Den digitalen Nachlass regeln

Was geschieht im Todesfall mit Online-Daten wie E-Mail-Adressen oder Profilen in sozialen Netzwerken?

Laut einer Online Studie von ARD und ZDF verfügten im vergangenen Jahr 83% der privaten Haushalte in Deutschland über einen Internetzugang. 50% der Internetnutzer sind in sozialen Netzwerken aktiv. Mit etwa 26 Millionen Mitgliedern ist jeder zweite „Onliner“ in Deutschland Mitglied in Facebook. Die wenigsten machen sich Gedanken, was eigentlich mit dem digitalen Nachlass eines Verstorbenen geschieht. Wer ist zuständig für die E-Mail-Adressen, die Profile in sozialen Netzwerken, den Twitter-Account, die Blogs und persönlichen Daten, die etwa in sogenannten Clouds hinterlegt wurden?

Zwar gibt es professionelle Anbieter, die sich auf Wunsch der Angehörigen um das digitale Erbe von Verstorbenen kümmern. Experten raten jedoch, bereits zu Lebzeiten selbst zu regeln, wer Zugang zu den Daten haben soll, die sich im Laufe eines Lebens ansammeln. Der Umgang mit persönlichen Hinterlassenschaften im Netz kann in einem Testament, Erbvertrag oder auch einer separat verfassten Verfügung geregelt werden. Ist dies nicht der Fall, entscheiden die Erben, was damit geschieht. Sie haben Zugriff auf den PC und Speichermedien des Verstorbenen. Virtuelle Adressbücher, online gespeicherte E-Mails, Bilder und Profile gehen ebenfalls in ihren Besitz über.

Auch Profile verstorbener Mitglieder in sozialen Nezwerken werden nicht automatisch gelöscht. Nicht alle Onlinedienste haben Regelungen festgelegt, unter welchen Bedingungen ein Account aufgelöst werden kann und wer darüber entscheiden darf. So löschen nach Vorlage einer beglaubigten Sterbeurkunde einige Anbieter den Account des Nutzers und legen auf Antrag eine „Gedenkseite“ an. Bei anderen Anbietern haben Hinterbliebene die Wahl zwischen Löschen, Inaktivschalten oder Weiterführen des Accounts. Voraussetzung jedoch ist, dass die Betreiber von Facebook & Co. vom Tod des jeweiligen Nutzers erfahren. In der Regel müssen die Angehörigen des Verstorbenen aktiv werden und die jeweiligen Anbieter informieren.

Facebook etwa teilt Hinterbliebenen „zum Schutz der Privatspähre“ zwar keine Anmeldeinformationen mit, versetzt die Profile aber gegen Vorlage eines „Todesnachweises“ in einen Gedenkzustand. In diesem Modus habne nur noch die Freunde des verstorbenen Nutzers die Möglichkeit, auf das Profil des Verstorbenen zuzugreifen. Auch Benachrichtigungen wie zum Beispiel Erinnerungen an den Geburtstag des verstorbenen Menschen erfolgen nicht mehr. Und die Profilseite erscheint nicht mehr bei Suchanfragen im Internet.

Den Antrag auf Entfernung von Facebook-Konten Verstorbener können nur unmittelbare Familienangehörige stellen. Diese Möglichkeit besteht unter www.facebook.com/help/359046244166395. Das Profil wird dann von Facebook vollständig entfernt und ist von niemanden mehr zu sehen. Informationen über seine Inhalte werden nicht herausgegeben, es sei denn, dies ist gesetzlich erforderlich.

Damit Angehörige entsprechenden Schritte einleiten können, müssen sie wissen, bei welchen Anbietren der Verstorbene registriert ist und wo er Daten hinterlassen hat. Eine Möglichkeit ist, entsprechende Zugangsdaten ins Testament mit aufzunehmen, oder unter einem Master-Passwort auf dem heimischen PC zu speichern und Familienangehörigen darüber in Kenntnis zu setzen. Somit ist sichergestellt, dass der digitale Nachlass nicht verloren geht und persönliche Daten vor Missbrauch geschützt werden.

Wirtschaftliche Bedeutung der Pflege steigt

Nicht nur die menschliche Bedeutung der Pflege ist in den letzten Jahren enorm gewachsen. Vor allem wird diesem Sektor mittlerweile eine erhebliche wirtschaftliche Rolle zugewiesen. Pflege, als ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Deutschland, bietet Berufseinsteigern jeglicher Altersklassen große Chancen. In keiner anderen Branche entstehen so viele neue Arbeitsplätze, wie in der Pflegebranche. Dementsprechend ist es kaum verwunderlich, dass es in den Jahren 2008 bis 2011 in Deutschland zu einer 13,4 % Zunahme an Beschäftigten in stationären und teilstationären Pflegeeinrichtungen gekommen ist. Um einen weiteren Zuwachs in dieser Branche zu fördern, sollten auch weitere politische Unterstützungen getätigt werden.

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Wenn Oma ihren Namen vergisst: Kindern Demenz erklären

Wenn die Eltern im Alter dement werden, kann das schockierend sein. Nicht nur für Söhne und Töchter, sondern auch für die Enkel. Oma reagiert auf einmal anders, Opa fragt an manchen Tagen fünfmal dasselbe. Den Zusammenhalt zwischen Großeltern und Enkeln muss das aber nicht schmälern. Eine wichtige Rolle kommt den Eltern zu: Sie müssen Vermittler sein und ihren Kindern die Krankheit erklären.

Alzheimer ist in vielen Familien ein Thema, sagt Christian Leibinnes. «Eltern müssen ihren Kindern erklären, dass Oma oder Opa nicht mehr so sind wie früher», sagt der Sprecher der Alzheimer Forschung Initiative (AFI) in Düsseldorf.

Kindern Demenz zu erklären, sei aber nicht schwer, meint Heike Elisabeth Philipp-Metzen. Die Gerontologin und Sozialpädagogin hat die Erfahrung gemacht, dass Kinder dem Thema Demenz gegenüber sehr aufgeschlossen sind. Die Lehrbeauftragte an der Fachhochschule Münster empfiehlt Eltern, erstmal die Fakten klarzustellen: «Oma ist krank. Wir können aber etwas für ihr Wohlbefinden tun.»

Dabei sollten Eltern ihre Kinder nicht unterschätzen. Schon im Alter von acht Jahren können Mädchen und Jungen fachliche Details verstehen. Philipp-Metzen hat vielen Kindern Vorträge zum Thema Demenz gehalten. Dabei erklärt sie ihnen, wie Nervenzellen im Gehirn Informationen weitergegeben und dass dies bei Demenzkranken nicht immer so gut funktioniert.

Mit diesem Wissen können Kinder besser verarbeiten, dass ihre Verwandten mit Alzheimer ihren Namen vergessen. Die Krankheit jagt ihnen keine Angst mehr ein. Im Gegenteil: Viele Kinder möchten sich um Oma oder Opa kümmern und den Kontakt halten, sagt Philipp-Metzen.

Voraussetzung dafür ist aber, dass die Erkrankten ihn wollen. Das können Eltern selbst in späteren Stadien der Krankheit noch an Körpersprache und Gesichtsausdruck erkennen, erklärt Philipp-Metzen. Ein Lächeln oder eine zuwendende Geste zum Enkelkind sind Zeichen, dass der oder die Erkrankte sich wohlfühlt.

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