Kann Zweisprachigkeit Alzheimer verzögern?

Wer im Alltag mehr als eine Sprache spricht, kann eine mögliche Alzheimererkrankung vielleicht etwas länger aufschieben. Darauf deutet nun auch eine Studie aus der Hirnforschung hin.

 

Wer zwei Sprachen spricht, hält sein Hirn fit – darauf deuten inzwischen zahlreiche Studien hin. Sprachtalente scheinen etwa über mehr graue und weiße Hirnsubstanz in bestimmten Arealen zu verfügen und besser dazu in der Lage zu sein, noch bis ins hohe Alter hinein kognitiv anspruchsvolle Aufgaben zu meistern, um nur zwei Beispiele zu nennen. Mittlerweile mehren sich die Hinweise, dass Zweisprachigkeit sogar die Alzheimerdemenz verzögern kann: So zeigen erste epidemiologische Untersuchungen, dass die Krankheit bei Menschen, die mit mehr als einer Sprache aufwachsen und leben, im Schnitt erst viereinhalb Jahre später ausbricht.In eine ähnliche Richtung weisen nun auch die Ergebnisse einer Studie von Forschern um Daniela Perani von der Università Vita-Salute San Raffaele in Mailand. Sie untersuchten 85 Alzheimerpatienten aus der Stadt Bozen in Südtirol, von denen rund die Hälfte neben Italienisch auch Deutsch sprach. In Tests, die das Kurz- und Langzeitgedächtnis der Probanden abklopfen sollten, schnitten die bilingualen Teilnehmer besser ab als ihre einsprachigen Leidensgenossen, entdeckten die Wissenschaftler. Und das, obwohl die zweisprachigen Versuchspersonen im Schnitt fünf Jahre älter waren und über eine schlechtere Schulbildung verfügten – zwei Faktoren, die sich eher ungünstig auf eine Alzheimerprognose auswirken.

Ein Blick auf das Gehirn der Probanden per Positronenemissionstomografie (PET) offenbarte zudem, dass bei den zweisprachigen Alzheimerpatienten zwar in manchen Hirnregionen der Stoffwechsel stärker gedrosselt war als bei den einsprachigen Teilnehmern. Dafür zeigten andere Areale aber einen deutlich regeren Stoffwechsel, und sie kommunizierten offenbar besser miteinander.

Perani und ihre Kollegen interpretieren diese Beobachtung als eine Art Kompensationsverhalten des Gehirns. So scheine es bei den Probanden, die Deutsch und Italienisch sprechen, besser mit dem kognitiven Abbau zurechtzukommen.
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Im Zuge der Globalisierung würden inzwischen zahlreiche Menschen auf der Welt mit einer zweiten Sprache leben, schreiben die Forscher am Schluss ihrer Arbeit. Sie glauben allerdings nicht, dass deshalb auch die halbe Welt besser gegen Alzheimer gerüstet sei. Denn viele Menschen würden zwar im Beruf oft eine zweite Sprache sprechen, diese dann aber spätestens nach ihrem Ausstieg aus dem Berufsleben kaum noch benutzen. Perani und ihr Team vermuten, dass nur Menschen, die auch bis ins hohe Alter noch mit zwei Sprachen leben, von den Vorteilen der Bilingualität vollends profitieren können. Das zeigte sich auch in ihrem Versuch: Die vorteilhaften Stoffwechselmuster im Gehirn der Probanden waren umso ausgeprägter, je häufiger diese tatsächlich Deutsch und Italienisch im Wechsel nutzten.

Insgesamt kontrollierten Perani und ihre Kollegen ihre Ergebnisse auf eine ganze Reihe von Einflussfaktoren. Der Sprachvorteil trat dabei unabhängig von verschiedenen demografischen Variablen wie Bildung, Beruf und Geschlecht zu Tage.

Quelle: © Spektrum.de

Big Data im Gesundheitswesen – was können Routinedaten?

Das Informationssystem Versorgungsdaten (Datentransparenz) ist im Jahre 2014 gestartet. Ein Datenschatz aller rund 70 Millionen gesetzlich Versicherten in Deutschland ist seither verfügbar. Dieser beinhaltet u. a. Angaben über ambulante und stationäre Diagnosen sowie zur ambulanten Arzneimittelversorgung. Im Jahre 2017 stellt sich die Frage was diese Daten tatsächlich bringen? Und vor allem was das für Daten sind – diese sogenannten Routinedaten. Der auf dem Bild abgebildete Schrottplatz soll das Folgende symbolisieren: zum einen die schier unendlichen Daten und zum anderen den Aspekt, dass die Daten nur so gut sind, wie sie durch die Ärzte kodiert werden.

Begriff

Routinedaten im Gesundheitswesen sind standardisierte Informationen, die v.a. zu Abrechnungszwecken mit den Leistungserbringern erhoben werden. Dies sind bspw. Daten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), Renten- und Unfallversicherung (Sozialdaten), aber auch der amtlichen Statistik (z. B. Krankenhausdiagnose- oder DRG-Statistik, siehe auch Vergütungssystem). Im Gegensatz zu Primärdaten, die eigens für den wissenschaftlichen Verwendungszweck erzeugt werden, handelt es sich bei Routinedaten um bereits vorliegende Daten, die zunächst für andere, nicht primär wissenschaftliche Zwecke erhoben wurden.

Merkmale

Die zu Abrechnungszwecken zwischen Leistungserbringern und Krankenkassen übermittelten Daten der Gesetzlichen Krankenversicherung, um beispielhaft die am stärksten genutzten Routinedaten zu charakterisieren, sind durch Gesetzliche Bestimmungen (hier SGB V, vgl. Sozialgesetzbuch) und Verordnungen (GKV-Datenaustausch) weitgehend formalisiert und standardisiert. Unterschiede zeigen sich lediglich auf der technischen Ebene, also wie bei den Dateneignern die Versichertenstammdaten und die Versorgungsdaten organisiert sind. Für die wissenschaftliche Nutzung können die versorgungsrelevanten Daten nach projektspezifischen Vorgaben selektiert und i.d.R. in pseudonymisierter Form genutzt werden.

(C) DIMDI 2016
Aufbau (Datenkranz) der DIMDI-Versorgungsdaten

Vorteile

Die Vorteile der GKV-Routinedaten liegen zunächst in der Größe der in wissenschaftliche Auswertungen einschließbaren Population, in der Länge (Kontinuität) der beobachtbaren Zeiträume sowie in der Tatsache begründet, dass diese Daten einen weitgehend unverzerrten Blick auf die Versorgungsrealität gestatten. Weitere Vorzüge sind in der Erfassung der Nachfrage nach bestimmten Gesundheitsleistungen und der Aufschlüsselung nach soziodemographischen Faktoren (z.B. Alter, Geschlecht, Versichertenstatus) zu sehen. Da Routinedaten aus dem Versorgungsalltag stammen, weisen sie in der Regel eine hohe externe Validität auf, so dass allgemeine Rückschlüsse auf die Grundgesamtheit bei einer ausreichend großen Stichprobe grundsätzlich möglich sind. Weitere Vorteile der Routinedaten liegen insbes. in folgenden Eigenschaften und Informationen: Personenbezug, Populationsbezug, Arzt- und Institutionenbezug, Behandlungsdaten aller Sektoren, mögliche Zuordnung von Kosten und einer kostengünstigen Beschaffung. Diese Eigenschaften unterstreichen, dass Routinedaten eine wichtige Informationsquelle zur Darstellung der erbrachten Versorgungsleistungen (Output) sowie der Intensität ihrer Inanspruchnahme sind. Routinedaten-/Sekundärdaten stehen in Abwägung ihrer Vor- und Nachteile durchaus gleichberechtigt neben Primärdaten.

Primäres Ziel

Primäres Ziel von Routinedaten, hier konkret der GKV-Daten, ist die Erfassung von – meist abrechnungsrelevanten – Informationen aus der medizinischen Routineversorgung. Ziele der Nutzung der Routinedaten als Sekundärdaten sind bspw. die Beantwortung von epidemiologischen Fragestellungen, von Fragen der Versorgungsforschung, der Qualitätssicherung oder die Erkenntnisgewinnung für gesundheitsökonomische Studien. Die genannten Merkmale und die mit der wissenschaftlichen Nutzung dieser Daten verbundenen Zielsetzungen gelten in ähnlicher Weise für die Routinedaten anderer Sozialversicherungsträger und weiterer Dateneigner.

Maßnahmen bzw. Instrumente

In Anlehnung an die im Jahre 2000 veröffentlichte „Gute Epidemiologische Praxis“ (GEP) wurde erstmalig im Jahr 2005 ein Standard für die Verwendung und Auswertung von Routinedaten im Gesundheitswesen etabliert, der zugleich Grundlage für vertragliche Absprachen zwischen Primärnutzern (wie bspw. Krankenkassen) und Sekundärnutzern (wie bspw. Forschungsinstituten) sein soll. Die erste Version der „Guten Praxis Sekundärdatenanalyse“ (GPS) wurde von der Arbeitsgruppe Erhebung und Nutzung von Sekundärdaten (AGENS) der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP) und der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi) veröffentlicht. Bis 2014 erfuhr die GPS zwei weitere Revisionen. Formal orientiert an der GEP, aber durchaus als eigenständiger methodischer Standard zu verstehen, umfasst die GPS insgesamt elf Leitlinien, die von ethischen Prinzipien über Qualitätssicherungsmaßnahmen bis hin zur verantwortungsvollen Kommunikation der Analyseergebnisse reichen. Hierbei wurden insbes. weitere Empfehlungen zur Leitlinie Datenschutz ergänzt.

Aktuelle Diskussion

Die Nutzung von Routinedaten im Gesundheitswesen hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Mittlerweile beschäftigen sich die unterschiedlichsten Fachdisziplinen mit Routinedaten. Ihr Einsatzspektrum reicht von der Versorgungsforschung über gesundheitsökonomische Analysen bis hin zur Verwendung für Modellierungen im Medical Decision Making und Health Technology Assessment (HTA). Auch vom Gesetzgeber wurde die Bedeutung dieser Datenquellen für die Gesundheitsberichtserstattung, Evaluation und Steuerung unseres Gesundheitssystems erkannt. Die zunehmenden technischen Möglichkeiten haben ebenso dazu geführt, dass größere Datenmengen unkompliziert verarbeitet werden können. Dabei nimmt die Analyse- und Aussagefähigkeit mit der Größe des erhobenen Datenmaterials zu, da eine bessere Repräsentanz der Versichertenpopulation gegeben ist. Sekundärdatenanalysen werden zunehmend als Datengrundlage der Gesundheitswissenschaft und der Gesundheitspolitik genutzt.

Im Zuge der anfangs erwähnten Datentranzparenzverordnung melden die einzelnen Daten an das Bundesversicherungsamt (BVA), welches wiederum die Daten an das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) übermittelt. Theoretisch ist vieles möglich. Praktisch gibt es Herausforderungen. Zum einen sind die inhaltlichen Kenntnisse über den Umgang mit Routinedaten unterschiedlich Das reicht von der Logik der Datenkodierung bis hin zu Structured Query Language (SQL)-Kenntnissen. Es ist ein Balance-Akt zwischen einem möglichst einfachem Zugang und möglichst hohem Schutz des Individuums. Die bisherigen Anfragen, die beim DIMDI eingegangen sind bewegen sich im zweistelligen Bereich. Vorliegende Ausgleichsjahre sind 2009-2013. Der Zeitverzug kommt zustande, weil die Daten aufwendig aufbereitet werden müssen. Wenn Sie zu den berechtigten Institutionen (§§ 303a bis 303e Sozialgesetzbuch V) gehören, dann können sich spannende Fragestellungen ergeben. Dieser „Public Use File“ ist trotz der Kritik der eingeschränkten Analysemöglichkeiten ein Datenschatz. Denn: bei vielen Krankheiten in Deutschland gibt es nicht einmal verlässliche Zahlen über Inzidenzen und Prävalenzen. Alleine diese rein deskriptiven Analysen bieten schon enorm viel Potenzial. Aber eines sei auch noch erwähnt: Leider steht derzeit noch kein Gastarbeitsplatz beim DIMDI (vollends) zur Verfügung, so dass ein Antrag auf Datenfernverarbeitung zu stellen ist. Und sicherlich ist etwas Zeit nötig, nach dem Ziehen eines Tickets.

Weiterführende Literatur

Beitrag zu Routinedaten (Langfassung): http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/routinedaten-im-gesundheitswesen.html

Ende 2016 wurde der Evaluationsbericht durch das DIMDI veröffentlicht: http://www.dimdi.de/static/de/versorgungsdaten/wissenswertes/evaluationsbericht.html

Quelle: xing newsProf. Dr. David MatusiewiczProf. Dr. David Matusiewicz

Zahl der Mitarbeiter in Pflegeberufen steigt

Die Zahl der Mitarbeiter im Gesundheitswesen ist gestiegen – besonders in der Altenpflege. Der Anstieg fiel jedoch schwächer aus als in den Vorjahren.

Die alternde Bevölkerung lässt die Jobs im Gesundheitswesen steigen. Die Zahl der Mitarbeiter in medizinischen Gesundheitsberufen habe sich im Jahr 2015 auf 2,8 Millionen erhöht, teilte das Statistische Bundesamt mit. Das seien 1,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Im Vergleich zu früheren Jahren fiel der Anstieg allerdings schwächer aus: Im Jahr 2014 waren die Beschäftigtenzahlen noch um 2,2 Prozent gestiegen, 2013 sogar um 2,9 Prozent.

Im gesamten Gesundheitswesen waren Ende 2015 laut der Statistik rund 5,3 Millionen Menschen beschäftigt. Vor allem der Anteil der Beschäftigten in der Altenpflege und in anderen Berufen des Gesundheitswesen, zu denen etwa Verwaltungs-, Reinigungs- und Betreuungskräfte gehören, stieg an.

Überdurchschnittlicher Zuwachs in stationärer und ambulanter Pflege

In der jüngsten Pflegestatistik hatte das Statistische Bundesamt die Zahl der Pflegebedürftigen im Jahr 2015 mit 2,9 Millionen Menschen angegeben. Davon wurden mehr als zwei Millionen Menschen zu Hause versorgt, 692.000 von ihnen durch oder mit ambulanten Pflegediensten.

Ein überdurchschnittlicher Zuwachs um 4,5 Prozent wurde in der stationären Pflege verzeichnet. In der ambulanten Pflege stieg die Zahl der Beschäftigten sogar um 5,4 Prozent – nach Angaben der Statistiker eine Auswirkung des ersten Pflegestärkungsgesetzes, das Anfang 2015 in Kraft trat.

Doch auch der Bedarf nach Therapeuten aus dem nichtärztlichen Bereich schlug sich bei den Beschäftigungszahlen nieder. In der nichtärztlichen Therapie und Heilkunde wurde im Jahr 2015 ein Zuwachs um 2,6 Prozent verzeichnet.

Quelle: Spiegel online kry/dpa/AFP

Immuntherapie gegen Krebs; Der Körper hilft sich selbst

Der Immunologe Tasuku Honjo ist der Vater einer Krebstherapie, die derzeit große Hoffnungen weckt: Immuntherapie. Ärzte müssen jetzt beim Patienten auf ganz neue Dinge achten.

Die Medizin nutzt spezielle Antikörper (grün und lila), die eine Bremse im Immunsystem ausschalten sollen (hier gelborange). Dadurch soll es imstande sein, Krebszellen zu bekämpfen.

Mit Golfspielen hält er sich fit, überzeugt, dass sich körperliche Stärke auf die geistige auswirkt. Tasuku Honjo hofft, vielleicht noch fünf, zehn Jahre wie bisher weitermachen zu können. Danach ist er sich nicht so sicher, ob er nicht vielleicht doch an seine Grenzen kommt. Aber vorher denkt der japanische Immunologe nicht einmal daran, die Forschung aufzugeben. Oder das Unterrichten und Betreuen von Studenten zu lassen. Dabei treibt Honjo, der jetzt am 27. Januar seinen 75. Geburtstag feiern kann, mit seinen Entdeckungen nicht nur das eigene Fachgebiet, die Immunologie, seit Jahrzehnten entscheidend voran, sondern außerdem die Onkologie.

Sonja Kastilan Folgen:

Wenn derzeit über Immuntherapien gegen Krebs berichtet wird, die auf sogenannten Checkpoint-Hemmern beruhen, ist das unter anderem sein Verdienst. Tumoren der Haut, Lunge und Niere zählen zu den bereits zugelassenen Anwendungsbereichen. Doch erprobt wird diese Art von Medikamenten bereits auch an anderen Krebspatienten, die davon profitieren könnten, dass ihr Immunsystem die bösartigen Wucherungen eindämmt. Den Schlüssel dazu liefert das Molekül PD-1, dessen Einfluss auf den programmierten Zelltod Honjo mit seinen Mitarbeitern 1992 entdeckt hatte: „Eher zufällig, aber es erschien mir interessant, und dieser Eindruck steigerte sich mit jedem weiteren Schritt, den wir mit unseren Studien machten. Schließlich mündete es sogar in der klinischen Anwendung.“ Die Ergebnisse aus den Versuchen an Mäusen ließen sich auf den Menschen übertragen: Spezifische Antikörper können die Funktion von PD-1 unterbinden, daraufhin werden T-Zellen aktiv, die durch sie nun angegriffenen Tumore bilden sich zurück, und Krebspatienten überleben länger. Wenn sie denn auf diese Therapie ansprechen, und solange die Nebenwirkungen nicht zu heftig werden, etwa das Herz oder andere Organe angegriffen werden. Zwei Präparate, die in diesen Mechanismus eingreifen, sind mittlerweile auch in Deutschland auf dem Markt.

Immuntherapie auf dem Vormarsch

Wenn er über seine Arbeit spricht, ist Tasuku Honjo ganz der ernsthafte Wissenschaftler, dessen Klarheit und Konsequenz des Denkens seine internationalen Kollegen ebenso schätzen wie sie ihn für seine Disziplin, Beharrlichkeit und den Enthusiasmus für die Immunologie bewundern. Bei einem Treffen in Kyoto ist dem japanischen Forscher während des Gesprächs kaum anzumerken, dass er als einer von drei Preisträgern gerade eine Woche lang groß gefeiert wurde. Mit Abendempfängen, traditionellen Zeremonien, Festakt, Bankett, Workshop und mehreren Vortragstagen. Ein umfassendes Programm, das sich in diesem Jahr noch mit einem wissenschaftlichen Symposion in San Diego und Oxford fortsetzen wird.

Kyoto Tasuku Honjo wurde am 27. Januar 1942 in Kyoto geboren. Seine Liebe zur Biologie entdeckte er bereits als Schüler, Insekten faszinierten ihn besonders. Daraus entwickelte sich während des Medizinstudiums in Kyoto eine Begeisterung für Immunologie und Grundlagenforschung. 1975 promovierte er im Bereich der Medizinischen Chemie, forschte bis 1979 an der Universität in Tokio, wechselte dann als Professor nach Osaka und 1984 zurück nach Kyoto; von 1989 bis 1997 wirkte er zudem an der Universität von Hirosaki. Seit 2005 ist Honjo emeritiert, betreut aber nach wie vor Studenten. Er ist unter anderem Mitglied der Leopoldina, Deutschlands Nationaler Akademie der Wissenschaften, und erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter 2012 den Robert-Koch-Preis und 2016 den Kyoto-Preis.

Neben der amerikanischen Philosophin Martha Craven Nussbaum und dem japanischen Robotikexperten Takeo Kanade wurde Tasuku Honjo im November mit dem Kyoto-Preis 2016 gewürdigt: für seine Erfolge auf dem Gebiet der Grundlagenforschung. Dass die Diagramme beim öffentlichen Vortrag im Internationalen Konferenzzentrum so manchen Zuhörer an seine Grenzen brachten, lag wohl weniger an den japanischen Schriftzeichen neben seinen Grafiken als an der Komplexität des von ihm erklärten Geschehens im menschlichen Immunsystem. Antigene, Antikörper, T- oder B-Lymphozyten sind nicht jedermanns Ding. Aber die Botschaft, dass das eigene Immunsystem helfen kann, gegen Tumoren vorzugehen, blieb trotzdem hängen. Sein Workshop an der Universität ging am Tag darauf tiefer ins Detail, doch hier schien es Honjo leichter zu fallen, die Bedeutung einzelner Moleküle und Gene für Impfungen oder die Krebstherapie herauszustellen, er zelebrierte ein „Revival der Immunologie“.

Mit sehr viel Glück

Kyoto, wohin der Stifter und Unternehmer Kazuo Inamori seit 1985 alljährlich zur Verleihung der Kyoto-Preise in drei Kategorien einlädt, ist Honjos Geburts- und Heimatstadt. Hier studierte er an der medizinischen Fakultät und promovierte 1975, nachdem er von Forschungsaufenthalten in Baltimore und Bethesda nach Japan zurückgekehrt war. Dass er immer wieder betont, sehr viel Glück gehabt zu haben, erklärt Tasuku Honjo im Gespräch damit, dass er einer Generation von Forschern angehöre, die gleich mit den neuen Methoden der Molekularbiologie arbeiten konnten, als sie in den siebziger Jahren entwickelt wurden, die Klonierung etwa, gefolgt von der Sequenzierung: „Das gab uns enorme Möglichkeiten, wir konnten wichtige Gene isolieren. Es erlaubte uns eine Revolution.“ Und natürlich war es ein Privileg, dass er in die Vereinigten Staaten geschickt wurde und in den besten Laboren arbeiten konnte; amerikanische Fördermittel halfen ihm auch, die Arbeit in Japan fortzusetzen, wo er später sein eigenes Labor aufbaute.

Tasuku Honjo wäre nicht der erste Kyoto-Preisträger, der einmal auch den Nobelpreis erhalten würde, für den er seit Jahren als Kandidat gilt: „Er wäre ein respektabler Preisträger, der es nicht nur für die Checkpoint-Hemmer verdient, sondern schon für seine Arbeiten im Vorfeld. Ich würde es ihm sehr wünschen“, sagt Andreas Radbruch, Wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Rheumaforschungszentrums in Berlin. „Er hat sich konsequent in die Molekularbiologie eingearbeitet und sich das Rüstzeug geholt für seine bahnbrechenden Entdeckungen. Die zuvor stark zellulär ausgerichtete Immunologie stellte er auf ein molekulares Fundament, in seinem Labor wurden einige wichtige Gene, etwa von Botenstoffen, identifiziert. Interleukin 4, das für Allergien eine Rolle spielt, weil dann entsprechende IgE-Antikörper produziert werden, ist nur eines von einer langen Liste“, erklärt Radbruch, der als langjähriger Konkurrent und wissenschaftlicher Weggefährte die Laudatio auf Honjo hielt, als dieser 2012 in Berlin mit dem Robert-Koch-Preis geehrt wurde.

Zwanzig Jahre lang auf der Suche nach einer Antwort

Damals ging Radbruch vor allem darauf ein, dass Honjo grundlegende Mechanismen der körpereigenen Immunantwort aufklärte, wie den Klassenwechsel der Antikörper durch Rekombination und somatische Hypermutation. Dadurch kann sich der Körper zum Beispiel effektiv gegen Krankheitserreger und eingedrungene Fremdstoffe wehren. Und dass dem Enzym AID dabei eine tragende Rolle zukommt, konnte Honjo mit seinem Team ebenfalls belegen; gefeiert wurde dieser Erfolg im September 2000 mit teurem spanischem Rotwein.

Auf der geleerten Flasche haben sich alle verewigt, und Sidonia Fagarasan schrieb: „Ein unvergessliches Jahr!“ Die rumänische Immunologin leitet heute eine Forschungsgruppe in Tokio. An ihre Zeit in Honjos Labor erinnert sie sich lebhaft, besonders an die Aufregung, als sie AID entdeckten und die Arbeit daran fast wie in Ekstase fortsetzten: „Es war eine einzigartige Erfahrung.“ Fagarasan rühmt Honjo als Lehrer und Teamleiter, er habe ein stimulierendes, aufgeschlossenes und unterstützendes Umfeld geschaffen, seine Mitarbeiter aufgefordert, groß und vor allem kritisch zu denken. Sein Motto beschreibt sie als die „sechs Cs“: Curiosity, Courage, Challenge, Confidence, Concentration, Continuation. „Tatsächlich lieferte er dafür selbst das Beispiel, indem er einer aufregenden Frage nachging, auf die er erst nach zwanzig Jahren Forschung eine Antwort fand.“ Für das, was er erreicht habe, sei breites Wissen, Scharfsinn und Hingabe nötig, und der Professor würde vermutlich ein Wort ergänzen: Glück.

Ein Teil der Patienten entwickelt Autoimmunerkrankungen

Für Sidonia Fagarasan sind vor allem seine Studien zu den beiden Molekülen AID und PD-1 von Interesse, denn diese halfen ihr auch zu verstehen, wie das Repertoire an IgA-Antikörpern gebildet wird, das unter anderem die Bakteriengemeinschaft im Darm beeinflusst. Denn diese wird ja geduldet und nicht grundsätzlich bekämpft. „Ich beschäftige mich intensiv damit, wie das Immunsystem die Darmflora reguliert“, sagt Fagarasan. „Außerdem untersuchen wir, wie sich Veränderungen der Bakterienflora oder eine fehlerhafte immunologische Regulation auf die verschiedenen großen Systeme im Körper auswirken, also den Magen-Darm-Bereich, das Herz-Kreislauf-System, auf die Hormone und das zentrale Nervensystem, die alle miteinander kooperieren.“

Normalerweise herrscht ein besonderes Gleichgewicht. PD-1 sitzt in seiner Eigenschaft als Rezeptor auf der Oberfläche von bestimmten Immunzellen und hemmt die zelluläre Abwehrreaktion, wirkt also als Bremse, insbesondere für Selbsttoleranz, damit der Körper nicht gegen sich selbst kämpft. Warum mutierte Tumorzellen trotzdem vom Immunsystem verschont bleiben, ist eine der Fragen, die sich mit Hilfe von PD-1 und den daran bindenden Liganden beantworten lassen. „Und das hat wiederum unmittelbar mit unserer Arbeit am Rheumaforschungszentrum zu tun“, erklärt Andreas Radbruch. Ein Teil der mit einem Checkpoint-Hemmer behandelten Patienten sei zwar den Tumor los, entwickle aber eine Autoimmunerkrankung. Im gesunden Immunsystem schützt PD-1 vor überschießenden Reaktionen, der Körper stellt sich auf ein Gleichgewicht ein, das beispielsweise bei Patienten mit Arthritis oder Lupus empfindlich gestört ist.

Ärzte müssen lernen, auf andere Dinge zu achten

„Wenn wir nun Wege finden, diese Bremse entsprechend zu drücken oder zu lösen, sie damit positiv oder negativ zu manipulieren, gelingt es uns womöglich, das Immunsystem auf raffinierte Weise zu beeinflussen, je nach den individuellen Bedürfnissen“, deutet Tasuku Honjo an, wohin sich die Forschung in Zukunft entwickeln könnte. Doch schon jetzt ist PD-1 wegweisend. Onkologen müssen sich dabei mit einer neuen Form der Behandlung auseinandersetzen, die enorme Chancen und gleichzeitig neue Risiken birgt. „Die Nebenwirkungen unterscheiden sich von denen einer Chemotherapie, die Ärzte müssen deshalb lernen, auf andere Dinge zu achten. Einige der Nebeneffekte lassen sich leicht verhindern, wenn man gut mit der Immunologie vertraut ist.“ Ein Problem der Immuntherapie sei, dass die Reaktion jeweils vom Patienten abhänge. Wie unterschiedlich sie ausfallen können, vergleicht Honjo mit der enormen Variation bei Grippe: Manche der Infizierten leiden und bekommen hohes Fieber, andere nur ein bisschen Schnupfen. Wenn man das Immunsystem nun herausfordere, könne es sich unter Umständen gegen bestimmte Körperregionen richten. Ob und wo es angreife, könne man derzeit noch nicht vorhersagen. Aber man suche nach Biomarkern, die einerseits für jene Patienten bezeichnend sind, die auf die Immuntherapie ansprechen und andererseits auf mögliche Komplikationen hinweisen.

Anfangs dachte man, wenn Tumoren den Liganden PD-L1 in großen Mengen bilden, könnten die Patienten entsprechend profitieren, wenn man dessen Wechselwirkung mit PD-1 unterbindet. „In den Studien zu den verschiedenen Krebsarten zeigte sich jedoch, dass 15 Prozent der Patienten, deren Tumor für PD-L1-negativ befunden wurde, auf die Immuntherapie ansprechen“, sagt der Pathologe Robert Anders von der Johns-Hopkins-Universität. Von den „positiven“ Patienten profitierten nur etwa 50 Prozent, daher sei PD-L1 als Biomarker keineswegs perfekt. Sein Labor und andere Gruppen würden daran arbeiten, bessere zu finden, sagt Anders, in der Medizin genüge nur selten ein einziger Test. Zwar träten oft Nebenwirkungen auf, und in ein paar Fällen seien sie leider fatal, aber sich darauf zu konzentrieren und diese Mittel den Patienten vorzuenthalten, wäre falsch: „Man darf nicht vergessen, dass es sich häufig um Schwerkranke handelt und dass auch die herkömmlichen Chemotherapien anfangs sehr toxisch waren. Wir beginnen erst zu lernen, wie sich diese neuen Medikamente auf den Menschen auswirken und wie wir sie besser einsetzen können, auch in Kombination. Wir lehren die Onkologen, auf bestimmte Nebeneffekte zu achten, um einzugreifen.“ Sie müssten dann eben das Immunsystem wieder stoppen.

Quelle: Faz 25.01.2017, von Sonja Kastilan

Multiresistente Keime; Pharmaindustrie vernachlässigt Antibiotika-Entwicklung

Die Medizin benötigt dringend neue Antibiotika, doch die Forschung stockt. Der Grund: Die Entwicklung neuer Antibiotika ist für viele Pharmaunternehmen schlicht nicht lukrativ genug.

Der Fall sorgte für Aufregung: Eine Rentnerin aus den USA hatte sich mit einem multiresistenten Keim infiziert, wahrscheinlich bei einem Aufenthalt in Indien. Alle Versuche, sie mit einem der 26 in den USA zugelassenen Antibiotika zu behandeln, blieben wirkungslos. Die Frau starb letztlich an einer Blutvergiftung.

Auch wenn es sich beim Schicksal der Patientin um einen Extremfall handelt – multiresistente Erreger bringen herkömmliche Antibiotika immer weiter an ihre Grenzen. Helfen könnten neue Präparate, die nur zum Einsatz kommen, wenn bewährte Mittel versagen. Doch die Forschung kommt kaum voran.

Der Hauptgrund: Für die Pharmaunternehmen ist die Entwicklung neuer Antibiotika wenig lukrativ. Mit Volkskrankheiten wie Diabetes oder kostspieligen Krebsbehandlungen lässt sich deutlich mehr Gewinn erwirtschaften als mit den Mitteln, die üblicherweise nur für wenige Tage verschrieben werden und möglichst selten zur Anwendung kommen sollten.

„Von den Krankheitserregern in die Enge gedrängt“

„Wir sind dabei, von den Krankheitserregern in die Enge gedrängt zu werden“, sagt Kim Lewis, Antibiotika-Forscher an der Northeastern Universität in Boston. Seit die bislang letzte neue Antibiotika-Klasse auf den Markt gekommen ist, sind rund 30 Jahre vergangen. Genug Zeit für die Bakterien, um Wege zu entwickeln, den Wirkstoffen zu entgehen.

Bereits 2014 warnte die Weltgesundheitsorganisation WHO vor einer weltweiten Bedrohung durch Antibiotika-Resistenzen. Ohne geeignete Maßnahmen stehe die Welt vor einer „post-antibiotischen Ära“, in der gewöhnliche Infektionen und leichte Verletzungen wieder tödlich enden könnten, so die WHO.

Vor allem im Krankenhäusern sind multiresistente Erreger ein wachsendes Problem. Allein für Deutschland geht das Bundesgesundheitsministerium von 400.000 bis 600.000 Patienten aus, die sich jedes Jahr mit einem Klinikkeim infizieren. 10.000 bis 15.000 Menschen sterben den Schätzungen zufolge daran.

Zehn Jahre bis zur Marktreife

Während in den Achtzigerjahren noch viele große Pharmaunternehmen aus den USA und Europa in der Antibiotika-Forschung tätig waren, sind es heute mit Sanofi, GlaxoSmithKline, Merck & Co., Roche sowie Novartis nur noch eine Handvoll. Die deutschen Pharmariesen Bayer und Merck haben sich bereits vor Jahren aus dem Bereich verabschiedet.

Unter den deutschen Firmen forschen nach Angaben des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (vfa) lediglich zwei nach neuen Antibiotika: die Hamburger Evotec sowie die Wuppertaler AiCuris, die vor gut zehn Jahren als Spin-off aus der Antibiotika-Forschung von Bayer entstand. Doch bis aus deren Laboren ein neues Antibiotikum auf den Markt kommen könnte, dürften noch viele Jahre vergehen.

Evotec befindet sich mit seinen Projekten derzeit noch in der präklinischen Prüfung, die ein neuer Wirkstoff durchläuft, bevor er am Menschen erprobt werden kann. Das Antibiotikum von AiCuris steckt in der ersten von drei Phasen der klinischen Entwicklung. „Wir sprechen da von Zeiträumen von rund zehn Jahren, bis ein neues Antibiotikum auf den Markt kommt“, sagt AiCuris-Chef Holger Zimmermann.

4,7 Milliarden für patentgeschützte Antibiotika

Ex-Bayer-Chef Marijn Dekkers hatte bereits vor zwei Jahren moniert, ohne staatliche Unterstützung gebe es zu wenige Anreize, neue Antibiotika für den Einsatz gegen multiresistente Keime zu entwickeln. Die Bundesregierung setzt im Kampf gegen Resistenzen unter anderem auf mehr Kooperationen zwischen universitären Einrichtungen und der Industrie.

Mit dem geplanten Gesetz zur Stärkung der Arzneimittelversorgung sollen zudem dringend benötigte Reserve-Antibiotika, die im Notfall gegen resistente Keime eingesetzt werden, bei der Vergütung besser gestellt werden. Auch die Entwicklung von Schnelltests zur zielgenauen Anwendung von Antibiotika soll gefördert werden.

Der Weltmarkt für Antibiotika ist zwar mit Jahresumsätzen von rund 40 Milliarden Dollar relativ groß. Davon werden jedoch nur etwa 4,7 Milliarden mit patentgeschützten Antibiotika erzielt – weniger als der Jahresumsatz nur eines der weltweit umsatzstärksten Krebsmedikamente.

„Der Antibiotika-Markt liefert nicht die Milliarden-Einnahmen“

Nach Angaben des vfa kann alleine die Entwicklung eines neuen Antibiotikums bis zu 1,5 Milliarden Euro kosten. Um die Forschung anzukurbeln, stellt das Bundesforschungsministerium jährlich zumindest rund 27 Millionen Euro für zeitlich befristete Projekte zur Verfügung. Das Angebot steht auch Unternehmen offen, aktuell werden jedoch keine größeren Industrieprojekte gefördert.

Die mangelnde Finanzkraft bekommt auch die Wissenschaft zu spüren: Forscher der Universität Würzburg haben einen Antikörper entdeckt, der resistente Bakterien bekämpfen soll. „Wir haben den Antikörper seit zwei Jahren fertig entwickelt und könnten direkt mit der klinischen Erprobung beginnen“, sagt Knut Ohlsen vom Institut für Molekulare Infektionsbiologie der Uni Würzburg. Allein – es fehlt an Geld.

„Wir sind seit Jahren auf der Suche nach Kapitalgebern“, erklärt Ohlsen und bringt das Problem auf den Punkt: „Je wirksamer und spezifischer ein Mittel ist, desto weniger Geld kann man damit verdienen. Der Antibiotika-Markt liefert nicht die Milliarden-Einnahmen, die sich ein Pharmakonzern oder ein Investorenkonsortium vorstellen.“

Quelle: Spiegel Online irb/Reuters

Allgemeine Ernährungstipps für den Alltag

1. Wasser:
Unser Körper besteht zu ca. 70 Prozent aus Wasser. Trinken Sie zu wenig Wasser fühlen Sie sich müde und schlapp und Ihre Muskeln werden verspannt und metabolisch weniger aktiv. Trinken Sie täglich ausreichend Wasser, um Ihren Körper auf besten Funktions-Kurs zu steuern.
Pro 30 Kilogramm sollte ein Liter Wasser täglich getrunken werden und das auf den Tag verteilt.
Sollte Ihnen Wasser einfach nicht schmecken, greifen Sie auf Wasser mit Geschmack zurück.
– Kaffee, Alkohol oder Limonadengetränke, Säfte nicht mitgezählt.

2. Fette und Cholesterin:
Eine fettarme Ernährung mit wenig Fleisch und tierischen Fetten wirkt sich positiv auf den Cholesterinspiegel aus. Wichtig ist die Wahl des Fettes, welche sind gut, welche schlecht?
Die meisten Menschen haben Angst vor Fett bzw. Fette. Das muss nicht sein, denn unser Körper benötigt essentielle Fettsäuren, um bestimmte Vitamine zu transportieren, als Schutzpolster und Wärmepolster, um die Verdauung in Gang zu bringen und um Muskelmasse aufzubauen. Die bekannteste essentielle Fettsäure, die in aller Munde ist, nennt sich Omega 3 Fettsäure. Omega Fette  helfen Ihrem Körper beim Aufbau von Gewebe – Muskelgewebe, Haare, Nägel und Haut. Sie dienen sogar zur Gesunderhaltung der Gelenke.
Wichtig ist die Wahl der Fette. Gute essentielle Fette sind z. B. ein kaltgepresstes Leinöl, das sehr reich an Omega 3 Fettsäuren ist oder ein natives Olivenöl extra vergine. Nehmen Sie pro Mahlzeit etwa einen Teelöffel. Kaltgepresste Speiseöle, ob ein Leinöl, Kürbiskernöl, Rapsöl, Olivenöl erhalten sie bei pagra natur oder im Bioladen.

3. Kohlenhydrate
Kohlenhydrate sind ebenfalls wichtig für eine ausgewogene Ernährung. Sie müssen nur wissen,  wann Sie am besten, welche Kohlenhydrate essen sollten. Zum Frühstück und zum Mittagessen können Sie auf komplexe Kohlenhydrate setzen, vermeiden Sie raffinierte Kohlenhydrate, wie Einfachzucker. Die komplexen Kohlenhydrate sind reich an Ballaststoffen, diese halten länger satt, unterstützen zudem Ihre Verdauung und Ihr Darmkrebsrisiko.
Gute Kohlenhydrate finden Sie im Obst, Gemüse, ausgemahlenem Vollkorngetreide, Vollkornreis-, Nudeln.
Abends ist es ratsam auf Kohlenhydrate zu verzichten oder diese nur in Form von bestimmten Gemüsesorten zu sich zu nehmen, denn abends benötigen wir weniger Energie und unser Stoffwechsel fährt runter. Überschüssige Kohlenhydrate würden sonst in Form von Fett gespeichert werden und das gilt es zu vermeiden.

4. Eiweiß
Eiweiße oder auch Proteine genannt sind die wichtigsten Bausteine für alle Gewebe in unserem Körper. Besonders für alle Muskeln. Eiweiße bestehen aus Aminosäuren. Bezieht unser Körper nicht genügend Aminosäuren, so klaut er sich diesen Nährstoff aus dem Muskelgewebe. Genau dies  sollten Sie auf jeden Fall vermeiden. Hochwertige fettarme Eiweißquellen sind z. B. Putenfleisch, Hähnchenfleisch, Kaltwasserfische, 1,5 prozentige Milchprodukte. Als Ergänzung könne Sie auch sehr gut einen Molkenprotein-Shake oder Protein Shake trinken. Molkenprotein hat eine sehr hohe biologische Wertigkeit unter allen Eiweißlieferanten. Es hilft Ihnen nicht nur beim Muskelaufbau, sondern ist auch gut für Ihre Gesundheit Wenn Sie weniger als 70 kg Körpergewicht besitzen sollten Sie ca. 70 g Eiweiß pro Tag zu sich nehmen und über 70 kg ca. 140 g.

5. Mahlzeiten:
Täglich 5 kleinere Mahlzeiten essen, ca. alle 3-4 Std. über den Tag verteilt, ist  deutlich gesünder als 2-3 größere Portionen. Die kleineren Portionen kann der Körper viel besser verwerten, als drei große Mahlzeiten. Zudem bleibt der Heißhunger aus.

6. Ingwer:
Stärke Dich für den Winter und bringe Deinen Stoffwechsel auf Trapp.
Auch Dein Immunsystem wird es Dir danken. Ingwer unterstützt die Verdauung, die Entschlackung und die Abwehrkräfte.
7. Verdauung / Verstopfungen:
Verstopfung können Sie vorbeugen.  Sorgen Sie für ausreichend Bewegung, ballaststoffreiche Ernährung und wie in Punkt 1 erwähnt, trinken Sie viel Wasser.
Ein großes Glas warmes Wasser am frühen Morgen bringt die Verdauung in Schwung  und senkt den Cholesterinspiegel.
Kleiner Tipp dazu: Gut gekaut ist halb verdaut.

8. Gewürze:
Gewürze haben es in sich und unterstützen viele Stimulationen auf das Nervensystem, Verdauung und Stoffwechsel. Die enthaltenen ätherischen Öle, Scharfstoffe – und / oder Bitterstoffe in den Gewürzen haben je nach Zusammensetzung einen stimulierenden oder beruhigenden Einfluss auf den Körper. Deshalb statt Salz und Pfeffer lieber mal in die Gewürztüte greifen.

9. Jod:
Häufige Müdigkeit und ein Gefühl von Abgespanntheit, kann ein Anzeichen sein von Jodmangel. Ein Jodmangel lässt sich einfach und effektiv durch Seefisch, Milch und Jodsalz vorbeugen. Achten Sie deshalb auf eine ausreichende Jodzufuhr von etwa 180-200 Mikrogramm pro Tag.

10 .Molke:
Sie möchten gerne etwas Gewicht reduzieren und Ihren Körper ein wenig entschlacken, dann  greifen Sie regelmäßig zur Molke und machen Sie eine Molke-Kur.  Molke ist besonders vitamin- und nährstoffreich und unterstützt nebenbei den Körper zu entschlacken.

Quelle: pagra natur, der Blog fuer Senioren

Organmangel in Deutschland! Spendebereitschaft läuft ins Leere.

Die Organspende in Deutschland ist schlecht organisiert: Ärzte erkennen mögliche Organspender oft nicht – oder melden sie bewusst nicht. Darum sinkt die Zahl der Organspenden, obwohl viele Menschen spenden wollen – so Recherchen der ARD.

Von Patrick Hünerfeld, SWR Baden-Baden

Rund 70 Prozent der Menschen in Deutschland sind bereit, nach ihrem Tod Organe zu spenden. Diese große Spendebereitschaft ist seit Jahren stabil. Sogar die diversen Transplantationsskandale haben daran nichts geändert. Dennoch ist die Zahl der Organspenden massiv gesunken. Der Grund: In vielen Krankenhäusern fehlt das Bewusstsein für die Organspende. Zudem haben die Kliniken oftmals wenig Interesse daran, Organspenden durchzuführen. Die Folge: Bei vielen möglichen Organspendern kommt es nicht zu einer Spende. Das zeigen Recherchen der ARD für die Fernsehdokumentation „Die Story im Ersten: Organspende – zwischen Tod und Hoffnung“ (23.01., 22.45 Uhr im Ersten).

 

Die Mär von den vergraulten Organspendern
tagesschau24 15:00 Uhr, 23.01.2017, Patrick Hünerfeld, SWR

Undankbare Aufgabenverteilung

Mehr als 1300 sogenannte Entnahmekrankenhäuser gibt es bei uns. Diese haben die undankbarste Aufgabe im Räderwerk der Organspende: Sie sollen mögliche Organspender identifizieren, melden und dann die Organentnahme durchführen. Für Ärzte und Pflege auf den Intensivstationen bedeutet das vor allem zusätzliche Arbeit. Sie müssen mit den Angehörigen sprechen, zusätzliche Untersuchungen durchführen – oftmals zu Lasten anderer Patienten, die im Gegensatz zum möglichen Organspender noch eine Chance auf Heilung haben.

Organspende – kein Gewinn für Kliniken

Sterbebegleitung oder Organspende – das ist eigentlich die Frage, wenn bei einem Patienten der Hirntod droht. Doch in vielen Krankenhäusern wird diese Frage gar nicht mehr gestellt. Kein Wunder: Wenn die Ärzte sich entscheiden, den sterbenden Patienten sterben zu lassen, dauert das vielleicht einen halben Tag. Dann ist das teure Intensivbett wieder frei für einen neuen Patienten, der Geld in die Klinikkasse bringt.

Vorsicht vor Betrügern! Falsche Feuerwehrleute prüfen angeblich Rauchmelder

10.01.2017 Bonn. Zurzeit ist eine Gruppe unterwegs, die sich als Feuerwehrleute ausgeben und behaupten, die Installation von Rauchmeldern zu überprüfen. Dabei wollen sie Häuser erkunden, warnt die Feuerwehr.

Im Großraum Bonn ist derzeit offenbar eine Gruppe von Tätern unterwegs, die sich als Feuerwehrleute ausgeben und behaupten, die Installation von Rauchmeldern zu überprüfen, die seit dem 1. Januar in Nordrhein-Westfalen Pflicht sind, Das teilten die Gemeinde Wachtberg und die Freiwillige Feuerwehr Wachtberg am Montag mit und warnen vor den falschen Kontrolleuren.

Die Wehrmänner um Sprecher Michael Ruck weisen ausdrücklich darauf hin, dass sie keine derartigen Kontrollen durchführen und erklären: „Vermutlich sind das Personen, die diesen Sachverhalt nutzen, um konkret Häuser auszuspionieren oder sonstige Straftaten zu begehen.“

Der Meldung der Wachtberger Feuerwehr zufolge, haben Bürger berichtet, dass in Wachtberg solche angeblichen Kontrolleure unterwegs seien, die sich als Wachtberger Feuerwehrleute ausgeben. Die Feuerwehr rät dringend, diese Personen nicht ins Haus, beziehungsweise in die Wohnung zu lassen. Darüber hinaus empfiehlt die Feuerwehr allen Bürgern, bei denen solche falschen Prüfer geklingelt und unter Vorspiegelung falscher Tatsachen Einlass begehrt haben, umgehend die Polizei einzuschalten. Die sei ebenso informiert wie das Ordnungsamt der Gemeinde Wachtberg.

Bei der Bonner Polizei war jedoch am Montagnachmittag von den Vorgängen in Wachtberg nichts bekannt, wie deren Sprecherin Ruth Braun auf Anfrage erklärte. Es liege bisher keine Anzeige wegen eines solchen Falles vor, und es habe sich bisher auch noch kein betroffener Bürger bei der Einsatzleitstelle gemeldet.

Infos zur Rauchmelderpflicht gibt es online unter http://www.feuerwehr-wachtberg.de/informationen/buergerinformationen/rauchmelder-lebensretter.html (Rita Klein)

Quelle: GA Bonn

Deutschland impft zu selten und zu spät

Masern, Grippe, HPV
Deutschland impft zu selten und zu spät

Tausende Kinder in Deutschland sind nicht vor Masern geschützt, bei den Senioren fehlt häufig eine Grippe-Impfung.

Die erste Masernimpfung wird im Alter von elf bis 14 Monaten empfohlen

Lücken bei Masernimpfungen, sinkender Grippeschutz bei Senioren: In Deutschland wird in vielen Fällen nach wie vor zu selten oder zu spät geimpft, berichtet das Robert Koch-Institut (RKI). Außerdem gebe es beim Impfschutz große regionale Unterschiede.

Um die Impfquoten zu analysieren, haben Experten des RKI Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen ausgewertet. Demnach waren im Alter von 24 Monaten bundesweit 150.000 der im Jahr 2013 geborenen Kinder nicht vollständig und weitere 28.000 überhaupt nicht gegen Masern geimpft.

Die Problemregionen liegen vorwiegend in den Ballungszentren. In Dresden, Hamburg, Köln, Leipzig und München hatten unter den Zweijährigen jeweils zwischen 2000 und 4100 Kinder des Jahrgangs 2013 keinen ausreichenden Masernimpfschutz, in Berlin sogar 7300.

Deutschland ist Masern-Schlusslicht

Ursprünglich hatte sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Ziel gesetzt, die Masern bis 2010 in Europa auszurotten. Wegen unzureichender Impfraten in vielen Ländern, darunter auch Deutschland, wurde dies bislang nicht erreicht. „Schlimm, dass Deutschland inzwischen in Europa das Schlusslicht der Masernelimination darstellt“, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler.

Die erste Masernimpfung wird im Alter von elf bis 14 Monaten empfohlen, die zweite Impfung im Alter von 15 bis 23 Monaten. Zumindest für die zweite Masernimpfung ist dem RKI zufolge „ein starker Aufwärtstrend“ zu beobachten. Während bei den 2004 Geborenen erst knapp 59 Prozent die zweite Impfung haben, sind dies beim Geburtsjahrgang 2013 bereits fast 74 Prozent.

Dies sei vermutlich auch auf eine höhere öffentliche Aufmerksamkeit durch den großen Masernausbruch Ende 2014, Anfang 2015 zurückzuführen, mutmaßen die Experten. In dem Zeitraum hatten sich in Berlin mehr als tausend Menschen mit den hochansteckenden Erregern infiziert, ein Kleinkind starb. Es hatte eine Vorerkrankung, die aber ohne die Masern zu diesem Zeitpunkt nicht zum Tode geführt hätte.

Senioren: Immer weniger Influenza-Impfungen

Impflücken gibt es auch beim Influenzaschutz älterer Menschen. Immer weniger lassen sich gegen die Grippe impfen. Waren in der Saison 2009/2010 noch fast die Hälfte (47,7 Prozent) der mindestens 60-Jährigen geimpft, sank der Anteil in der Saison 2015/2016 auf ein Drittel (35,3 Prozent).

Die Quote bei der für Mädchen im Alter zwischen neun und vierzehn Jahren empfohlene HPV-Impfung stieg zwar leicht, liegt aber nur bei 30,5 Prozent. Eine Infektion mit humanen Papillomviren gilt als Auslöser für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs. Die Impfung schützt vor Krebsvorstufen am Gebärmutterhals, weshalb Fachleute eine Senkung der Krebsrate auf lange Sicht für sehr wahrscheinlich halten.

Ausgewertet wurden auch Daten zur Rotavirusimpfung. Zwei Drittel der Kleinkinder bekamen demnach eine vollständige Impfung gegen den Brechdurchfall. Die Impfung wird für Babys seit 2013 von der Ständigen Impfkommission empfohlen.

Quelle: Spiegel irb/AFP

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