Preisbindung für verschreibungspflichtige Medikamente ist rechtswidrig

Die Preisbindung verschreibungspflichtiger Medikamente verstößt gegen das Unionsrecht. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) am Mittwoch entschieden. Die 2012 vom Obersten Gerichtshof in Karlsruhe festgelegte Preisbindung für Internetversandhändler stelle eine nicht gerechtfertigte Regelung des freien Warenverkehrs dar. Durch den Beschluss des EuGH könnten Medikamente und Krankenkassenbeiträge teurer werden.

Durch das Urteil des EuGH könnten Medikamente teurer werden.

Die bisherige Regelung könnte laut dem Urteil des EuGH Anbietern aus anderen EU-Ländern den Zugang zum deutschen Markt erschweren. Eine Beschränkung des freien Warenverkehrs könne zwar grundsätzlich mit dem Schutz der Gesundheit und des Lebens gerechtfertigt werden, doch dies sei der falsche Weg. Die dem EuGH vorliegenden Unterlagen bekräftigten hingegen die Annahme, dass ein größerer Preiswettbewerb zwischen den Apotheken eine gleichmäßige Patientenversorgung fördern könnte. So würde ein Anreiz zur Niederlassung in ländlichen Gegenden gesetzt, in denen höhere Preise verlangt werden könnten. Zudem würde der Preiswettbewerb auch Patientenvorteile mit sich bringen. Unter Umständen wäre es möglich, verschreibungspflichtige Medikamente in Deutschland günstiger zu bekommen.

Aktuell besteht in Deutschland eine Preisbindung für Medikamente. Die Preisbindung soll sicherstellen, dass Medikamente und Krankenkassenbeiträge nicht zu teuer werden und den Patienten im Krankheitsfall nicht dazu zwingen, Preise zu vergleichen. Demnach können Pharmaunternehmen zunächst selbst festlegen, zu welchen Preisen sie Arzneimittel an Apotheken und Großhändler abgeben. Auf die Einkaufspreise der Medikamente erheben die Apotheken und Großhändler dann ihre gesetzlich festgeschriebenen Zuschläge. Für ein verschreibungspflichtiges Medikament gilt ein Aufschlag von drei Prozent sowie ein festgelegter Zusatz von 8,10 Euro pro Packung.

Friedemann Schmitt, Präsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände nahm zu dem Urteil Stellung: „Der EuGH hat in ein Politikfeld eingegriffen, das gemäß den Europäischen Verträgen den Mitgliedstaaten vorbehalten ist. Jetzt ist die deutsche Politik gefordert!“ Aufgrund des starken Wettbewerbs der Versandapotheken fürchten die deutschen Apotheker den Zusammenbruch der flächendeckenden Versorgung durch Apotheken. Sie schlagen, auch zum Patientenschutz, ein Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Medikamenten vor.

In dem verhandelten Fall ging es um die Kooperation der Selbsthilfeorganisation „Deutsche Parkinson Vereinigung“ mit der niederländischen Versandapotheke DocMorris. Es wurde ein Bonussystem für die Mitglieder der Selbsthilfeorganisation ausgehandelt, wenn sie bei dieser Apotheke ihre Medikamente bestellen. Dieses ermöglichte es den Mitgliedern, verschreibungspflichtige Medikamente preisgünstiger zu erwerben. Laut Bundesgesundheitsministerium ist der Versandhandel auch mit verschreibungspflichtigen Medikamenten erlaubt. Patienten haben demnach das Recht, ihre verschreibungspflichtigen Medikamente sowohl von traditionellen als auch von Versandapotheken zu beziehen.

Quelle: Saluway.de Isabel Schabacker

Tipps zur Vorbeugung von Osteoporose

Bei Osteoporose nimmt der Mineralgehalt im Knochen ab, der Knochen wird brüchig. In Deutschland leiden rund 15 Prozent der Frauen ab 50 Jahren an Osteoporose. Wer das Risiko einer Erkrankung reduzieren möchte, sollte auf seine Ernährung achten und sich ausreichend bewegen.

Bei der Osteoporose nimmt der Mineralgehalt im Knochen ab, der Knochen wird brüchig. Anfangs bleibt dies unbemerkt und verursacht keine Beschwerden. Ist die Osteoporose jedoch weiter fortgeschritten, können anhaltende Schmerzen, vor allem im Rücken, auftreten. Die Gefahr, dass ein Knochen auch bei geringer Belastung bricht, zum Beispiel beim Heben von Lasten oder einem Sturz, wächst.

Im das Risiko zu senken, spielt die Ernährung eine wichtige Rolle -vor allem eine ausreichende Versorgung mit dem wichtigen Knochenbaustoff Kalzium und dem Vitamin D. Milch und Milchprodukte sind besonders reich an Kalzium. Weitere wichtige Kalziumlieferanten sind Brokkoli, Grünkohl, Fenchel, Lauch, Spinat, Petersilie, Kresse, Sesam und Feigen. Das Vitamin D bildet der Körper mithilfe von Sonnenlicht selbst.

Neben einer gesunden, ausgewogenen Ernährung ist auch regelmäßige Bewegung geeignet, um Osteoporose vorzubeugen. Dabei müssen keine sportlichen Höchstleistungen vollbracht werden: Schon dreimal wöchentlich eine halbe Stunde zügiges Spazierengehen wirkt sich positiv auf die Knochenstruktur aus. Zusätzlich sollte auf Zigaretten, Alkohol und Medikamente verzichtet werden, die den Knochenstoffwechsel negativ beeinflussen (z.B. kortisonhaltige  Medikamente).

Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): http://www.frauengesundheitsportal.de/themen/osteoporose/

  • Quelle(n): Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Private Dienstleister als Jobmotor

30.09.2016 Bonn. Bonn boomt – nach wie vor: Das ist die Kernbotschaft von Oberbürgermeister Ashok Sridharan (CDU) bei der Präsentation des 90 Seiten starken Jahreswirtschaftsberichts 2016 im Alten Rathaus.

Mit einem Plus von rund 2000 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten, die Gesamtzahl liegt bei 165.617, und von rund 4800 Einwohnern verzeichne die Stadt Bonn neue Höchststände, sagte der OB. 91,5 Prozent der Beschäftigten sind im Dienstleistungssektor tätig. Damit sei Bonn bundesweit einer der am stärksten ausgeprägten Dienstleistungsstandorte. Negativ fällt dagegen mit einem Rückgang von fast zwei Prozent die Bilanz bei den Gewerbegründungen aus.

Die größten Zuwächse verzeichne die private Dienstleistungsbranche, dagegen seien in der öffentlichen Verwaltung 451 Stellen weniger gezählt worden als noch im Vorjahr. Hinsichtlich der Qualifikation der Beschäftigten liegt Bonn mit einem Akademikeranteil von 26,3 Prozent auf Platz sieben im Städteranking. Höhere Werte erreichen unter anderem München, Erlangen und Stuttgart.

Dass Bonn nach wie vor auch ein attraktiver Wohnstandort ist, zeigt das stetige Bevölkerungswachstum: Lebten laut Statistischem Landesamt NRW 2014 noch 313.958 Bürger in Bonn, so sind es nach der Fortschreibung der Zensusergebnisse mittlerweile 318.809 Bonner. Das entspricht einem Zuwachs von plus 1,5 Prozent. Tendenz weiterhin steigend: Bis 2040 soll den Statistikern zufolge die Einwohnerzahl auf knapp 350.000 Menschen anwachsen.

Quelle GA Bonn 30.09.2016 (Lisa Inhoffen)

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