Quecksilber im Mund / EU schränkt Einsatz von Amalgam ein

Ab Juli 2018 dürfen Zahnärzte Amalgam nur noch in Ausnahmefällen bei Schwangeren und Kindern einsetzen. Ein endgültiges Verbot könnte 2030 kommen.

Amalgam-Füllung (künstlerische Darstellung)

imago/ SPL Amalgam-Füllung (künstlerische Darstellung)

Das millionenfach als Zahnfüllung verwendete Amalgam wird zurückgedrängt. Grund dafür ist eine neue Vorschrift der Europäischen Union. Diese soll in einem ersten Schritt besonders empfindliche Personen vor dem in den Zahnfüllungen enthaltenen Quecksilber schützen.

Ab 1. Juli 2018 sollen Zahnärzte Amalgam bei Kindern sowie schwangeren und stillenden Frauen nur noch in absoluten Ausnahmen nutzen, erklärte die EU-Kommission am Mittwoch. Ein grundsätzliches Verbot ist damit vorerst vom Tisch. Stattdessen wird bis 2020 geprüft, ob Zahnärzte ab 2030 ganz darauf verzichten können.

Der Kompromiss zwischen dem EU-Parlament, den Mitgliedsländern und der Kommission ist Teil eines Pakets zur Umsetzung der sogenannten Minamata-Konvention, die die Nutzung von Quecksilber eindämmen soll. Amalgam gilt dabei besonderes Augenmerk.

Der Stoff dient seit Jahrzehnten als billige und gängige Lösung, um Löcher in den Zähnen zu füllen. Allerdings kommen mit ihm pro Jahr auch bis zu 75 Tonnen Quecksilber in der EU in Umlauf. In Deutschland wird das Füllmaterial zwar weniger angeboten, in anderen EU-Ländern ist es jedoch noch sehr verbreitet.

Für Patienten ungefährlich?

Die EU-Kommission schätzt die Amalgam-Füllungen zwar als für Patienten ungefährlich ein, zumal sie im Mund verkapselt sind. Kritiker äußern jedoch immer wieder Zweifel. Thema sind vor allem Gesundheitsrisiken bei der Verarbeitung und der Entsorgung der Füllungen sowie bei der Verbrennung von Verstorbenen in Krematorien.

Quecksilber kann über die Atmosphäre in die Nahrungskette gelangen und sich letztlich im Körper anreichern. Zum 1. Januar 2019 wird eine eigene Sammlung und sichere Entsorgung quecksilberhaltiger Abfälle aus Zahnarztpraxen vorgeschrieben. Die 28 EU-Staaten sollen Aktionspläne aufstellen, um die Nutzung zu vermindern.

Dem Linken-Abgeordneten Stefan Eck, geht das nicht weit genug. Das Ergebnis entspreche eher Wirtschaftsinteressen als der Verantwortung für öffentliche Gesundheit und Umweltschutz, erklärte der Chefunterhändler des EU-Parlaments. Eck kritisierte auch, dass Deutschland in dem Streit die Interessen der Großkonzerne Evonik und BASF verteidigt habe.

Zahnärzte hatten sich im Lauf der jahrelangen Debatte gegen ein Verbot von Amalgam gewandt. Andere Arten von Zahnfüllungen wie Keramik oder Gold gelten als weniger haltbar oder deutlich teurer. Bei Kunststofffüllungen besteht zudem ebenfalls das Problem, dass Bausteine in den Körper gelangen und Schaden anrichten können.

Quelle: spiegel online irb/dpa

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Notaufnahmen-Revolution in Hamburg

Im Kampf gegen überfüllte Notaufnahmen will die Stadt Hamburg gemeinsam mit Kliniken und Ärzten neue Wege gehen. Organisatorische Veränderungen und eine Notfallgebühr für Patienten stehen zur Diskussion. Als mögliche Blaupause für das gesamte Stadtgebiet startet 2017 ein Pilotprojekt am Asklepios Klinikum Harburg.

Mindestens jeder dritte Patient könnte genauso gut in der Praxis eines niedergelassenen Arz-tes behandelt werden, ergab ein bundesweites Gutachten © Ortenau Klinikum.

Mindestens jeder dritte Patient könnte genauso gut in der Praxis eines niedergelassenen Arztes behandelt werden, ergab ein bundesweites Gutachten. © Ortenau Klinikum

In Zukunft sollen Hamburgs Notaufnahmen konzentriert zusammengefasst werden. Momentan bestehen 21 Notfallambulanzen im gesamten Stadtgebiet. Die wichtigste organisatorische Änderung betrifft die Aufnahme neuer Patienten. Diese soll in Zukunft von niedergelassenen Ärzten koordiniert werden. Die Mediziner entscheiden dann, welche Patienten wohin weitergeleitet werden. Das „Hamburger Abendblatt“ hatte von fortgeschrittenen Gesprächen zwischen der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg (KVHH) und den Krankenhäusern berichtet. Der Pressesprecher der KVHH, Dr. Jürgen Kriens, bestätigt die Gespräche: „Vom Gesetzgeber sind wir beauftragt worden, in Zusammenarbeit mit unseren Partnern, die Notfallversorgung zu reformieren. Diese Gespräche laufen zurzeit, sowohl mit den Krankenhäusern als auch mit der Behörde.“ Gemeint ist die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz unter Leitung von Cornelia Prüfer-Storcks (SPD). Der erste Schritt ist der Start eines Pilotprojekts Asklepios Klinikum Harburg Anfang 2017. Dort wird ein neues Notfallzentrum, mit integrierter Kassenarztpraxis errichtet.

Kommt die Notfallgebühr für Patienten?

Bereits Anfang September stellte der Verband der Ersatzkassen (vdek) ein Gutachten des Gesundheitsforschungsinstituts AQUA vor. Verschiedene Reformvorschläge für die ambulante Notfallmedizin wurden präsentiert. Darunter auch die Einführung von kassenärztlichen Sitzen in Krankenhäusern, die die Patientenströme lenken sollen. Die Reaktionen der Kassenärztlichen Vereinigung Baden Württembergs und Berlin auf die Vorschläge waren verhalten. „Wenn es an allen Kliniken Portalpraxen gäbe, dann würden Menschen mit akuten Beschwerden nur noch dorthin gehen“, sagte Johannes Fechner, Vizechef der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW), der Stuttgarter  Zeitung. Gegenvorschlag der Kassenärzte ist eine Notfallgebühr von 20 Euro, die Patienten in der Notaufnahme zu zahlen hätten. Tatsächliche Notfälle würden ihre Zahlung zurückerstattet bekommen. Denn viele Patienten, die in die Notfallambulanz strömen, seien besser in der ambulanten hausärztlichen Versorgung aufgehoben, so der Tenor der Ärzte.

Belastung ist enorm

Elf Millionen ambulanter Notfälle gibt es laut der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) im Jahr. Mindestens jeder dritte Patient könnte genauso gut in der Praxis eines niedergelassenen Arztes behandelt werden, ergab ein bundesweites Gutachten. Und doch kommen Jahr für Jahr mehr Patienten direkt in die Notaufnahme. Im Hamburger Universitätsklinikum zum Beispiel waren es 2015 73.000 Menschen, 2.000 mehr als im Jahr zuvor. “Viele Patienten wissen heute nicht, an wen sie sich im Notfall wenden sollen”, sagt die Vorsitzende des vdek, Ulrike Elsner.

Quelle: Saluway Felix Gimm

Ich heile mich selbst!

Placebo-Effekt: Eine Akkupunktur-Behandlung. Studien haben gezeigt: So etwas kann helfen. Nur weiß man nicht, ob es an den Nadeln liegt.
Eine Akupunktur-Behandlung. Studien haben gezeigt: So etwas kann helfen. Nur weiß man nicht, ob es an den Nadeln liegt. © Ulrich Baumgarten/Getty Images

In den USA soll auf Homöopathie-Präparaten künftig stehen: „Achtung, keine nachgewiesene Wirkung“. Dagny Lüdemann, Wissen-Ressortleiterin von ZEIT ONLINE fordert das in ihrem Kommentar (hier nachzulesen) auch für Deutschland. Viele Leser schreiben uns dazu: Aber was ist mit dem Placebo-Effekt? Schließlich haben Studien gezeigt, dass homöopathische Mittel den durchaus haben können. Stimmt. Passend dazu schreibt Autor Max Lebsanft hier in ZEIT Doctor, wie uns ein bisschen Selbstbetrug gesünder macht:

Bei Heuschnupfen und anderen akuten Wehwehchen vertraut Karin Meissner auf die Heilkraft der Akupunktur – obwohl die Ärztin genau weiß, dass die Nadeln selbst nicht viel bewirken. „Als Wissenschaftlerin ist mir klar, dass diese Methode wahrscheinlich keinen großen spezifischen Effekt hat“, sagt sie. „Aber das stört mich nicht: Ich nutze den Placebo-Effekt.

Mit dem Phänomen, dass selbst wirkstofflose Pillen und beliebig gesetzte Nadeln Symptome lindern können, kennt sich Meissner bestens aus. Am Institut für Medizinische Psychologie an der Universität München hat sie sich mit der Frage beschäftigt, ob die Akupunktur besser wirkt als eine Scheinbehandlung. In Kontrollversuchen werden die Nadeln nicht nach den Prinzipien der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) auf angeblichen Energiemeridianen platziert, sondern zufällig auf der Haut verteilt. Das Ergebnis: Es besteht praktisch kein Unterschied. „Es wirkt vor allem der Placebo-Effekt“, erklärt Meissner. Das heißt, die Wirkung beruht nicht nur auf dem Therapeutikum, sondern auf der Erwartungshaltung des Patienten und auf den Umständen, in denen Pillen, Nadeln oder Infusionslösungen eingesetzt werden.

Dieser Text gehört zu ZEIT Doctor – dem neuen Ratgeber, der hilft, gesund zu bleiben. Lesen Sie hier weitere Artikel zum Thema Gesundheit

Obwohl die Ärztin das weiß, ist sie ein Fan der Akupunktur geblieben – vor allem wegen der besonderen Begleitumstände der Behandlung. Die Ruhe und Geborgenheit der Praxis. Der Optimismus der Therapeutin, die sich geduldig anhört, unter welchen Beschwerden ihre Patienten leiden. Der leichte Schmerz beim Setzen der Nadeln, der sich schnell in ein wohliges Körpergefühl verwandelt. All das lässt ihre Beschwerden regelmäßig verschwinden.

Was Karin Meissner da macht, ist eine kleine Revolution. Lange Zeit lag der Placebo-Effekt vor allem in der Hand der Ärzte: Sie verabreichten Patienten gelegentlich wirkstofflose Pillen in dem Wissen, dass diese durch die reine Erwartung manchmal ebenso gut wirken wie echte Medikamente. Die Bundesärztekammer sprach sich sogar in einer Stellungnahme dafür aus, dass Mediziner den Effekt gezielt fördern sollten. Aber nicht nur Ärzte können diese Kraft nutzen, auch Patienten können den Placebo-Effekt für sich einspannen.

Dieser Artikel stammt aus der ZEIT Nr. 48 vom 17.11.2016. Die aktuelle ZEIT können Sie am Kiosk oder hier erwerben.

Die Grundlage dafür lieferte der US-Amerikaner Ted Kaptchuk, Medizinprofessor an der Harvard Medical School in Boston. In einer Studie aus dem Jahr 2010 verabreichte er Placebo-Pillen an Patienten, die unter dem Reizdarmsyndrom litten (Public Library of Science: Kaptchuk et al.,2010). Das Entscheidende daran: Den Probanden teilten die Wissenschaftler vorher mit, dass er sie mit einem Scheinmedikament behandele. Außerdem erklärte er ihnen, die Tablette wirkten allein durch das Ritual ihrer Einnahme. Tatsächlich schnitt die Gruppe, die das Placebo erhielt, im Vergleich zur Kontrollgruppe ohne Behandlung signifikant besser ab. Kaptchuk hatte den offenen Placebo-Effekt entdeckt. Für den Erfolg von Scheinmedikamenten ist es also nicht zwingend nötig, dass man sie für echt hält – solange man davon überzeugt ist, dass sie helfen. Für den Patienten bedeutet das: Er kann die Sache selbst in die Hand nehmen.

Der erste Schritt zum Do-it-yourself-Placebo klingt banal, ist aber essenziell: Man sollte sich von seinem Arzt möglichst genau beschreiben lassen, was die Therapie im besten Fall bewirken kann. „Der Patient muss den Sinn einer Therapie verstehen“, sagt die Neurologin Ulrike Bingel, die an der Universitätsklinik Essen den Placebo-Effekt erforscht. Oft seien Patienten schlecht informiert. Aus Sicht der Placebo-Forschung eine verschenkte Chance.

Die Heilserwartung ist einer der zentralen Punkte, die beeinflussen, ob die Therapie erfolgreich ist oder misslingt. In Untersuchungen mit dem Opioid Remifentanil hat Bingel nachgewiesen, dass positive Erwartungen den schmerzstillenden Effekt verdoppeln können. Umgekehrt können negative Erwartungen die Wirkung fast völlig ausschalten. Ähnliche Phänomene wurden in Studien auch für Präparate belegt, die auf die Abwehrkräfte und das Herz-Kreislauf-System wirken. In ihrem Buch Heilung von innen schlägt die amerikanische Medizinerin Jo Marchant vor, innere Bilder zu erzeugen, sich die Verbesserung der Beschwerden ganz konkret vorzustellen. Wie die Wunde langsam verheilt oder wie man nach dem Abklingen der Knieschmerzen endlich wieder befreit laufen geht.

Es gibt kein Geheimrezept für gutes Altern

Einiges richtig gemacht: Die Französin Yvette Florens (85, r.) und ihre Mutter Honorine Rondello (113).
Einiges richtig gemacht: Die Französin Yvette Florens (85, r.) und ihre Mutter Honorine Rondello (113).

15.11.2016 Bonn. Die Gesellschaft befindet sich in einem demografischen Wandel: Die Menschen werden immer älter und bilden anteilmäßig eine immer größere Gruppe. Uwe Kleinemas ist Alternsforscher an der Universität Bonn. Im Interview mit Hannah Winter spricht er über seine Forschung und verrät, welche Faktoren zu einem zufriedenen Altern beitragen können.

Herr Kleinemas, was kann ich mir unter Alternsforschung vorstellen?

Uwe Kleinemas: Die Alternsforschung beschäftigt sich im weitesten Sinne mit den Bedingungen eines guten Alterns. Also wie werde ich gesund, glücklich und zufrieden alt? Unser Forschungsgebiet umfasst dabei viele verschiedene Aspekte.

Zum Beispiel?

Kleinemas: Die Mobilität im Alter ist ein wichtiges Thema. Es wird zum Beispiel oft diskutiert, ob man älteren Menschen den Führerschein entziehen sollte. Dabei gibt es keinen wissenschaftlichen Befund, der einen Zusammenhang zwischen dem chronologischen Alter und der Fahrtüchtigkeit bestätigt. Wir untersuchen daher, wie man Bewegungsmöglichkeiten Älterer in Verkehrsräumen möglichst lange erhalten kann, ohne dass sie selbst oder die Allgemeinheit gefährdet werden. Denn Mobilität ist ein Schlüssel zur Teilhabe an der Gesellschaft.

In den Städten sollte das Thema Mobilität doch weniger ein Pro-blem sein, oder?

Kleinemas: Hier muss man aufpassen, dass die Stadt nicht nur für Alte gestaltet ist. Darin fühlen sich die jungen Menschen oft nicht mehr wohl und ziehen weg. Viel sinnvoller ist eine Stadt, die lebenswert für alle Generationen ist. Es gibt viele Gemeinsamkeiten, die man bedienen kann: Ärzte und Einkaufsmöglichkeiten, die gut erreichbar sind. Mehr Sicherheit, zum Beispiel bessere Beleuchtungen in Unterführungen. Das ist für alle praktisch, unabhängig vom Alter.

Also ist es gar nicht sinnvoll, die Umgebung nur den älteren Menschen anzupassen?

Kleinemas: Nein. Das wollen diese Menschen auch nicht. Sie wollen keine Umgebung, der man ansieht, dass sie für Alte gemacht ist. Außerdem wirkt das nicht inte-grativ, sondern es passiert das genaue Gegenteil: Einzelne Gruppen werden abgespalten. Aber eine der Kernbedingungen für gutes Altern ist das Öffnen der Gesellschaft für alle Altersgruppen, sodass jeder seine Fähigkeiten einbringen kann.

Wir sprechen nun die ganze Zeit von „den alten Menschen“. Aber ab wann ist jemand überhaupt alt?

Kleinemas: Diese Frage ist nicht eindeutig beantwortbar. Es gibt keine konkrete Zahl, keine feste Grenze. Ist man alt, wenn Degenerations- oder Verfallsprozesse am Körper bemerkbar werden? Wenn sich geistiger Stillstand einstellt oder keine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben mehr stattfindet? Oder ist man alt, wenn man in Rente geht? Je nach Perspektive wird man also zu unterschiedlichen Antworten kommen.

Gibt es Faktoren, die ältere Menschen besonders unglücklich machen?

Kleinemas: Vor allem Männer haben, zum Beispiel nach dem Verlust ihrer Partnerin, ein Problem mit dem Alleinsein. Sie verspüren den Wunsch, jemand neues kennenzulernen. Die häufige Annahme, ab einem gewissen Alter spiele Liebe keine Rolle mehr, ist falsch. Es ist egal, ob jemand 17 oder 70 ist: Die Bedürfnisse nach Zweisamkeit bleiben. Und auch im hohen Alter kann man natürlich noch Schmetterlinge im Bauch haben.

Warum haben Männer ein größeres Problem mit dem Alleinsein?

Kleinemas: Männer definieren sich häufig über Anerkennung im Beruf und haben außerhalb des Berufslebens weniger soziale Kontakte. Frauen sind viel mehr sozial unterwegs, pflegen Bekanntschaften und definieren sich weniger über Erfolg. Beim Eintritt in die Rente stehen daher besonders Männer oft vor der Frage: wohin mit meinen Fähigkeiten? Wer braucht mich, was kann ich tun? Solche Menschen können schnell unglücklich werden. Man hat alle Lebensaufgaben abgearbeitet, noch viel Lebenszeit vor sich und stellt sich nun existenzielle Fragen.

Und wie können solche Fragen beantwortet werden?

Kleinemas: Hobbys können diese Sinnfragen selten dauerhaft beantworten. Ehrenamtliches oder soziales Engagement dagegen schon eher, vor allem wenn damit die erhoffte Anerkennung verbunden ist. Insgesamt ist die Möglichkeit, sich und seine Fähigkeiten noch weiter einzubringen, ein wesentlicher Beitrag zu gutem Altern.

Haben Sie Tipps, wie man zufrieden und gesund alt wird?

Kleinemas: Es gibt kein Geheimrezept für gutes Altern. Wir kennen die stille gesellschaftliche Norm, nach der man eigentlich nicht altern darf: Ein „erfolgreicher“ älterer Mensch ist reich, dynamisch und immer noch jugendlich. Aber irgendwann wird jeder von seinem Alter eingeholt. Hilfreich ist dann ein positives Lebensgefühl und der Blick auf die Gewinne des Alters: Unabhängigkeit, Freiheit, die Früchte des Lebens ernten sozusagen. Und man sollte nicht erst kurz vor der Rente damit beginnen, ein Leben außerhalb des Berufs zu entdecken. Wer früh das Gleichgewicht zwischen Beruf und Freizeit findet, achtsam sich selbst gegenüber ist und seine körperlichen und geistigen Fähigkeiten weiter trainiert, hat gute Chancen, zufrieden alt zu werden. (Hannah Winter)

Patientenrechte: Krankenkassen unterstützen Versicherte unzureichend

Krankenkassen in Deutschland müssen ihre Versicherten mehr bei der Wahrnehmung ihrer Patientenrechte unterstützen. Das belegt eine Studie des IGES-Instituts, mit dem der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Staatssekretär Karl-Josef Laumann (CDU), drei Jahre nach Inkrafttreten des Patientenrechtegesetzes Bilanz zieht.

Abbildung Stethoskop Foto: pixabax.com © DarkoStojanovic

Die Studie des IGES-Instituts zeigte allerdings nicht nur Defizite auf, sondern lieferte auch positive Ergebnisse. Foto: pixabay.com © DarkoStojanovic

„Die Kassen kommen in der Studie schlecht weg“, sagte Laumann bei der Präsentation der Umfrageergebnisse in Berlin. „Da, wo sie besser steuern könnten, machen sie es nicht“, kritisierte er. Für die Studie wurden insgesamt mehr als 500 Patienten und Versicherte sowie mehr als 20 relevante Verbände befragt. Demnach kennen nur 39 Prozent aller Teilnehmer die gesetzlichen Fristen, innerhalb derer die Kassen ihre Leistungsanträge bearbeiten müssen. Und weniger als die Hälfte weiß, dass die Kassen gesetzlich verpflichtet sind, sie bei einem Verdacht auf Behandlungsfehler zu unterstützen.

Mehr Transparenz von Ärzten gefordert

Staatssekretär Laumann will genauer wissen, ob und in welchem Ausmaß die Kassen Leistungen verweigern, die ihren Versicherten eindeutig zustehen oder erst im Widerspruchsverfahren genehmigen. Dazu hat er eine weitere Studie in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse für Ende April 2017 erwartet werden. Bei den Ärzten fordert der Patientenbeauftragte der Bundesregierung ebenfalls mehr Transparenz gegenüber ihren Patienten: Laut Umfrage wissen lediglich 62 Prozent aller Befragten, dass Ärzte verpflichtet sind, von sich aus über Behandlungsalternativen aufzuklären. Bei der Herausgabe von Patientenakten verlangt Laumann mehr Kooperationsbereitschaft von den Medizinern.

Appell an Kassen und Ärzte

Laumann forderte von den Krankenkassen einen offensiveren Umgang mit Information und Aufklärung. Wenn die Kassen stärker Verantwortung für die Steuerung von Patienten durch unser Gesundheitssystem übernehmen wollten, sei das gut, so Laumann. „Wenn sie dabei ihre eigenen Pflichten allerdings nur sehr zögerlich wahrnehmen und die Versicherten darüber nicht ausreichend informieren, untergräbt das alle Anstrengungen für ein gutes Miteinander“, kritisierte der Patientenbeauftragte. Vergleichbares gelte auch für die Ärzte, wenn sie nicht über Behandlungsoptionen aufklärten. Die Studie des IGES-Instituts zeigte allerdings nicht nur Defizite auf, sondern lieferte auch positive Ergebnisse: So kennt die überwiegende Mehrheit der Befragten ihr Recht zur Einsicht der vollständigen Patientenakte. Auch wissen die meisten, dass Ärzte ausführlich über Diagnosen und Therapiemöglichkeiten informieren müssen.

Quelle: SaluwayFrank Fischer

Überblick technischer Notrufsysteme

Überblick technischer Notrufsysteme

Die meisten Menschen wünschen sich, in den eigenen vier Wänden alt zu werden. Um dies zu ermöglichen, gibt es am Markt technische Notrufsystem, die im Notfall schnell Hilfe herbeirufen können. Die Deutsche Eniorenliga hat eine Broschüre zu dessen Einsatzmöglichkeiten veröffentlicht.
Um das Leben zu Hause zu erleichtern, braucht es im Alter meist ein wenig Unterstützung und die Möglichkeit, im Notfall Hilfe zu bekommen. Ein bewährtes Sicherheitssystem ist der Hausnotruf – ein kleiner Sender, der ans Festnetztelefon angeschlossen wird und bei Bedarf schnell Kontakt zur Notrufzentrale herstellt. Er bietet Service im Alltag und Sicherheit im Notfall. „Viel zu häufig wird der Hausnotruf jedoch erst dann zum Thema, wenn bereits etwas Dramatisches wie ein Sturz oder ein Schwächeanfall passiert ist“, erläutert Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Seniorenliga: „Besser ist es, sich rechtzeitig und vorausschauend für ein Sicherheitskonzept zu entscheiden.“ Welches System das Geeignete ist, hängt von individuellen Gegebenheiten und Ansprüchen ab. „In jedem Fall erleichtert es allen Beteiligten das Leben: den älteren Menschen, die sich durch das Plus an Sicherheit freier bewegen können und den Angehörigen, die wissen, dass im Notfall sofort Hilfe zur Stelle ist“, so Hackler. Im Unterschied zum Festnetztelefon bietet ein Handy mit Notruffunktion auch unterwegs Sicherheit. Ob beim Einkauf, im Garten oder auf Reisen – gerade aktive Menschen können sich auf ihren mobilen Schutzengel verlassen und erhalten sich so ihre Mobilität.
Der Ratgeber „Selbstständig leben im Alter – Technik schafft Sicherheit“ kann kostenlos bestellt werden bei der Deutschen Seniorenliga, Heilsbachstraße 32 in 53123 Bonn. Hotline: 01805 – 001 905 (0,14 Euro/Min. aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunkpreise max. 0,42 Euro/Min.) www.deutsche-seniorenliga.de

Zusätzliche Informationen

  • Quelle(n): Deutsche Seniorenliga e.V.

Pflegeversicherung: Mehrheit der Deutschen ist unzureichend über neues Pflegesystem informiert

Die zum Jahreswechsel anstehenden umfassenden Veränderungen in der Pflegeversicherung sind der Mehrheit der Deutschen unbekannt. Trotz intensiver öffentlicher Debatten gehen viele Bundesbürger dem Thema der eigenen Pflegebedürftigkeit aus dem Weg, wie eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) zeigt. Das Patientenportal Saluway informiert, auf welche Veränderungen sich die Bürger zum 1. Januar 2017 bei der Pflegeversicherung einstellen müssen.

 Die aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK).

Die aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK).

„Die Zahlen zeigen, dass vielen durchaus bewusst ist, wie wichtig Vorsorge für einen möglichen Pflegefall ist. Andererseits fehlen der Wille und teilweise auch die Möglichkeiten, sich vorzubereiten“, sagt Georg van Elst, Pflegeexperte der TK, der es aber für menschlich verständlich hält, dass die Auseinandersetzung mit dem Thema schwerfalle.

Zwei Drittel betrachten eigene Vorsorge als mangelhaft

Der Umfrage der Techniker Krankenkasse zufolge hat über die Hälfte der Befragten keinerlei Kenntnis von den Neuerungen. Auch die eigene Vorsorge für den Pflegefall ist für die meisten Bundesbürger kein Thema: Viele machten sich zum Thema Pflegeversicherung in eigener Sache noch keine Gedanken. Wer sich bereits konkrete Gedanken um die eigene Vorsorge für einen möglichen Pflegefall gemacht hat, sieht diese als ungenügend; zwei Drittel der Befragten gehen davon aus, für einen solchen Fall nicht ausreichend vorgesorgt zu haben. Hauptgrund für diese mangelnde Vorsorge ist laut Techniker Krankenkasse der Kostenfaktor.

Das ändert sich 2017

Ab 1. Januar 2017 werden bei der Feststellung von Pflegebedürftigkeit, neben den körperli-chen, künftig stärker auch geistige und psychische Beeinträchtigungen berücksichtigt. Die Pflege kann so besser an den individuellen Bedürfnissen der Betroffenen angepasst werden. Diese Neuregelung wirkt sich allerdings auf Betroffene aus, die ausschließlich wegen körper-licher Beeinträchtigungen ab 2017 einen Antrag auf Pflegeleistungen stellen; hier kann es durchaus schwieriger werden, Pflegeleistungen zu erhalten. Für diesen Personenkreis emp-fiehlt es sich, noch 2016 einen Antrag auf Leistungen aus der Pflegeversicherung zu stellen. Denn dadurch bleiben ihre Ansprüche auch über den Jahreswechsel hinaus erhalten.

Der Grad der Selbstständigkeit im Alltag sowie die Abhängigkeit von personeller Hilfe – nach diesen Kriterien wird die Pflegebedürftigkeit künftig bemessen. Die bisherigen drei Pflegestu-fen sind Vergangenheit. Diese werden ab Januar 2017 durch fünf Pflegegrade abgelöst. Wer schon eine Pflegestufe hat, wird automatisch dem entsprechenden Pflegegrad zugeordnet.

Für Pflegeheimbewohner steigt unter Umständen der Eigenanteil an den Kosten – denn für die Pflegegrade 2 und 3 in stationären Einrichtungen gibt es ab 2017 weniger Geld. Aktuell hängt die Höhe der Eigenanteile von der Pflegestufe ab. Künftig wird im Pflegeheim jedoch jeder Bewohner den gleichen Betrag zahlen, unabhängig vom Pflegegrad. In Pflegestufe I (Pflegegrad 2) werden dann 294 Euro weniger und in Pflegestufe II (Pflegegrad 3) 68 Euro weniger pro Monat gezahlt. Menschen, die ab dem 1. Januar 2017 ins Pflegeheim einziehen, müssen sich darauf einstellen, dass die Zuzahlung für die unteren Pflegegrade wahrschein-lich ansteigen, während sie für die höheren Pflegegrade gleich bleibt oder sogar günstiger werden kann. Diejenigen, die zum Jahreswechsel bereits in einer Pflegeeinrichtung wohnen, müssen sich keine Gedanken machen: Sie genießen Bestandschutz und zahlen weiterhin den gewohnten Betrag. Wer konkret plant, in der nächsten Zeit in ein Pflegeheim zu ziehen, sollte sich über den günstigsten Zeitpunkt des Einzugs und der Antragstellung gut beraten lassen.

Pflegebedürftige Menschen, die zu Hause wohnen und dort versorgt werden, erhalten auch weiterhin die bisherigen Leistungen aus der Pflegeversicherung. Nach der Umwandlung der Pflegestufe in einen Pflegegrad wird gleich viel oder sogar mehr gezahlt werden. Dieser sogenannte Schutz des Besitzstandes gilt lebenslang – auch bei einem Wechsel der Kranken- und Pflegekasse. Nehmen die Einschränkungen zu und wird der Pflegegrad angehoben, ändert sich entsprechend die Leistung aus der Pflegeversicherung. Dies gilt vor allem für den Fall, wenn bei einer erneuten Begutachtung festgestellt wird, dass keine Pflegebedürftigkeit mehr besteht.

Auch wenn die jüngere Generation nicht von den zum Jahreswechsel anstehenden umfassenden Veränderungen in der Pflegeversicherung betroffen ist, rät Georg van Elst „angesichts der steigenden Zahl Pflegebedürftiger in den kommenden Jahren, die aktuellen Veränderungen zum Anlass zu nehmen, sich mit dem Thema zu befassen.“

Quelle: Saluway Frank Fischer

Hamburg und Bremen wollen Opfer ärztlicher Behandlungsfehler entschädigen – TK Hamburg begrüßt die Initiative

Die Landesregierungen von Hamburg und Bremen wollen einen Patientenentschädigungs- und Härtefallfonds für Opfer ärztlicher Behandlungsfehler ins Leben rufen. Eine entsprechende Bundesratsinitiative ist gestern beschlossen worden. Damit fordern die beiden Länder die Bundesregierung auf, einen entsprechenden Gesetzesentwurf auszuarbeiten und in den Bundestag einzubringen. Die Techniker Krankenkasse (TK) begrüßt den Vorstoß.

Abbildung: Der Techniker-Krankenkasse zufolge wird nur jeder siebte angezeigte Behandlungsfehler als solcher anerkannt und mit Schadensersatz für den Betroffenen versehen.

Der Techniker-Krankenkasse zufolge wird nur jeder siebte angezeigte Behandlungsfehler als solcher anerkannt und mit Schadensersatz für den Betroffenen versehen.

Der Techniker-Krankenkasse zufolge wird nur jeder siebte angezeigte Behandlungsfehler als solcher anerkannt und mit Schadensersatz für den Betroffenen versehen. Die Durchsetzung arzthaftungsrechtlicher Schadensersatzansprüche scheitere häufig an der fehlenden Möglichkeit nachzuweisen, dass der Gesundheitsschaden durch eine Behandlung oder unbekannte Komplikation verursacht wurde, bestätigt auch die Hamburger Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz. „Auch wenn ein ärztlicher Fehler naheliegt, können Patientinnen und Patienten oft die für die Arzthaftung erforderlichen Voraussetzungen nicht zur Überzeugung des Gerichts nachweisen“, heißt es in einer Pressemeldung der Hamburger Behörde. Betroffene müssten dann alleine die schwerwiegenden gesundheitlichen und finanziellen Folgen der Behandlung tragen, soweit sie nicht von Dritten, insbesondere von sozialen Leistungsträgern, unterstützt würden.

Um Patientenrechte zu stärken, soll der Patientenentschädigungs- und Härtefallfonds als eine bundesunmittelbare Stiftung des öffentlichen Rechts eingerichtet werden. Er springt dann ein, wenn dem Betroffenen über herkömmliche haftungsrechtliche Ansprüche nicht geholfen werden kann. Ein Grund dafür kann sein, dass der Behandlungsfehler und/oder der Zusammenhang zwischen Behandlung und gesundheitlichen Schaden nicht mit der dafür ausreichenden, weit überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen werden konnte. Der Fonds wird auf Antrag der Betroffenen aktiv. Damit sie aber nicht zu lange auf eine Entscheidung warten müssen, ist eine vorgegebene Entscheidungsfrist geplant. Die Gutachter schlagen vor, dass eine entsprechende Stiftung zunächst mit 100 Millionen Euro ausgestattet wird.

Die Techniker Krankenkasse begrüßt die Initiative der beiden Landesregierungen. In den meisten Fällen könne der Zusammenhang zwischen Behandlung und Schaden juristisch nicht eindeutig bewiesen werden. „Die Betroffenen werden in diesen Fällen nicht entschädigt“, bedauert Maren Puttfarcken, Leiterin der TK-Landesvertretung Hamburg. „Mit der Einrichtung des Fonds wird die bestehende Lücke geschlossen und bestimmten, besonders belasteten Patienten geholfen. Das begrüßen wir sehr“, so Puttfarken.

Die Initiative der beiden Länder ist bereits der zweite Versuch. Im August 2012 war der Vorschlag zur Einführung eines Patientenentschädigungsfonds vom bayrischen Gesundheitsministerium im Bundesrat vorgestellt worden. Der Bundesrat forderte daraufhin eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Prüfung eines Patientenentschädigungsfonds. Von Seiten der Bundesregierung wurde dies abgelehnt und nicht im Gesetz zur Verbesserung der Rechte von Patientinnen und Patienten, dass am Tag 26. Februar 2013 in Kraft trat, verankert. Zum einen widerspräche ein Entschädigungsfonds dem deutschen Haftungssystem. Zum anderen sei die Finanzierung völlig ungeklärt. Um diese strittigen  Punkte zu klären hatte die Hamburger Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz im Anschluss die renommierten Bremer Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Dieter Hart und Prof. Dr. Robert Francke mit einem Gutachten und der Ausarbeitung eines entsprechenden Gesetzesvorschlags beauftragt. Bei der Präsentation im August 2013 zeigte sich die Hamburger Gesundheitssenatorin Prüfer-Storcks zuversichtlich: „Der Bundesgesundheitsminister hat den Härtefallfonds mit der Begründung abgelehnt, es gebe kein umsetzbares Konzept. Diese Ausrede gilt ab heute nicht mehr.“ Seitdem gab es im Bundestag verschiedene weitere parlamentarische Diskussionen zur Gestaltung des Patientenentschädigungs- und Härtefallfonds. Es bleibt abzuwarten ob eine dem deutschen Haftungssystem angemessene und zugleich finanzierbare Lösung gefunden werden kann.

Quelle Saluway Felix Gimm

COPD und Rauchen – die wichtigsten Fakten

COPD und Rauchen - die wichtigsten Fakten

COPD ist die fünfthäufigste Todesursache in Deutschland. Dennoch ist die Abkürzung COPD vielen Menschen noch unbekannt. Sie steht für Chronic obstructive pulmonary disease (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung).

Zum diesjährigen Welt-COPD-Tag am 16. November gibt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ein neues Faktenblatt „COPD und Rauchen – die wichtigsten Fakten“  heraus. Das Faktenblatt erklärt die Erkrankung, ihre Ursachen und Folgen und wie man sich am besten vor COPD schützen kann.

„Rauchen ist der mit Abstand entscheidendste Risikofaktor für die Entstehung einer COPD. Rund 80 bis 90 Prozent der COPD-Erkrankungen sind direkt auf das Rauchen zurückzuführen. Der beste Schutz vor einer COPD ist das Nichtrauchen. Ein konsequenter Rauchstopp ist der wichtigste Schritt zur Behandlung von Betroffenen“, sagt Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA. „Aufgrund ihrer meist schleichenden Entwicklung wird eine COPD besonders im Anfangsstadium häufig übersehen oder als Raucherhusten verharmlost. Was mit chronischem Husten und vermehrtem Auswurf beginnt, kann in einem späteren Stadium der Erkrankung massive Atemnot, erhebliche Leistungsminderung und lebensbedrohliche Krankheitsschübe zur Folge haben.“

Bei einer COPD verengt sich das Bronchialsystem dauerhaft. Dadurch wird der Körper schlechter mit Sauerstoff versorgt, was sich wiederum negativ auf die gesamte Lebensqualität auswirkt: Belastungen im Alltag, die gesunde Menschen noch lange nicht aus der Puste bringen, sorgen bei jemandem, der an COPD erkrankt ist, für akute Atemnot.

Das Faktenblatt „COPD und Rauchen – die wichtigsten Fakten“ kann unter http://www.rauchfrei-info.de/informieren/rauchen-gesundheit/copd-und-andere-atemwegserkrankungen/ heruntergeladen werden.

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