorsorge, ein rückengerechtes Umfeld sowie die Pflege sozialer Beziehungen. Produkte mit dem Gütesiegel der Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V. können beim rückengerechten Umfeld und regelmäßiger Bewegung einen großen Beitrag dazu leisten.

In Schwung bleiben
Im ersten Moment klingt es nach einer Sportart für Kinder: Trampolintraining. Doch vor allem ältere Menschen profitieren von den sanften Schwingungen. Die federnden Bewegungen trainieren alle Muskelgruppen, regen den Stoffwechsel an und verbessern die Beweglichkeit sowie den Gleichgewichtssinn. Zudem regen die regelmäßigen Druck- und Zugreize beim Trampolinspringen den Knochenstoffwechsel an, was den Verlauf einer Osteoporose positiv beeinflussen kann.

Gesunde Ernährung
Mit dem Alter eines Menschen verändert sich auch sein Körper. Die Ernährung muss an die neuen Bedürfnisse angepasst werden. Muskelabbau, der verlangsamte Stoffwechsel und häufige Sitztätigkeiten führen zu einem verringerten Grundumsatz. Eine kalorienbewusste Ernährung hilft, Übergewicht und somit eine zu starke Belastung von Bandscheiben und Gelenken zu vermeiden. Anstelle von drei großen Hauptmahlzeiten empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt. Vollkornprodukte, viel frisches Obst und Gemüse, Hülsenfrüchte und fettarmer Fisch sollten den Speiseplan dominieren, auf Zucker und Fett sollte man möglichst verzichten. Ein Trinkfahrplan mit Trinkprotokoll kann dem oft verringerten Durstempfinden entgegenwirken. Das Plus an Flüssigkeit macht die Bandscheiben wieder elastischer und unterstützt Stoffwechsel und Verdauung. Milchprodukte, grünes Gemüse, Hülsenfrüchte und Nüsse enthalten viel Kalzium, wodurch sich Osteoporose vorbeugen lässt.

Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen
Beim Älterwerden steigt auch die Anfälligkeit für Krankheiten, vor allem Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, des Stoffwechsels, des Muskel- und Skelettsystems sowie der Lungen und Atemwege. Das Bundesministerium für Gesundheit empfiehlt, die empfohlenen ärztlichen Präventions- und Früherkennungsmaßnahmen regelmäßig durchführen zu lassen. Um Veränderungen schnell erkennen zu können, sollte man zudem den eigenen Körper sorgfältig beobachten.

Rückengerechtes Umfeld schaffen
Gerade im privaten Bereich tun sich beim Älterwerden viele neue Hindernisse auf. Durch ergonomische Alltagsgegenstände im heimischen Umfeld lassen sich diese häufig umgehen. Da im Alter die Sitzdauer tendenziell zunimmt, können rückengerechte Relaxsessel Abhilfe leisten. Wichtig ist unter anderem, dass sie hinsichtlich der Bemaßungen zu den Körpermaßen des Sitzenden passen. Sowohl Rückenlehne als auch Fußstützen sollten verstellbar sein. Vor allem für Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, ist zudem eine Aufstehhilfe sinnvoll.

Quelle: bonngesund 22.08.2017

Schlechter Masernschutz – Deutschland kränkelt vor sich hin

Im Kampf gegen die Masern schwächelt Deutschland, der Europa-Vergleich fällt beschämend aus. Dabei könnte die Krankheit längst verbannt sein, wenn nur genug geimpft werden würde. Was läuft schief im Gesundheitswesen?

Von Josephin Mosch

Allein im ersten Halbjahr 2017 erkrankten hierzulande knapp 800 Menschen an Masern, eine 37-jährige Frau starb an den Folgen. Dabei wäre es möglich, die Infektionskrankheit zu eliminieren. Seit vielen Jahren existiert eine Impfung, die effektiv und sicher ist. Doch die Impfquoten sind zu gering. Erst wenn 95 Prozent der Bevölkerung immun sind, können sich die hochansteckenden Erreger nicht mehr ausbreiten.

Im Juli ist ein neues Gesetz in Kraft getreten, das die Impfquoten weiter verbessern soll und bestehende Regelungen der Gesetze zu Infektionsschutz (IfSG) und Prävention (PrävG) ergänzt. Demnach dürfen Arbeitgeber in Gesundheitsbereichen Einstellung und Einsatzort des Personals vom Impfstatus abhängig machen. Außerdem sollen Kitas künftig Eltern, die eine Impfberatung verweigern, an das Gesundheitsamt melden. Ob diese Schritte ausreichen werden, um die Masern in den Griff zu bekommen, ist allerdings fraglich.

„Im Jahr 2015 stellte Deutschland über 60 Prozent der Masernfälle in der Europäischen Union. Ein beschämendes Ergebnis für ein Land mit so einem Gesundheitssystem und so einem Bruttoinlandsprodukt“, sagt Sabine Wicker, Mitglied der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI). Nur in Italien und Rumänien gibt es ähnlich gravierende Probleme mit den Masern. Aber beide Länder haben inzwischen reagiert. Italien hat kürzlich eine Impfpflicht eingeführt, Rumänien plant ein Gesetz, um die Impfquoten zu verbessern.

Wer ist überhaupt geimpft?

Die Misere in Deutschland beginnt schon damit, dass niemand genau weiß, wie viele Menschen gegen Masern geimpft sind. Impfregister, wie es sie etwa in der ehemaligen DDR gab und die auch heute in skandinavischen Staaten existieren, fehlen. Stattdessen sind die hierzulande vorliegenden Daten reine Bestandsaufnahmen. Sie stammen vor allem aus den Schuleingangsuntersuchungen der Gesundheitsämter, bei der Kinder- und Jugendärzte die Impfpässe kontrollieren. Demnach sind etwa 97 Prozent der fünf- bis sechsjährigen Kinder einmal gegen Masern geimpft. Die nötige zweite Impfung haben nur 93 Prozent erhalten.

Doch das klingt besser, als es ist. Denn etwa sieben bis acht Prozent der Kinder, die zur Schuleingangsuntersuchung kommen, bringen keinen Impfpass mit. „Bei ihnen kann man davon ausgehen, dass der Impfschutz schlechter ist, weil nicht einmal die Impfunterlagen vorliegen“, sagt Wicker. Bei der Auswertung werden diese sieben bis acht Prozent aber nicht berücksichtigt. Die zweite Impfung haben demnach nur 93 Prozent jener Kinder erhalten, die überhaupt einen Impfpass vorlegen konnten. Der tatsächliche Prozentsatz der zweiten Impfung liegt wahrscheinlich deutlich darunter – im schlimmsten Fall bei schätzungsweise nur 86 Prozent.

Beim Masernschutz geht es aber nicht allein um Kinder. Erwachsene, die nach 1970 geboren sind, haben zum Teil in ihrer Kindheit keine oder nur eine Masernimpfung erhalten und sind sich dessen nicht bewusst. Sie sollten sich impfen lassen – doch nur jeder Vierte, der in diese Gruppe fällt, weiß das. Bei Menschen, die früher geboren sind, geht man momentan davon aus, dass sie wahrscheinlich als Kind die Masern durchgemacht haben.

Erinnern – oder zur Pflicht machen?

Eigentlich sollte das Problem zu lösen sein, denn „die meisten Impfungen unterbleiben nicht, weil sich die Menschen aktiv dagegen entscheiden“, sagt auch Annette Mankertz, Leiterin des Nationalen Referenzzentrums für Masern, Mumps und Röteln am RKI. Schätzungen gehen davon aus, dass der Anteil der strikten Impfgegner in Deutschland im niedrigen einstelligen Prozentbereich liegt. Deshalb schlägt Mankertz vor, Eltern, bei deren Kindern Impfungen fehlen, aktiv per E-Mail, Telefon oder Post an die Impfungen zu erinnern. Basis dafür wäre ein Impfregister.

Der Verband der Kinder- und Jugendärzte will deutlich mehr: Er fordert eine Impfpflicht – wenigstens für die Kinder, die in eine Kita gehen, wie der Bundesvorsitzende Thomas Fischbach erläutert.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hatte vor zwei Jahren erklärt, dass angesichts der nach wie vor unzureichenden Impfquoten eine Impfplicht „kein Tabu mehr“ sein dürfe. Er betont mittlerweile jedoch, dass erst alle anderen Schritte ausgeschöpft werden müssten. „Zudem müsste eine Impfpflicht immer mit Ausnahmen versehen werden, zum Beispiel aus weltanschaulich-religiösen Gründen“, so Gröhe. Impfgegner könnten sich dann darauf berufen.

Politische Optimisten und klinische Realisten

Deutschland hatte in den vergangenen Jahren mehrfach das Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verfehlt, die Masern zu eliminieren. Trotz allem glaubt Gröhe, dass die Maßnahmen des 2015 verabschiedeten Präventionsgesetzes kombiniert mit den Ergänzungen des Gesetzes vom Juli dieses Jahres ausreichen werden, um die Impfquoten zu verbessern. Neben durchaus sinnvollen Regelungen für medizinisches Personal, das gegen einige Erkrankungen geimpft sein muss, um vom Arbeitgeber in bestimmten Orten eingesetzt werden zu können, sieht das neue Gesetz vor, dass Eltern bei der Kita-Aufnahme belegen müssen, dass sie bei einer Impfberatung waren.

Verweigern sie sich der Beratung, muss die Kita sie ans Gesundheitsamt melden. Dann drohen nach Infektionsschutzgesetz unter Umständen Bußgelder. Entscheiden sich die Eltern aber nach der Beratung gegen das Impfen, hat das keine Konsequenzen, bemängelt Kinder- und Jugendarzt Fischbach.“Die Hürde ist höher, sich nicht beraten lassen, aber das führt letztlich nicht zwingend zu einer Impfung.“ Der Verband der Kinder- und Jugendärzte fordert deshalb, dass nur die Kinder einen Kitaplatz bekommen, die den Empfehlungen entsprechend geimpft seien.

Rechtlich wäre das durchaus denkbar, meint Andreas Spickhoff, Professor für Medizinrecht an der LMU München: „Ein gesetzlicher Anspruch auf einen Kitaplatz könnte landesrechtlich an bestimmte Auflagen geknüpft werden.“

Das hätte einen ähnlichen Effekt wie eine Impfpflicht. Freilich müssen Eltern ihre Kinder nicht in einen Kindergarten geben oder können alternativ zu einer staatlichen eine private Einrichtung wählen, die keine solchen Auflagen macht. Eine Impfung zur Bedingung zu machen, in die Schule gehen zu können, wäre hingegen rechtlich schwierig, weil Deutschland eine Schulpflicht hat.

Australien verfolgt seit anderthalb Jahren noch ein anderes Modell: Um die Impfquoten zu verbessern, wurde zwar keine Impfpflicht eingeführt, wohl aber eine Sanktion. Nach dem Prinzip „Keine Spritze, kein Geld“ („No Jab, No Pay“) erhalten nur Eltern, die ihre Kinder impfen lassen, staatliche Gelder und steuerliche Vorteile für die Versorgung ihrer Kinder – mit Erfolg: Ein Jahr nach der Einführung dieser Maßnahmen waren etwa 200.000 Kinder, bei denen zuvor Impfungen fehlten, den Empfehlungen entsprechend geimpft.

Quelle: Spiegel Online 22.08.2017

Krankenhausaufenthalte – Zahl der Patienten steigt

Immer weniger Krankenhäuser, immer mehr Patienten: Nach der neuesten Statistik setzte sich dieser Trend auch im vergangenen Jahr fort. Zudem werden Patienten immer früher entlassen.

In Deutschland ist die Zahl der Klinikpatienten im vergangenen Jahr leicht gestiegen. 2016 wurden 19,5 Millionen Patienten stationär im Krankenhaus behandelt – das waren 277.400 oder 1,4 Prozent mehr als im Vorjahr, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Im Schnitt waren die Patienten 7,3 Tage in der Klinik – 1991 waren es noch etwa zwei Wochen.

Die durchschnittliche Bettenauslastung der öffentlichen, privaten und freigemeinnützigen Häuser lag bei 77,8 Prozent. Insgesamt verfügten die deutschlandweit 1948 Kliniken über 498.700 Betten zur stationären Versorgung.

Einen Anstieg gab es auch beim Krankenhauspersonal: So stieg die Zahl der 158.000 Vollzeitkräfte im ärztlichen Dienst um 3600 – das entspricht 2,3 Prozent. Im nichtärztlichen Dienst gab es einen Anstieg um 22.800 auf 736.500 Mitarbeiter. Davon gehörten 325.200 Arbeitskräfte zum Pflegedienst. Hier wurde im Vergleich zu 2015 ein Zuwachs um 4300 Mitarbeiter (1,3 Prozent) verzeichnet.

Immer weniger Krankenhäuser

Darüber hinaus nahmen knapp zwei Millionen Patienten im vergangenen Jahr eine stationäre Behandlung in einer der bundesweit 1148 Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtung in Anspruch. Das waren 13.300 mehr als im Vorjahr (0,7 Prozent). Die durchschnittliche Bettenauslastung lag hier bei 83,2 Prozent.

Schon lange ist die Zahl der Krankenhäuser in Deutschland rückläufig. 1991 gab es noch rund 2400 Kliniken, 2015 zählte das Statistische Bundesamt nur noch 1979. Im Durchschnitt wurden pro Jahr etwa 20 Häuser geschlossen. Gleichzeitig hat sich auch die Zahl der Betten reduziert. Gestiegen ist dagegen die Zahl der Patienten. 1991 versorgten die Krankenhäuser nur etwa 14,5 Millionen Patienten vollstationär.

Quelle: Spiegel Online joe/AFP/dpa

Leistungsfähigkeit steigern – Warum die richtige Ernährung so wichtig ist

Sie wollen Ihr Gedächtnis stärken, die Muskeln explodieren lassen oder die Ausdauer eines Marathonläufers? Dann vergessen Sie Pülverchen und Pillen. Mit einer zielgerichteten Ernährung erreichen Sie auf gesundem Weg die weit besseren Ergebnisse.

Er ist mittlerweile normal geworden: der Wunsch nach Mitteln, die uns klüger, ausdauernder und schöner machen. Der Markt in Europa für Pillen und andere leistungssteigernde Mittelchen boomt. Da wittern Betrüger und Hersteller von illegalen Substanzen ihre Chance.

Bevor Sie aber zu  dubiosen und zumeist auch überteuerten Mitteln greifen, essen Sie doch lieber was Gutes. Denn mit der richtigen Ernährung können Sie sich ganz legal „dopen“. FOCUS Online hat mit Ernährungsmediziner Matthias Riedl gesprochen, was auf den Speiseplan gehört, wenn Sie gezielt Ihre Leistung fördern wollen.

1. Das richtige Essen für mehr Konzentration

Jeden Tag leistet unser Gehirn Schwerstarbeit, denn es steuert alle Prozesse in unserem Körper . Milliarden Nervenzellen verarbeiten Informationen. Dafür wird rund ein Fünftel unseres täglichen Energiebedarfs aufgewendet, auch wenn unser Gehirn sehr effizient arbeitet. Um es optimal zu versorgen, sollten Sie es mit wichtigen Nährstoffen füttern.

Um einen einwandfreien Ablauf zu garantieren, brauchen die grauen Zellen Kohlenhydrate, Mineralien, Omega-3-Fettsäuren, Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe. Wer sich entsprechend ernährt, kann seine Konzentrationsfähigkeit steigern. Mit einer falschen Ernährung schadet man sogar seiner Denkfähigkeit, wie eine Studie an iranischen Schulkindern zeigte.

Insgesamt wurden 245 Grundschüler untersucht. Einmal Kinder, die gesund und ausgewogen aßen, zum anderen Kinder, die viel Zucker, Weißbrot und Nudeln zu sich nahmen. Das Ergebnis: In anschließenden Tests schloss die letztere Gruppe wesentlich schlechter ab.

Langkettige Vielfachzucker

Wer also lange Zeit konzentriert arbeiten und denken will,   sollte sogenannte komplexe Kohlenhydrate zu sich nehmen. Diese langkettigen Vielfachzucker liefern unserem Gehirn über mehrere Stunden kontinuierlich Glukose, im Gegensatz zu kurzzeitigen Energie-Boostern. Traubenzucker, früher zu Konzentrationszwecken empfohlen, können Sie getrost vergessen. Er gibt nur einen kurzen Push.

Omega-3-Fettsäuren

Die Informationsübertragung und -speicherung findet in den Nervenzellmembranen statt. Diese müssen mit Omega-3-Fettsäuren versorgt werden.

Wer nicht zu Fischöl-Kapseln greifen möchte, kann es über fetten Seefisch wie Karpfen, Makrele oder Butterfisch zu sich nehmen. Als pflanzliche Alternative gilt Raps- oder Leinöl, aber auch Hanf- oder Nussöle. Die können Sie unter Ihr Essen mischen oder pur zu sich nehmen. Mit einem Löffel pro Tag sind sie gut versorgt.

Speiseplan fürs Gehirn

  • Starten Sie den Tag mit komplexen Kohlenhydraten: Essen Sie zum Beispiel Vollkornbrot , Haferflocken, Müsli oder Früchte. Jedoch sind nicht alle Kohlenhydrate gut. Zucker, Süßes und Weißmehl sorgen nur für ein kurzes Hoch und lassen die Energie anschließend rapide sinken.
  • Zum Mittagessen: ungeschälter Reis, Wurzelgemüse, Nüsse, Obst und einmal die Woche Seefisch als Omega-3-Fettsäuren-Lieferant.
  • Trinken Sie über den Tag ausreichend Wasser. Das Gehirn besteht überwiegend aus Wasser. Wer zu wenig trinkt, kann sich schlechter konzentrieren.
  • Snacks zwischendurch: Karotten, Walnüsse, Hirse und Rote Bete.

Schlauer werden Sie durch diese Ernährung nicht im eigentlichen Sinne. Jedoch sorgen Sie dadurch dafür, dass ihr Gehirn so versorgt ist, dass es seine volle Leistungsfähigkeit entfalten kann.

2. Diese Lebensmittel sorgen für starke Muskeln

Wer Muskeln aufbauen will, sollte am Tag 1,4 bis 1,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht aufnehmen.

Aber Achtung: Zu viel Eiweiß riskiert eine Überforderung der Nieren. Zu wenig ist ebenso schädlich für den Organismus. Die Untergrenze liegt laut unserem Experten bei 0,8 Gramm.

Ohne Training keine Muskeln

Ein Training der Muskeln ist natürlich zu ihrem Aufbau unerlässlich.   Unterstützend können Sie Ihren Ernährungsplan angleichen und an Trainingstagen schon zum Frühstück ausreichend Eiweiß zu sich nehmen. Um das Optimum beim Aufbau zu erzielen, sollten Sie circa anderthalb bis drei Stunden vor dem Training Eiweiß essen und nicht später als zwei Stunden nach dem Workout.

Hochwertige Proteine und Kohlenhydrate sind nach dem Training in der Erholungszeit der Muskeln empfehlenswert.

Speiseplan für die Muskeln

  • Starten Sie Ihren Tag mit einem eiweißreichen Frühstück. Essen Sie dafür zum Beispiel Hüttenkäse, Magerquark, Eier oder Joghurt.
  • Wer lieber pflanzlich essen möchte, kann zu Hanfsamen, Sojabohnen, Erdnüssen oder Kürbiskernen greifen. Auch in Linsen ist viel Eiweiß enthalten.
  • Snacks zwischendurch: Ein absoluter Liebling bei Sportlern ist Erdnussbutter. Ob man nun daraus eine Soße zaubert oder sie einfach nur auf ein Vollkornbrot streicht, bleibt Ihnen überlassen.
  • Auch beim Muskelaufbau ist es wichtig, viel zu trinken. Vor allem, da das Training mitunter schweißtreibend sein kann.
  • Essen Sie nach dem Training komplexe Kohlenhydrate wie Hafer-, Dinkel-, Gersten- und Roggenflocken oder Vollkornnudeln.

Ernährungsmediziner Riedl erklärt: „Beziehen Sie Ihr Eiweiß nicht nur aus rotem Fleisch, denn dieses steht im Verdacht, bei über 80 Gramm am Tag zu Krebs zu führen. Setzen Sie lieber auf eine ausgewogene Mischung aus tierischen und pflanzlichen Eiweißen.“

3. Die perfekte Kost für eine bessere Kondition

Wenn wir uns schnell bewegen, atmen wir schneller. Beim Laufen wird   unser Herz-Kreislauf- und Atemsystem beansprucht und der Organismus mit Sauerstoff versorgt. Auch unser Blutkreislauf wird angeregt. Umso wichtiger, dass unser Herz und unsere Lungen gesund sind. Schädlich sind also ein hoher Cholesterinspiegel, Bluthochdruck und natürlich Übergewicht.

Um Ihren Cholesterinspiegel zu senken, greifen Sie zu Lebensmittel, die reich sind an sekundären Pflanzenstoffen, Vitaminen und Zink. Auf Kohlenhydrate sollten Sie als Ausdauersportler keines Falls verzichten.

Wer seine Energie nur aus Fett und Eiweiß bezieht, hätte nach dem Ausdauertraining – sei es nun Laufen, Radfahren oder Schwimmen – einen rapiden Leistungsabfall. Leider kann unser Körper Kohlenhydrate nicht lange speichern. Daher müssen die Speicher regelmäßig aufgefüllt werden.

Speiseplan für mehr Kondition

  • Wer morgens trainiert, sollte bereits drei Stunden vor dem Training Kohlenhydrate zu sich nehmen. Starten Sie ihren Tag mit einem Müsli aus Haferflocken oder Vollkornbrot.
  • Essen Sie Gemüse, Salat und zum Beispiel mageres Fleisch oder leichten Fisch wie Kabeljau, Schellfisch oder weißen Heilbutt zu Mittag um ihr Cholesterin niedrig zu halten.
  • Als Snacks für unterwegs eignen sich Beeren, Fruchtjoghurt, Rosinen, Nüsse oder Müsliriegel.

Quelle: focus Online 14.08.2017

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